Historisches Treffen im Südlibanon: Erstmals haben israelische und libanesische Diplomaten an offiziellen Gesprächen zur Überwachung der Waffenruhe zwischen den verfeindeten Ländern teilgenommen. Das Büro von Israels Premier Benjamin Netanyahu teilte am Abend mit, dass die Gespräche in »guter Stimmung« verlaufen seien. »Es wurde vereinbart, Ideen zu formulieren, um eine mögliche wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Israel und dem Libanon voranzutreiben.«
Die Gespräche fanden in der Zentrale der Uno-Friedensmission Unifil in Nakura nahe der israelischen Grenze statt. Zuvor hatten an den Treffen zur Überwachung der Waffenruhe nur militärische Vertreter teilgenommen. Der Libanon entsandte den früheren Botschafter in den USA, Simon Karam, für Israel nahm Uri Resnick vom nationalen Sicherheitsrat teil. An dem Treffen war auch die US-Sondergesandte für den Libanon, Morgan Ortagus, beteiligt.
Laut der US-Botschaft im Libanon ging es bei dem Treffen darum, einen dauerhaften Frieden sowie Wohlstand für beide Länder zu erreichen. Medienberichten zufolge drängte die US-Regierung Israel zu dem Treffen, um die Waffenruhe nicht zu gefährden.
Seit 1948 befinden sich der Libanon und Israel technisch im Kriegszustand und unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen. Militärische Kontakte erfolgten bislang nur über Dritte. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam sagte dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera, der Libanon sei »bereit für übermilitärische Verhandlungen mit Israel«.
Seit einem Jahr gilt zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen die Vereinbarung vor . Israel greift daher nahezu täglich weiter an. Dabei wurden seit Inkrafttreten der Waffenruhe Ende November vergangenen Jahres Hunderte Menschen getötet. Die Lage hat sich zuletzt deutlich zugespitzt.
Israel und die USA drängen auf eine Entwaffnung der Hisbollah. Die Monopolisierung aller Waffen unter staatlicher Kontrolle wurde zwar von der Regierung in Beirut beschlossen, schreitet jedoch schleppend voran. Libanons Präsident zeigte sich zuletzt wiederholt offen für neue Verhandlungen mit Israel.
