Die EU-Kommission steht offenbar kurz davor, den Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland zu erlauben. Das verkündete Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch bei einem Wirtschaftsempfang in Halle. Er habe am Morgen die Nachricht erhalten, dass die EU-Kommission die Kraftwerksstrategie, die Strompreiskompensation und den Industriestrompreis »im großen Umfang« genehmigen werde, sagte Merz.
Der Plan der Bundesregierung sieht vor, dass neue Gaskraftwerke künftig als Reserve einspringen sollen – wenn erneuerbare Energien den Strombedarf nicht decken können. Das soll sogenannte Dunkelflauten betreffen, wenn weder Sonne scheint noch Wind weht.
Im Unterschied zur Kraftwerksstrategie der Vorgängerregierung könnten nun Gaskraftwerke entstehen, die nicht vom ersten Tag an wasserstofffähig seien, erklärte der Kanzler. »Wir haben den Wasserstoff nicht, den wir dafür eigentlich bräuchten.« Es sei mit der EU-Kommission verabredet, dass man die neu entstehenden Kraftwerke später nachrüsten könne. Solange Wasserstoff fehle, könnten die Anlagen jedoch mit Gas laufen.
