SpOn 25.11.2025
15:50 Uhr

Gebärmutterhalskrebs: HPV-Impfung verringert Risiko wahrscheinlich enorm


Gebärmutterhalskrebs ist fast immer auf HPV-Infektionen zurückzuführen. Langzeitdaten unterstützen die Annahme, dass eine Impfung gegen Humane Papillomviren das Risiko wahrscheinlich massiv reduziert.

Gebärmutterhalskrebs: HPV-Impfung verringert Risiko wahrscheinlich enorm

Der Großteil der Menschen infiziert sich mindestens einmal im Leben mit Humanen Papillomviren (HPV), einer großen Gruppe von Viren, die Haut und Schleimhäute befallen. Die meisten dieser Viren sind harmlos, doch einige HPV-Typen können Krebs auslösen, wenn es dem Immunsystem nicht gelingt, sie erfolgreich zu bekämpfen.

HPV ist die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und kann auch Krebs an Anus, Penis, Vulva, Vagina und im Rachen verursachen. Auch dank der beharrlichen Forschung von Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der dafür 2008 mit dem Medizin-Nobelpreis geehrt wurde, gibt es inzwischen eine Impfung. In Deutschland ist sie von der Ständigen Impfkommission (Stiko) seit 2007 für Mädchen empfohlen, seit 2018 auch für Jungen.

Da die Impfung noch vergleichsweise neu ist, war lange jedoch nur klar, dass dadurch Krebs-Vorstufen verhindert werden können. Forschende des Cochrane-Netzwerks haben jetzt mithilfe von »Real-World«-Daten aus 225 Beobachtungsstudien aus mehr als 40 Ländern mit Daten von über 132 Millionen Menschen einen weiteren entscheidenden Punkt bestätigt: Geimpfte Frauen haben sehr wahrscheinlich tatsächlich ein geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs . Im Vergleich zu Nichtgeimpften verringerte sich das Krebsrisiko um 80 Prozent, sofern die Person spätestens im Alter von 16 Jahren geimpft worden ist. Die Impfung sei zudem gut verträglich und es gebe keine Hinweise auf schwere unerwünschte Nebenwirkungen.

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Mit zunehmendem Alter sei der Effekt weniger ausgeprägt, weil sich ein Teil der Frauen dann bereits mit den Viren infiziert hat. Den besten Schutz bietet sie, wenn die Impfung bei Jugendlichen vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen ist. Die Stiko empfiehlt sie daher für Jungen und Mädchen zwischen neun und 14 Jahren, die Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel bis zum 17. Lebensjahr, manche auch länger.

»Wir sehen weltweit klare und konsistente Belege dafür, dass HPV-Impfungen Gebärmutterhalskrebs verhindern«, sagt Nicholas Henschke, Co-Autor der Reviews, von der Cochrane Collaboration in London.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 10.000 Menschen an Krebsarten, die durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht werden, 7000 Frauen und 3000 Männer.

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svs