SpOn 27.11.2025
10:52 Uhr

Gera: Ehefrau in Straßenbahn angezündet – Mann zu lebenslanger Haft verurteilt


»Sie sind ein Mensch, der schwere Schuld auf sich geladen hat«: In Gera ist ein Mann verurteilt worden, der seine Ehefrau mit Benzin übergossen und angezündet hat.

Gera: Ehefrau in Straßenbahn angezündet – Mann zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Landgericht Gera hat einen Mann wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt. Es sprach ihn schuldig, im März dieses Jahres seine Frau in einer Straßenbahn mit Benzin übergossen und angezündet zu haben. Die Richter folgten mit ihrem Urteil dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte kein konkretes Strafmaß gefordert. Zudem muss der Mann ein Schmerzensgeld von 75.000 Euro zahlen.

Der 47-jährige Georgier habe seine Frau töten wollen, weil diese die Ehe beenden wollte und diese kein selbstbestimmtes Leben führen sollte, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Tonndorf. Er habe sich durch die Trennung in seinem Stolz und seiner Ehre verletzt gefühlt. »Sie sind kein Monster«, sagte Tonndorf zu dem Angeklagten. »Sie sind ein Mensch, der schwere Schuld auf sich geladen hat.«

Lebensgefährliche Verletzungen

Zu Beginn des Prozesses hatte sich der Angeklagte über seinen Verteidiger zu der Tat bekannt und gesagt, dass er diese bereue. Der Mann konnte demnach das Zerbrechen seiner langjährigen Ehe nicht begreifen und sei in einer tiefen Lebenskrise gewesen, die er nicht habe bewältigen können.

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Laut Anklage war der 47-Jährige am 16. März dieses Jahres mit einer Flasche Benzin in die Straßenbahn gestiegen, mit der seine Frau immer zur Arbeit fuhr. Innerhalb weniger Sekunden habe er das Benzin der ahnungslosen Frau ins Gesicht geschüttet und sie angezündet. Die Frau erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. In der Ehe soll es laut Staatsanwaltschaft zuvor immer wieder zu Gewalthandlungen gekommen sein.

Erst vergangene Woche war ein neues Bundeslagebild zu »Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten« vorgestellt worden. Die Zahl der Straftaten gegen Frauen und Mädchen hat demnach zugenommen. In Deutschland seien im vergangenen Jahr 308 Frauen und Mädchen gewaltsam getötet worden, 191 davon durch Partner, Ex-Partner, Bekannte oder Familienmitglieder. 2024 wurden demnach insgesamt 859 Frauen und Mädchen Opfer versuchter und vollendeter Tötungsdelikte. Im Vorjahr waren es 938 Fälle gewesen, 340 endeten tödlich. Anders als bei den Tötungsdelikten stiegen bei allen anderen gegen Frauen gerichteten Straftaten im vergangenen Jahr die registrierten Opferzahlen.

bbr/dpa