Es ist ein großes Smartphone für eine kleine Nische: Am Dienstag hat Samsung Seoul sein erstes doppelt faltbares Smartphone vorgestellt, das Galaxy Z TriFold. Anders als herkömmliche Foldables hat es nicht ein, sondern zwei Scharniere, mit deren Hilfe sich ein zehn Zoll großer Bildschirm entfalten lässt, fast so groß wie der eines iPads.
Von außen ist dem Gerät diese Besonderheit auf den ersten Blick kaum anzusehen. Auf der Vorderseite befindet sich ein 6,5 Zoll großer Bildschirm, so wie man ihn auf vielen aktuellen Smartphones findet.
Präsentatoren halten das TriFold hoch: Ein Zehn-Zoll-Bildschirm im Inneren
Foto: Jung Yeon-Je / AFPLaut Samsung soll das TriFold bereits am 12. Dezember in den Handel kommen, vorerst allerdings nur in Südkorea. Der Preis wird mit 3,59 Millionen Won angegeben, umgerechnet sind das rund 2100 Euro. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass Samsung-Smartphones in Südkorea immer weit günstiger angeboten werden als in Deutschland. Aktuell ist unklar, ob und wenn ja, wann das Gerät in Deutschland angeboten werden soll.
Ein Triple-Akku soll für Ausdauer sorgen
Die Konstruktion des faltbaren Bildschirms samt der beiden unterschiedlichen Scharniere wirkt technologisch ausgesprochen anspruchsvoll. Die drei Gehäuseteile sind mit 4,2 sowie 4,0 und 3,9 Millimeter ausgesprochen dünn. Dennoch steckt in jedem davon ein Akku. Die Kapazität der drei Stromspeicher addiert sich auf beeindruckende 5600 Milliamperestunden (mAh), substanziell mehr als der 4400 (mAh), die dem Galaxy Z Fold 7 (hier unser Testbericht) zur Verfügung stehen.
Einen Teil davon dürfte jedoch das große Aufklapp-Display schlucken. Mit einer Auflösung von 2160 × 1584 Pixel liegt es auf Tablet-Niveau und soll sich auch so nutzen lassen. So kann man darauf etwa drei Smartphone-Apps nebeneinander laufen lassen, mehrere Apps in Fenstern über den Bildschirm platzieren oder eine App im Vollbildmodus nutzen.
Vorstellung in Seoul: Drei Apps nebeneinander
Foto: Jung Yeon-Je / AFPEine Besonderheit: Samsungs DeX-System lässt sich auf dem TriFold ohne externen Bildschirm nutzen. Das Unternehmen positioniert DeX als eine Möglichkeit, Smartphones wie PCs für Büroarbeiten zu verwenden. In Kombination mit einer Bluetooth-Tastatur könnte das Dreibildschirm-Handy tatsächlich zu einem mobilen Arbeitsplatz werden.
Nicht gerade schlank
Verwunderlich ist bei all dem Aufwand, dass in dem High-End-Gerät noch derselbe Chip steckt wie im Galaxy S25, das seit fast einem Jahr auf dem Markt ist. Ein Nachfolgemodell hat Chiphersteller Qualcomm längst vorgestellt, Firmen wie Xiaomi bauen es bereits in ihre Smartphones ein.
Weniger verwunderlich ist, dass das Galaxy Z TriFold trotz seiner Hightech-Bauweise und den drei ultraflachen Gehäuseteilen in Summe ein dicker Klopper ist. Zusammengeklappt kommt es auf 12,9 Millimeter, das sind fast fünf Millimeter mehr als beim nicht-faltbaren Galaxy S 25 Ultra. Mit einem Gewicht von 309 Gramm dürfte es zudem ziemlich schwer in der Tasche liegen.
Triple-Falter: Zusammengeklappt 12,9 Millimeter dick
Foto: Kim Hong-Ji / REUTERSZweiter sein, Erster werden
Das Galaxy Z TriFold zeigt einmal mehr, wie sehr Samsung daran glaubt, dass faltbare Smartphones eines Tages das nächste große Ding sein werden. Seit sechs Jahren hält der Konzern daran fest. Trotzdem haben die sogenannten Foldables es bisher nur auf einen Marktanteil von zwei bis drei Prozent gebracht, den sich die Koreaner mit Firmen wie Huawei und Honor teilen müssen.
Im Wettlauf um das erste Triple-Bildschirm-Smartphone musste sich Samsung bereits dem Huawei-Konzern geschlagen geben. Das chinesische Unternehmen präsentierte sein Mate XT bereits vor mehr als einem Jahr in China und dann im März 2025 erneut auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Obwohl anfangs sogar ein Euro-Preis angegeben wurde – 3500 Euro – ist es bis heute nicht über die herkömmlichen Anbieter verfügbar.
Abzuwarten bleibt, wie es um die Verfügbarkeit des Galaxy Z TriFold stehen wird, wenn es, vermutlich im Januar, auch in anderen Ländern als Südkorea in den Handel kommt. Doch große Umsätze dürften bei diesem Modell ohnehin nicht die primäre Motivation des Samsung-Chefs sein. Stattdessen dürfte es darum gehen, zu zeigen, was man kann und wo man einen technologischen Vorsprung vor der Konkurrenz hat.
Da könnten auch Gerüchte eine Rolle spielen, wonach Apple im kommenden Jahr ein faltbares iPhone vorstellen will. Sollte das tatsächlich passieren, hätte Samsung mit dem TriFold die größere Trumpfkarte auf der Hand.



