»Wir wollen rein! Wir wollen rein!«
Aufruhr in Gelsenkirchen: Nach dem Einbruch in den Tresorraum einer örtlichen Sparkassenfiliale versuchten sich besorgte Kunden am Dienstag Zutritt zu verschaffen. SPIEGEL-Reporter Lukas Eberle war dabei.
Lukas Eberle, SPIEGEL: »Seit heute Morgen um acht Uhr warten die Menschen hier hinter mir vor der Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen. Sie hätten gerne Infos, was mit ihren Schließfächern ist. Ob die aufgebrochen wurden oder nicht, ob sie ihr Erspartes noch haben oder nicht. Das Problem ist nur, es wird hier heute wahrscheinlich keine Infos geben. Die Menschen kommen nicht in die Filiale rein.«
Polizeidurchsage: »Hier spricht die Polizei. Die Filiale wird heute nicht mehr geöffnet. Sie erhalten weitere Informationen über das Onlineportal der Sparkasse. Dort wird eine Hotline-Nummer freigeschaltet, an die sich wenden können. Hier vor Ort erhalten Sie keine Informationen.«
Über ein Parkhaus hatten sich Unbekannte Zugang zur Sparkasse verschafft. Mit einem Spezialbohrer gelang ihnen durch ein Loch in der Wand der Zutritt in den Tresorraum. Dort brachen sie mehrere Schließfächer auf. Entdeckt wurde der Einbruch am frühen Montagmorgen. Eine Sicherheitsfirma hat die Filiale abgesperrt. Doch die aufgebrachten Bankkunden wollten sich nicht abweisen lassen.
»Was wollt ihr verheimlichen?«
Lukas Eberle, SPIEGEL: »Ich konnte mich gerade auch mit ein paar Kundinnen und Kunden unterhalten. Zum Beispiel mit drei Frauen, die türkische Wurzeln haben. Und die haben mir erzählt, dass sie nicht nur Bargeld in ihrem Schließfach haben, sondern auch sehr viel Goldschmuck. Das ist Schmuck, den sie selbst zur Hochzeit geschenkt bekommen haben. Oder den sie weiterverschenken wollten an ihre Töchter und an ihre Schwiegertöchter, wenn die dann mal heiraten. Es sind Gegenstände im Wert von bis zu 100.000 Euro. So erzählten mir das die Frauen. Und sie haben natürlich jetzt große Angst und große Sorge, dass das alles weg ist.«
Wie hoch der Schaden tatsächlich ist und wer hinter dem Bankraub steckt, ist bislang unklar.