SpOn 14.02.2026
17:42 Uhr

Fußball-Bundesliga: FC Bayern hält seinen Vorsprung – Werder Bremen in Gefahr


Bayerns Harry Kane schießt Bremen tiefer in die Krise. Staunen kann man besonders über die TSG Hoffenheim. Und in Hamburg hat ein Stürmer seinen Mario-Gomez-Moment.

Fußball-Bundesliga: FC Bayern hält seinen Vorsprung – Werder Bremen in Gefahr

Das gestrenge Auge: Für diese Bundesliga-Konferenz am 22. Spieltag hatte sich der Streamingdienst Dazn etwas Besonderes einfallen lassen: Schiedsrichter-Boss Knut Kircher saß mit am Kommentatorentisch und gab live seine Meinung zu strittigen Entscheidungen ab. Im klassischen Schiedsrichter-Deutsch: »Am Ende des Tages ist diese Grafik dafür da, die strafbaren Körperteile aufzulösen.«

Die Resultate des Spieltags: Werder Bremen verliert gegen den FC Bayern 0:3 (0:2), Eintracht Frankfurt gewinnt gegen Borussia Mönchengladbach 3:0 (2:0). Zudem: Hamburger SV – Union Berlin 3:2 (2:1), 1899 Hoffenheim – SC Freiburg 3:0 (0:0), Bayer Leverkusen – FC St. Pauli 4:0 (2:0). Die Bayern behalten in der Tabelle ihren Sechs-Punkte-Vorsprung vor Borussia Dortmund.

Die Bayern eben: Der BVB hatte am Freitagabend beim 4:0 über Mainz 05 vorgelegt, und plötzlich sah die Tabelle so aus, als habe der FC Bayern einen veritablen Verfolger: Drei Punkte Abstand, das ist wirklich nicht viel. Bevor aber der Titelkampf neu ausgerufen werden kann, machte der Münchner Stürmer Harry Kane in Bremen kurzen Prozess. Seine beiden Treffer sorgten für ein frühes 2:0, und sechs Punkte Abstand liest sich dann schon wieder ganz anders. Irgendwie mag man es sich nicht vorstellen, dass diese Saison oben noch spannend werden kann.

Elfer rein: Zum 23. Mal trat Kane zu einem Bundesliga-Elfmeter an, und zum 23. Mal verwandelte er. Der Engländer ist ein Phänomen, aber wem sagt man das?

Lynen oder Lienen: Vor dem 0:1 hatte Werder-Verteidiger Serine Lynen Bayerns Lennart Karl ziemlich plump im Strafraum ein Bein gestellt. Und auch vor dem 0:2 sah der Belgier unglücklich aus, als er sich den Ball vom eigenen Strafraum wegspitzeln ließ. Der Name Lynen hat im Weserstadion eben keinen guten Klang, auch wenn Ewald Lienen, dem einst in Bremen der Oberschenkel aufgeschlitzt wurde, sich anders schreibt.

Zwölfmal ist Bremer Recht: Zum zwölften Mal nacheinander hat Werder Bremen nicht gewonnen, auch mit dem neuen Trainer Daniel Thioune geht die Talfahrt zunächst weiter. Werder ist mittlerweile auf den Relegationsplatz gerutscht. Aber es gibt Hoffnung: In der kommenden Woche heißt der Gegner St. Pauli, der Tabellen-17. Wenn es dann nicht klappt mit dem Sieg, dann vermutlich nie mehr.

Riera-rutsch: Das erste Heimspiel des neuen Eintracht-Trainers Albert Riera stand lange gar nicht so wirklich unter einem guten Stern. Die Gäste aus Mönchengladbach waren über weite Teile der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, aber davon kann man sich bekanntlich nichts kaufen. Die Tore machte Frankfurt durch Nathaniel Brown und Ayoube Amaimouni-Echghouyab, wie so oft laienhaftes Borussen-Abwehrverhalten inklusive. Gladbacher Valentinstagsgeschenke.

Es wird brenzlig: Es ist das sechste erfolglose Spiel der Gladbacher nacheinander. Die Borussia hängt bei 22 Punkten fest, der Abstand nach unten wird nur deswegen noch nicht geringer, weil die anderen Abstiegskandidaten auch nicht gewinnen. Aber alles spricht für die nächste frustrierende Gladbacher Saison.

Szene des Spieltags: Sie spielte sich im Volksparkstadion in der 45. Minute ab. Berlins Andrej Ilic lief auf das leere Tor zu, weil sich Hamburgs Torwart Heuer Fernandes beim Herauslaufen komplett verschätzt hatte. Und was macht der Mann? Er schob den Ball am sperrangelweit offenstehenden Hamburger Tor vorbei. Der Frank-Mill-Mario-Gomez-Moment des Andrej Ilic. Im Gegenzug schoss der HSV durch Niclas Capaldo das 2:1. Etwas besser endete der Nachmittag dann trotzdem noch für Ilic. Er traf immerhin noch zum 2:3 und sorgte so für Spannung in der Schlussphase.

Baumgarts Moment: Steffen Baumgart hatte beim Hamburger SV eine bestenfalls halbgute Zeit, jetzt kehrte der Trainer mit Union zurück, und siehe da: Der HSV kann doch gewinnen, wenn Baumgart an der Seitenlinie steht. Für Union geht die Sieglos-Serie im Jahr 2026 weiter. Die Mannschaft ist dabei, sich die bis dahin so gute Saison doch noch zu ruinieren.

Das Phänomen Sinsheim: Gegen den SC Freiburg hat die Mannschaft von Trainer Christian Ilzer den achten Heimsieg nacheinander gefeiert, die Mannschaft steht auf Platz drei in der Tabelle. Was soll man sagen: Hoffenheim ist die Mannschaft der Stunde. Je chaotischer es in der Führungsetage zuging, umso erfolgreicher war man auf dem Platz. Vielleicht können andere Klubs daraus lernen.

4:0 für 04: Vor elf Tagen hat Bayer Leverkusen den FC St. Pauli bereits im Pokal souverän besiegt. Jetzt folgte das Sequel in der Bundesliga: Schon nach zehn Minuten hatte Bayer mit zwei Toren die Partie vorentschieden. Die Elf von Kasper Hjulmand ist vorerst Vierter, das ist der Rang, den man am Saisonende in jedem Fall anstrebt. RB Leipzig und der VfB Stuttgart können allerdings an diesem Spieltag noch an Bayer vorbeiziehen.