Robbie Williams, 51, bekam schon vor gut zwei Jahren seine Doku, um auf Netflix in Unterwäsche seine Sicht der Dinge auszubreiten. (Lesen Sie hier eine Rezension .) Jason Orange, 55, hat sich seit 2014 ganz aus der Musik zurückgezogen. Bleiben die drei übrig gebliebenen Mitglieder von Take That, die nun in einer dreiteiligen Doku-Serie über die große britische Boyband berichten.
Verbliebenes Take-That-Trio: Ihre Sicht der Dinge
Foto: Stuart C. Wilson / Getty ImagesBesonderen Stellenwert in der neuen Netflix-Produktion nimmt Gary Barlow, 55, ein. Er schrieb die Hits von Take That, die keine Coverversionen waren, wie »Pray« oder »Back for Good«. Nach dem Ausstieg von Robbie Williams und der bald folgenden Auflösung der Gruppe wurde Barlow eine große Solokarriere prophezeit, er galt als der neue George Michael.
Doch sein zweites Soloalbum floppte, Gary Barlow verlor 2000 seinen Plattenvertrag. Unterdessen schwebte Ex-Kollege Robbie Williams von Erfolg zu Erfolg. »Ich war unglaublich ehrgeizig, also, ja, ich glaube ich war neidisch«, erinnert sich Barlow in einem neuen Interview für die Doku-Serie. Er habe nicht einmal die Straße entlanglaufen können, ohne dass ihm jemand etwas über Robbie zugerufen hätte.
Bild aus Take Thats Anfangstagen: Leder und nackte Oberkörper
Foto: NetflixFür den Songwriter habe sich eine Phase angeschlossen »von etwa 13 Monaten, in der ich das Haus kein einziges Mal verlassen habe. Und ich habe auch angefangen, zuzunehmen.«
Barlow weiter: »Je mehr ich zugenommen habe, desto weniger haben mich die Leute erkannt. Ich dachte: ›Das ist gut, darauf habe ich gewartet, ein normales Leben zu führen.‹ Also habe ich mich auf eine Mission begeben. Wenn mir Essen unter die Nase kam, habe ich es einfach gegessen … und ich habe den Popstar getötet!«
Die Essstörung, die Gary Barlow in dieser Zeit entwickelte, brachte ihm ein Gewicht von zwischenzeitlich 110 Kilogramm (bei 1,75 Meter Körpergröße). In dieser Phase wurde er in den britischen Medien ziemlich gnadenlos verspottet, und auch Robbie Williams machte Sprüche.
In einem früheren Interview hatte Barlow berichtet, er habe 2003 den Entschluss gefasst, von den Fressattacken und der Bulimie loszukommen. Es habe rund zehn Jahre gedauert, bis er da angekommen sei, wo er hinwollte.
»Blobby« statt Robbie
Nach einem erfolgreichen TV-Dokumentarfilm 2005, an dem Williams nur per Videobotschaft teilnahm, gingen die restlichen vier Take-That-Mitglieder auf lukrative Comebacktour. Alle fünf kamen für das 2010 veröffentlichte Album »Progress« zusammen.
Take That 2005: Comeback zu viert
Foto: PA Ian West / dpa / picture allianceBevor es dazu kommen konnte, waren aber Aussprachen nötig, von denen in der neuen Doku-Serie ebenfalls erzählt wird. Demnach habe sich Robbie Williams von Gary Barlow nicht unterstützt gefühlt, zudem habe dieser über Robbies Gewicht gelästert.
Barlow räumt ein: »Ich habe ihn einmal Blobby genannt statt Robbie« – wohl eine Anspielung auf die rundliche Kunststofffigur Mr. Blobby aus dem britischen Comedyfernsehen der Neunzigerjahre. Reumütig sagt Gary Barlow heute: »Ich geb'’s zu: Das hätte ich nicht tun sollen.«
