Nach dem Einbruch in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen mit einem mutmaßlichen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe beginnt die Polizei in der Stadt mit den Vernehmungen der etwa 3000 Geschädigten.
Durch die hohe Zahl der Betroffenen ist das aufwendig, für die Befragungen der Menschen hat die Behörde eigens Büroräume angemietet. In einer Pressemitteilung bittet das Polizeipräsidium bereits vorab um Verständnis dafür, dass sich die Vernehmungen über mehrere Wochen hinziehen werden.
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Um vernommen zu werden, müssen sich die Geschädigten laut der Pressemitteilung an eine Hotline wenden: Unter 0209 365 1661 können Termine zur Vernehmung vereinbart werden. Die Polizei betont, dass sie selbst keine Geschädigten telefonisch kontaktiere – der Erstkontakt müsse von den Betroffenen ausgehen.
Bei den Terminen sollen Geschädigte Angaben zum Inhalt ihrer Schließfächer machen, da weiterhin unklar ist, was die vermuteten sechs bis sieben Täter in den Tagen nach Weihnachten aus den rund 3100 Schließfächern, die sie aufbrachen, entwendeten. Dabei ließen die Einbrecher Hunderttausende Gegenstände und Dokumente in dem Tresorraum zurück, die jetzt einzeln auf Spuren untersucht und den Besitzern zugeordnet werden müssen. Dafür hat die Behörde im Sparkassenkeller vier »Bearbeitungsstraßen« aufgebaut.
Der Arbeitsaufwand für die Polizei ist enorm, die eingesetzte BAO (Besondere Aufbauorganisation) »Bohrer« besteht aus etwa 230 Beamten, die sich ausschließlich um den Einbruch kümmern. Neben den nun beginnenden Vernehmungen und der aufwendigen Spurensuche im Sparkassenkeller müssen etwa 11 Millionen Datensätze aus Funkzellenabfragen und rund acht Terabyte Videomaterial ausgewertet werden.
Zu den am Montag beginnenden Vernehmungen sollen laut der Polizei die Geschädigten möglichst allein erscheinen und relevante Unterlagen oder Beweise mitbringen, die belegen, was sie in den Schließfächern verwahrt hatten.
Um die Opfer des Einbruchs buhlen inzwischen verschiedene Anwaltskanzleien. So ist einem Medienbericht zufolge am heutigen Samstagabend in einem Raum in der Arena auf Schalke, dem Stadion des Fußballzweitligisten Schalke 04, eine Informationsveranstaltung des Dattelner Anwalts Daniel Kuhlmann geplant.
Kuhlmann sagte dem WDR, jeder könne kommen, um sich über die Möglichkeiten »eines Schadensersatzes per Klage zu informieren«. In der kommenden Woche plant der Anwalt dem Bericht zufolge, die ersten Zivilklagen beim Landgericht Essen einzureichen.
(Eine umfangreiche Rekonstruktion des Falles lesen Sie hier.)
