SpOn 29.12.2025
16:59 Uhr

Gelsenkirchen: Tumulte nach Tresoreinbruch in Sparkasse in Buer


Die Polizei in Gelsenkirchen ist nach dem Einbruch in einen Tresorraum einer Sparkasse nicht nur mit der Ermittlung der Täter beschäftigt. Beamte haben aufgebrachte Bankkunden aus dem Gebäude entfernt.

Gelsenkirchen: Tumulte nach Tresoreinbruch in Sparkasse in Buer

Viel Arbeit für die Polizei in Gelsenkirchen: Das gewaltige Loch in einem Tresorraum und durchsuchte Schließfächer haben zahlreichen Bankkunden offenbar Sorgen bereitet. Kurz nach dem Bekanntwerden des spektakulären Einbruchs sind schätzungsweise 200 Personen zu der betroffenen Sparkassen-Filiale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer gekommen, um nähere Informationen zu bekommen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Der Andrang war demnach so groß, dass Polizisten anrückten und den Vorraum der Bank räumten. Einige Menschen waren aufgebracht. Es folgten immer wieder Lautsprecherdurchsagen der Polizei, um die Situation zu beruhigen. Eine Polizistin erklärte den versammelten Menschen, dass die Sparkasse in den nächsten Tagen proaktiv auf die Kunden zukommen werde. Dies könnte mehrere Tage dauern, weil die Spurensicherung noch laufe.

Zunächst hatten sich etwa 30 Kunden im Vorraum der Filiale eingefunden. Mehrere von ihnen baten dabei um Auskunft, ob sie von dem Einbruch betroffen seien. Auch ging es um die Frage, ob man als Betroffener sein Schließfach in Augenschein nehmen könne. Ein Mitarbeiter der Sparkasse verneinte das demnach. Die Filiale bleibt bis auf Weiteres geschlossen, wie auf einem Schild zu lesen war.

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Die Polizei sichere immer noch Spuren, sagte ein Sprecher der Sparkasse Gelsenkirchen der dpa. Man habe noch keinen Überblick, wie viele Schließfächer von dem Einbruch betroffen seien. Die Kunden warteten auf Informationen, da sei man aber auch teilweise abhängig von der Polizei.

So lief der Coup wohl ab

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler haben sich der oder die Täter über ein Parkhaus Zugang zu dem Sparkassengebäude verschafft. Der Weg führte dann durch einen Archivraum, an dessen Wand schließlich ein Durchbruch zu dem Tresorraum gelang. Dabei kaum ein Spezialbohrer zum Einsatz. »Den Bohrer kriegen sie nicht im Baumarkt«, verdeutlichte ein Sprecher der Polizei.

Auf einem von der Polizei veröffentlichten Foto sind zahlreiche auf den Boden geworfene Akten im Archivraum zu sehen. An den Wänden rechts und links stehen Holzregale. In der Mitte an der Wand klafft das kreisrunde Loch zum Tresorraum in der Wand. Auch zahlreiche Ziegelsteine fehlen an der Stelle.

Beamte der Spurensicherung am Tatort in Buer

Beamte der Spurensicherung am Tatort in Buer

Foto: Christoph Reichwein / dpa

Die Einbruchsspuren im Keller des Wohn- und Geschäftshauses, das zentral im Stadtteil Buer liegt, wurden in der Nacht infolge eines Brandmeldealarms von den alarmierten Einsatzkräften entdeckt. Feuerwehrleute und auch Polizisten durchsuchten das Gebäude, um ein mögliches Feuer aufzuspüren. Dabei stießen die Beamten auf Hinterlassenschaften der Täter oder des Täters.

Die Ermittlungen zur Schadenshöhe werden einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn dazu müssen die Ermittler wissen, was aus den Schließfächern gestohlen worden ist. Zuvor soll die Bank Kontakt mit betroffenen Kunden aufnehmen.

Zeitpunkt des Einbruchs weiter unklar

Viele Fragen sind noch offen. Unklar ist etwa, warum die Brandmeldeanlage in der Nacht Alarm auslöste. Aber auch die Frage, wann genau der filmreife Einbruch über die Bühne ging, muss noch geklärt werden. Es kämen die Weihnachtsfeiertage und das vergangene Wochenende in Betracht.

»Bislang unbekannte Täter haben die Ruhe der Weihnachtstage genutzt, um dort mit einem großen Bohrer ein Loch in einen Tresorraum zu bohren und die darin befindlichen Wertschließfächer zu durchsuchen«, erklärte die Polizei.

Die Polizei sucht Zeugen, die verdächtige Geräusche in den vergangenen Tagen gehört haben. So sollen unter anderem die Bewohner des Wohn- und Geschäftshauses befragt werden. Eine Dame in einem Café neben der Bank sagte der dpa, sie habe in der Nacht zwei Detonationen gehört. Sie ist nach eigenen Angaben eine Nachbarin in der Nähe des Parkhauses.

svs/dpa