SpOn 31.01.2026
14:27 Uhr

Gaza: Mindestens 30 Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet


Israelische Angriffe trafen am Samstag mehrere Orte in Gaza-Stadt und Chan Junis, etwa eine Polizeistation und ein Zeltlager. Es sind die tödlichsten Schläge seit Beginn des Waffenstillstands im Oktober.

Gaza: Mindestens 30 Menschen bei israelischen Luftangriffen getötet

Nach Angaben von Krankenhäusern in Gaza sind bei israelischen Angriffen am Samstag mindestens 30 Palästinenser getötet worden. Dies sind die höchsten Opferzahlen seit Beginn des Waffenstillstands im Oktober, der die Kämpfe beenden sollte, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Die Angriffe trafen verschiedene Orte in Gaza, darunter ein Wohnhaus in Gaza-Stadt sowie ein Zeltlager in Chan Junis. Das teilten Mitarbeiter der Krankenhäuser mit, in denen Getötete aufgenommen wurden.

Ein Luftangriff traf unter anderem eine Polizeistation in Gaza-Stadt, brachte mindestens 14 Menschen ums Leben und verletzte weitere, sagte der Direktor der Schifa-Klinik, Mohamed Abu Selmiya. Die Getöteten seien Polizeibeamte, darunter vier Polizistinnen, sowie Insassen der Polizeistation gewesen. Das von der Hamas geführte Innenministerium teilte mit, dass bei dem Angriff auch palästinensische Zivilisten getötet worden seien.

Zerstörtes Polizeigebäude in Gaza-Stadt nach Angriff am Samstag

Zerstörtes Polizeigebäude in Gaza-Stadt nach Angriff am Samstag

Foto: Jehad Alshrafi / AP

Der Angriff auf das Zeltlager in Chan Junis löste nach Angaben des Nasser-Krankenhauses einen Brand aus, der sieben Menschen tötete, darunter einen Vater, seine drei Kinder und drei Enkelkinder. Bei dem Angriff auf das Wohnhaus in Gaza-Stadt sind laut Schifa-Krankenhaus drei Kinder, ihre Tante und ihre Großmutter ums Leben gekommen.

Das Gesundheitsministerium in Gaza hat seit 10. Oktober, dem Beginn des Waffenstillstands, 509 Palästinenser gezählt, die durch israelische Angriffe getötet wurden. Das Ministerium, das Teil der von der Hamas geführten Regierung ist, führt detaillierte Aufzeichnungen über die Opferzahlen, die von UN-Behörden und unabhängigen Experten als allgemein zuverlässig angesehen werden. Beide Seiten werfen sich seit dem Abkommen immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

Am Sonntag soll wichtiger Grenzübergang nach Ägypten öffnen

Die Angriffe gingen damit der geplanten Öffnung des Grenzübergangs Rafah voraus, die Israel für Sonntag angekündigt hatte. Am Freitag hieß es vonseiten der zuständigen israelischen Behörde, dass der Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten »diesen Sonntag in beide Richtungen öffnen« solle, »aber nur für einen begrenzten Personenverkehr«. Die Ein- und Ausreise werde »in Abstimmung mit Ägypten nach vorheriger Sicherheitsüberprüfung der Menschen durch Israel und unter Aufsicht der Mission der Europäischen Union gestattet«.

Der Übergang ist der einzige Weg aus dem Gazastreifen, der nicht durch Israel führt, und eine wichtige Passage für humanitäre Hilfe für die 2,2 Millionen Menschen im zerstörten Palästinensergebiet. Er sollte im Rahmen des seit Oktober geltenden Waffenruhe-Abkommens geöffnet werden, blieb bislang jedoch geschlossen. Die Uno und internationale Hilfsorganisationen hatten daher seit Langem eine Öffnung gefordert.

lki/AP/AFP