SpOn 10.01.2026
10:51 Uhr

Gesundheitspolitik: Höhere Alkoholpreise durch Steuererhöhung gefordert


Abgeordnete von SPD und CDU wollen Alkohol in Deutschland teurer machen. Die aktuellen Steuersätze seien nicht mehr zeitgemäß. Der Fokus der Gesundheitspolitiker liegt »klar auf hochprozentigem Alkohol«.

Gesundheitspolitik: Höhere Alkoholpreise durch Steuererhöhung gefordert

Gesundheitspolitiker von SPD und CDU haben für höhere Alkoholpreise in Deutschland geworben. »Internationale Erfahrungen zeigen sehr deutlich: Eine maßvolle Erhöhung der Alkoholpreise senkt insbesondere den riskanten Konsum, vor allem bei Jugendlichen und Vielkonsumierenden«, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, der »Rheinischen Post« . Aus gesundheitsökonomischer Perspektive sei »die derzeitige Alkoholbesteuerung in Deutschland nicht mehr zeitgemäß«. Sie sei »seit Jahren kaum angepasst worden«. Alkohol ist in Deutschland billiger als fast überall in Europa.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Simone Borchardt (CDU), befürwortete »die Einführung einer zweckgebundenen Abgabe«. Eine solche dürfe aber »kein Instrument der Haushaltskonsolidierung sein, sondern muss ein gezieltes gesundheitspolitisches Steuerungsinstrument werden«.

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Der Fokus müsse dabei »klar auf hochprozentigem Alkohol liegen«, sagte Borchardt. Dort sei »das Risiko für Abhängigkeit, schwere Erkrankungen und die langfristigen Belastungen des Gesundheitssystems besonders hoch.« Mit den Einnahmen sollen »Prävention, Suchtberatung, Therapieangebote und die Versorgung alkoholbedingter Erkrankungen nachhaltig gestärkt werden«.

Streit über Alkoholkonsum

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Alkohol dem Körper schadet. Wer zu viel trinkt, hat laut Studien etwa ein erhöhtes Risiko für Krebs und Dutzende weitere Erkrankungen wie Schlaganfälle, Vorhofflimmern oder Depressionen. Ob es überhaupt eine Menge gibt, die verträglich ist, debattieren Fachleute .

Einig sind sich die Studienautoren diverser Alkoholstudien in zwei Punkten:

  • Frauen sollten weniger trinken als Männer, weil sie Alkohol schlechter abbauen und weniger Blut im Körper haben.

  • Und je mehr jemand trinkt, desto schlimmer sind die Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit.

Suchtforscher beobachten langfristig einen Rückgang des Pro-Kopf-Konsums in Deutschland. Er sei immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau, heißt es.

Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA), der Mitte November 2025 im »Ärzteblatt« erschienen ist, konsumierten die Deutschen zuletzt seltener Alkohol als zuvor . Demnach gaben 68,6 Prozent der Studienteilnehmer an, in den 30 Tagen vor der Befragung Alkohol getrunken zu haben; im Jahr 2012 waren es noch 71,5 Prozent.

alw/dpa