US-Präsident Donald Trump könnte noch an diesem Mittwoch die Übergangsverwaltung für den Gazastreifen bekannt geben. Das berichten unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters und die »Financial Times« und berufen sich dabei auf Insider. An der Spitze eines 14-köpfigen Gremiums soll laut Reuters und »New York Times« Ali Schaath stehen, der früher stellvertretender Planungsminister der vom Westen unterstützten Palästinenserbehörde war.
Dass das unter internationaler Aufsicht stehende Gremium eingesetzt wird, ist Teil eines von Trump vermittelten 20-Punkte-Plans für den Gazastreifen, der nach dem Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas größtenteils verwüstet ist. Die Konfliktparteien hatten dem Plan im Oktober zugestimmt. Es ist nicht vorgesehen, dass die Hamas in der Übergangsverwaltung vertreten ist.
Stattdessen sollen dem Gremium neben Schaath offenbar Vertreter aus dem Privatsektor und von Nichtregierungsorganisationen angehören. Sowohl die Hamas als auch die mit ihr rivalisierende Fatah-Gruppe von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hätten die Mitgliederliste gebilligt, berichtet Reuters und beruft sich auf Informationen aus ägyptischen und palästinensischen Kreisen. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.
Trump drängt darauf, dass die zweite Phase seines Gazaplans beginnt. Die erste Phase, die einen Waffenstillstand und die Freilassung von Geiseln vorsieht, verläuft allerdings nach wie vor nicht reibungslos. Israel und die Hamas werfen einander Verstöße vor.
- Lizenzentzug für Hilfsorganisationen: Warum Israel Ärzte ohne Grenzen aus Gaza rauswerfen will Von Juliane von Mittelstaedt und Thore Schröder
- Israels Premier bei Trump: Netanyahus Happy End in Mar-a-Lago Eine Analyse von Thore Schröder
- Zerstörung in Gaza: 61 Millionen Tonnen Schutt, neun funktionierende Bagger Von Ferdinand Holsten, Klaas Neumann und Thore Schröder, Hamburg und Tel Aviv
Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen wurden Hunderte Menschen getötet, seit die Vereinbarung gilt. Die Hamas weigert sich weiterhin, ihre Waffen niederzulegen. Die sterblichen Überreste von mindestens einer israelischen Geisel sind immer noch nicht übergeben. Auch die Öffnung des Grenzübergangs Rafah zu Ägypten verzögert sich.
Israels Regierung verbannt 37 internationale Organisationen aus dem Gazastreifen, darunter Ärzte ohne Grenzen. Die Helfer vermuten: Es geht darum, das Leid zu vergrößern und Kritik zu unterdrücken. Lesen Sie hier mehr dazu .
