SpOn 04.02.2026
14:11 Uhr

Gefahr durch Giftstoff Cereulid: Nestlé weitet Rückruf von Säuglingsnahrung aus


Der Skandal um Verunreinigungen in Babynahrung weitet sich aus: Nestlé ruft noch mehr Produkte zurück. Französische Behörden prüfen, ob der Tod zweier Säuglinge mit möglichen Giftstoffen zusammenhängt.

Gefahr durch Giftstoff Cereulid: Nestlé weitet Rückruf von Säuglingsnahrung aus

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat seinen bereits großangelegten Rückruf von Säuglingsnahrung ausgeweitet. Zuvor hatte Frankreich ‌den Grenzwert für das Toxin Cereulid gesenkt.

Cereulid ist ein von bestimmten Bakterien produziertes Gift. Ist die Dosis zu hoch, können 30 Minuten bis sechs Stunden später Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Säuglinge reagieren dabei deutlich empfindlicher als Erwachsene. Das Toxin war in Zutaten aus einer chinesischen Fabrik nachgewiesen worden. Die ⁠Fabrik ‍beliefert zahlreiche Hersteller von Säuglingsnahrung, darunter auch Danone und Lactalis. Die Funde haben in Dutzenden von Ländern zu Rückrufen ​geführt.

Nestlé teilte mit, betroffen von der Rückrufaktion sei nun eine weitere Charge der Marke Guigoz.

Inzwischen hat sich auch die französische Justiz eingeschaltet. ⁠Diese prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod zweier Säuglinge und zurückgerufenen Guigoz-Produkten, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das französische Gesundheitsministerium und Nestlé erklärten jedoch, es gebe zum ⁠jetzigen Zeitpunkt keine Beweise für einen solchen Zusammenhang. Ergebnisse würden in den kommenden Tagen erwartet.

Nestlé hatte ‍bereits im Januar und Dezember Chargen von Guigoz und anderen Marken zurückgerufen.

Mehr zum Thema

EU-Behörde hatte Richtwert vorgeschlagen

Frankreich hatte ‌den Grenzwert für Cereulid ‍am Samstag nach einem Treffen mit der EU-Lebensmittelbehörde Efsa verschärft. Die Europäische Kommission hatte die Behörde zuvor dazu aufgefordert, eine Empfehlung abzugeben. Efsa hatte daraufhin einen Richtwert für den teils in Milchpulver nachgewiesenen Giftstoff Cereulid vorgeschlagen. Eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung und mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung »könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen«, hieß es in einer Mitteilung . Die Richtwerte der Efsa sollen »Risikomanagern in der EU dabei helfen, zu entscheiden, wann Produkte als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit vom Markt genommen werden sollten«, teilte die Behörde mit.

mmq/Reuters