SpOn 13.01.2026
15:56 Uhr

Gaza: Unicef berichtet von hundert getöteten Kindern seit Waffenruhe


Seit Monaten sollen die Waffen im Konflikt zwischen Israel und der Hamas ruhen. Doch immer wieder gibt es Berichte über Gewalt. Offenbar ist die Lage besonders für Kinder gefährlich.

Gaza: Unicef berichtet von hundert getöteten Kindern seit Waffenruhe

Mindestens hundert Kinder sind im Gazastreifen laut dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef seit Inkrafttreten der Waffenruhe bei Einsätzen der israelischen Armee getötet worden. Eine Waffenruhe sei »ein Fortschritt«, aber eine Waffenruhe, in der immer noch Kinder begraben müssten, sei »ungenügend«, sagt Unicef-Sprecher James Elder. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu den Vorwürfen.

Die anhaltenden israelischen Angriffe nach mehr als zwei Jahren Krieg machten das Leben von Kindern im Gazastreifen »unvorstellbar schwer«, sagte Elder. »Sie leben immer noch in Angst.« Der psychologische Schaden bleibe unbehandelt und werde tiefer und schwieriger zu behandeln, je länger die Situation andauere.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine zerbrechliche Waffenruhe zwischen der palästinensischen Terrororganisation Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung  vor.

Im Oktober 2023 hatten Hamas-Kämpfer und verbündete Milizen Israel überfallen und mehr als 1200 Menschen getötet. Etwa 250 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. In dem dadurch ausgelösten Krieg wurden nach Hamas-Angaben im Gazastreifen mehr als 70.000 Menschen getötet. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

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Am 1. Januar hatte die israelische Regierung 37 internationalen Hilfsorganisationen inmitten der weiterhin angespannten humanitären Lage die Zulassung für den Einsatz im Gazastreifen entzogen. Internationale Nichtregierungsorganisationen und humanitäre Hilfe zu blockieren, bedeute die Blockade von »lebensrettender Unterstützung«, sagte Unicef-Sprecher Elder.

Unicef gelang es demnach seit Oktober, mehr Hilfe in den dicht besiedelten Gazastreifen zu bringen. Allerdings brauche es vor Ort Partner, um die Hilfe zu verteilen. Außerdem reiche die Hilfe bislang nicht aus. »Es kann gar nicht genug betont werden, wie viel hier noch zu tun ist«, sagte Elder.

Warum Israel Ärzte ohne Grenzen aus Gaza rauswerfen will, lesen Sie hier .

jml/AFP/Reuters