Die Polizei hat nach Abschluss ihrer Arbeit im Tresorraum der Sparkasse in Gelsenkirchen Fotos veröffentlicht, die das Chaos nach dem spektakulären Einbruch zeigen. Unter anderem sind Hunderte Kassetten aus den Schließfächern zu sehen, die auf dem Boden verteilt sind.
Boxen und Unterlagen auf dem Boden der Sparkasse
Foto: Polizei Gelsenkirchen / dpa»Nachdem die Polizei nun insgesamt mehrere Hunderttausend Gegenstände vorsortiert, katalogisiert und fotografiert hat, konnten zahlreiche Spuren gesichert werden. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Gegenstände detailliert erfasst«, hieß es in einer Mitteilung .
Die Bilder seien unmittelbar, nachdem das Bohrloch in der Wand des Archivraums entdeckt worden sei, aufgenommen worden, so die Behörde. Details sind gepixelt.
Blick durch das gebohrte Loch in den Archivraum
Foto: Polizei Gelsenkirchen / dpa»Die Bilder zeigen den Tresorraum aus mehreren Perspektiven und geben einen Einblick, welche Dimension die Arbeit im und am Tresor mit sich zog«, heißt es weiter.
Geöffnete Schließfächer und Chaos im ganzen Raum
Foto: Polizei Gelsenkirchen / dpaEin weiteres veröffentlichtes Foto zeigt den Tresorraum in seinem aktuellen Zustand. »Alle Gegenstände befinden sich in sicherer Verwahrung der Polizei. Die tatsächliche Freigabe des Tatorts und die Herausgabe aller Gegenstände erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.«
Der Tresorraum nach Abschluss der Tatortarbeiten
Foto: Polizei Gelsenkirchen / dpaPolizei: Schon 1200 Geschädigte vernommen
Nun gehe es auch um die Vernehmung geschädigter Schließfachinhaber: »In den vergangenen Wochen wurden etwa 1200 Geschädigte vernommen, weitere Hunderte Termine wurden bereits vereinbart. Alle geschädigten Schließfachinhaberinnern und -inhaber sind Zeugen in einem Strafverfahren und müssen vernommen werden.«
Zahlreiche Sparkassenkunden hatten über Anwälte und bei der Polizei angegeben, wesentlich höhere Summen als 10.300 Euro in ihren jeweiligen Schließfächern gelagert zu haben. Schätzungen gehen davon aus, dass das Diebesgut womöglich mehr als hundert Millionen Euro wert sei.
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Die Polizei Gelsenkirchen wies noch einmal auf eine Telefon-Hotline für Schließfachbesitzer hin (0209 365 1661). Zudem würden schriftliche Vorladungen an geschädigte Kundinnen und Kunden versandt, so die Ermittler. Grundsätzlich sei das Erscheinen freiwillig, »auf Anordnung der Staatsanwaltschaft kann jedoch eine Pflicht zum Erscheinen und zur Aussage erwachsen.« Für die Ermittlungen sei es entscheidend, dass alle geschädigten Kundinnen und Kunden vernommen werden.
Die Polizei geht nach eigenen Angaben mehr als 600 Hinweisen nach, um diese auf neue Ermittlungsansätze zu überprüfen. Lesen Sie hier die SPIEGEL-Rekonstruktion des Einbruchs.