SpOn 24.01.2026
17:29 Uhr

Fußball-Bundesliga: Bayern München bezieht gegen den FC Augsburg die erste Saisonniederlage


Der FC Bayern kann also doch verlieren. Gegen den FC Augsburg bezog der Tabellenführer seine erste Saisonpleite. Apropos Pleite: Eintracht Frankfurts Krise wird immer heftiger.

Fußball-Bundesliga: Bayern München bezieht gegen den FC Augsburg die erste Saisonniederlage

Bayern-Szene des Spiels: In der 75. Minute fliegt eine Ecke in den Münchner Strafraum, Bayerns Torwart Jonas Urbig und seine Abwehrkollegen segeln kollektiv am Ball vorbei, das lässt sich Arthur Chaves nicht entgehen und köpft zum 1:1 ein. Das kleine bayerische Derby hat seine Überraschung. Wenige Minuten später kam es noch dicker. Aus der Überraschung wird die Sensation. Augsburg schießt noch ein Tor, und die Bayern sind besiegt. Noch einmal in Versalien: DIE BAYERN SIND BESIEGT.

Die Ergebnisse des Spieltags: Die Bayern verlieren gegen den FC Augsburg 1:2 (1:0). Die erste Münchner Saisonpleite am 19. Spieltag. Außerdem spielten: Bayer Leverkusen – Werder Bremen 1:0 (1:0), 1. FC Heidenheim – RB Leipzig 0:3 (0:0), Mainz 05 – VfL Wolfsburg 3:1 (0:1), Eintracht Frankfurt – 1899 Hoffenheim 1:3 (1:0).

Post an Wagner: Was von Ex-Trainer Sandro Wagner in Augsburg geblieben ist? Sein Spruch aus der Hinrunde: »Ich sehe nicht, dass wir weniger Qualität haben als der FC Bayern.« Diese 90 Minuten kann man auch als Post an Wagner im Nachsendeauftrag verstehen. Der FCA verdient sich durch eine couragierte Defensivleistung den Sensationssieg. Sein Nachfolger Manuel Baum wollte den Nachmittag aus Augsburger Sicht zu einem »Do-you-remember-day« machen. Kann man als gelungen bezeichnen.

Ein Neuer-Tag für den Neuer-Ersatz: Bayern-Trainer Vincent Kompany gönnte seinem Stammkeeper Manuel Neuer mal eine Pause. Sein potenzieller Nachfolger Jonas Urbig bekam wieder einmal eine Startelf-Chance und verlebte zunächst eine Stunde, wie ihn das Münchner Torwart-Denkmal so oft in München hatte. Er hatte wenig zu tun und konnte somit schon mal das Neuer-Gefühl trainieren. Bayern-Torwart sein ist eben neben dem Papst-sein der beste Job der Welt. Dann kam die 75. Minute, der Fehler von Urbig, dann drehte das Spiel, und Jonas Urbig ist noch kein Manuel Neuer.

Die große Comeback-Tour: Nach zehn Monaten feierte Alphonso Davies am Samstag seinen ersten Startelf-Einsatz. Und Jamal Musiala hat sein Minutenkonto in dieser Saison auch von drei auf 33 steigern können. Der Japaner Hiroki Ito ist nach seiner langen Verletzungspause schon etwas länger wieder dabei und schien mit seinem 1:0-Kopfballtreffer die Richtung vorzugeben. Von wegen.

Der K.-o.-Schlag: In der 81. Minute geschah es: die Majestätsbeleidigung. Han-Noah Massengo trifft zum Siegtor. Die Unbezwingbaren sind bezwungen.

Im Krisenmodus vereint: Bayer Leverkusen und Werder Bremen hatten im Kalenderjahr 2026 noch kein Spiel gewonnen, für die Gastgeber zumindest hat sich das nunmehr geändert. Lucas Vázquez hat mit Real Madrid fünfmal die Champions League gewonnen, war viermal spanischer Meister, aber das hat er noch nicht erlebt: Ein Torerfolg für Bayer Leverkusen, das 1:0, das er kurz vor der Pause erzielte. Zweifellos ein Höhepunkt seiner Karriere.

Werder - Ouhauerha!: Für die Bremer geht es weiter Schritt für Schritt nach unten. Am elften Spieltag lag das Team von Horst Steffen auf Platz acht mit 15 Punkten. Bis zum jetzigen 19. Spieltag sind nur drei kümmerliche Pünktchen dazugekommen. Werte eines Abstiegskandidaten.

Head of Après-Ski: Red-Bull-Supervisor Jürgen Klopp hat das Gastspiel seiner Leipziger in Heidenheim verpasst, da er Wichtigeres zu tun hatte. Er musste im Zielbereich der Streif in Kitzbühel mit DJ Ötzi und Arnold Schwarzenegger Hintergrundgespräche führen. Wahrscheinlich war er aber auch nur auf dem Weg zum deutlich näher gelegenen Salzburg, um seiner Arbeitspflicht nachzukommen, den dortigen RB-Klub zu begutachten. Er konnte ja nicht ahnen, dass die österreichische Liga noch bis Anfang Februar in der Winterpause ist. Klopp war vorher schon bei der Weißwurst-Party beim Kitzbüheler Stanglwirt, ebenso wie Verona Pooth, Elton, Cathy Hummels und Cheyenne Ochsenknecht.

Was Klopp versäumte: Zunächst zwei Abseitstore der Leipziger, beim dritten Versuch zählte es dann doch: Ridle Baku schlenzte den Ball ins lange Eck zum Erfolg. Antonio Nusa und David Raum machten wenig später mit dem 2:0 und dem 3:0 den Deckel drauf. Ein Leipziger Pflichtsieg, wenn man in die Champions League zurückwill. Die Laune in Heidenheim passt sich dem trüben Januarwetter auf dem Schlossberg an. Es bleibt wohl nur die letzte Hoffnung, dass die Konkurrenz aus Mainz und St. Pauli bis zum Saisonende noch erfolgloser ist. Die Tordifferenz ist mit minus 25 mittlerweile auch im Eimer.

Kannste nicht lernen: Ohne dass seine Mannschaft im europäischen Wettbewerb vertreten ist, steht Wolfsburgs Daniel Bauer ab sofort vor einer Doppelbelastung. Denn seit dieser Woche absolviert er die zwölfmonatige Ausbildung zur DFB-Pro-Lizenz. Die ersten Unterrichtsstunden halfen jedoch nicht, einen Trainer-Altmeister wie Urs Fischer zu bezwingen. Zwar traf bereits nach drei Minuten Wolfsburgs Mohamed Amoura technisch anspruchsvoll per Hacke, doch von da an spielten nur die Mainzer und sammelten Big Points im Abstiegskampf.

Tietz mit spätem Glück: Immer wieder scheiterten die überlegenen Mainzer am starken Kamil Grabara, der auch einen Elfmeter von Mainz-Zugang Phillip Tietz parierte (22.) Und selbst als Grabara einmal geschlagen war, rettete Innenverteidiger Denis Vavro spektakulär auf der Linie (45.+5). Erst bejubelte Tietz dann doch noch seinen Premierentreffer (68.), dann traf Abwehr-Routinier Stefan Bell (73.) und schließlich sicherte ein Handelfmeter vom eingewechselten Nadiem Amiri (83.) den Mainzer Heimsieg.

Nach dem Zeitalter des Dinos: Vier sieglose Spiele, die Entlassung von Trainer Dino Toppmöller, das Aus in der Champions League und die schlechteste Defensive der Liga – Eintracht Frankfurt ist desaströs ins neue Jahr gestartet und steckt in der größten Krise seit Jahren. Gegen die drittplatzierte TSG Hoffenheim konnten auch U21‑Coach Dennis Schmitt und Klubikone Alex Meier an der Seitenlinie die nächste Niederlage nicht verhindern. Gerade in der zweiten Halbzeit zeigte die Eintracht erneut einen Auftritt, der als Abschreckung für jeden neuen Trainer dienen kann.

Theate raus, Theater bleibt: Dabei stand die Frankfurter Defensive lange Zeit stabil und ließ aus dem Spiel heraus kaum etwas zu. Erstmals in dieser Saison fand sich der Belgier Arthur Theate zu Beginn eines Bundesligaspiels auf der Bank wieder. Offensiv hingegen konnte sich die Eintracht auf Winterzugang Arnaud Kalimuendo verlassen, der nach einem grazilen Chipball von Can Uzun den Ball halbhoch ins lange Eck zur Führung einschob (18.). In der zweiten Hälfte drehten die formstarken Kraichgauer die Partie, auch dank Mithilfe der Eintracht-Defensive. Erst trafen Max Moerstedt (52.) und Ozan Kabak (60.) unbedrängt zu Kopfbällen, dann fälschte Theate-Ersatz Aurèle Amenda ins eigene Tor ab. Es war der 42. Gegentreffer der Hessen im 19. Saisonspiel, so früh hatten sie die zuletzt 1984/85 auf dem Konto.

Auf Wowis Spur: Klaus Wowereit, die Älteren erinnern sich, prägte einst den Satz: »Berlin ist arm, aber sexy.« Frankfurts Manager Markus Krösche hat jetzt noch eins draufgesetzt. Gefragt, wie attraktiv es für einen Trainer sei, die derzeit vakante Stelle des Chefcoachs zu übernehmen, sagte er: »Eintracht Frankfurt ist supersexy.« Erfolgsarm, aber supers