SpOn 12.01.2026
15:13 Uhr

Frost und Futtermangel: So helfen Sie Vögeln im Garten und auf dem Balkon


Kälte und fehlende Nahrung erschweren vielen Vögeln das Überleben. Garten- und Balkonbesitzer können die Tiere unterstützen. Finken, Meisen oder Amseln profitieren von unterschiedlichem Futter.

Frost und Futtermangel: So helfen Sie Vögeln im Garten und auf dem Balkon

Für viele heimische Vogelarten sind die dauerhaft niedrigen Temperaturen im Winter eine Belastung. »Ein Singvogel kann in einer frostigen Nacht mehr als zehn Prozent seines Körpergewichts einbüßen«, erklärt Christine Rückmann von der Deutschen Wildtier Stiftung. Anfang Januar seien geschützte Rückzugsorte und ein gutes Nahrungsangebot besonders wichtig.

Natürliche Nahrung aus dem Garten

Wer einen Garten hat, kann Vögeln schon mit einfachen Mitteln helfen. Heimische, fruchttragende Pflanzen liefern auch im Winter Energie. Die Vogelbeere dient etwa mehr als 60 Arten als wichtige Nahrungsquelle. Auch nicht vollständig abgeerntete Obstbäume oder liegen gelassenes Fallobst helfen. Viele Arten, darunter Rotkehlchen, stellen ihre Ernährung in der kalten Jahreszeit teilweise von Insekten auf Samen und Früchte um.

Welches Futter für welche Vögel?

Reicht das nicht aus, ist Zufüttern sinnvoll, allerdings möglichst artgerecht:

  • Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amsel, Zaunkönig oder Star bevorzugen feine Sämereien, Früchte und tierische Kost, etwa Haferflocken, Rosinen oder spezielles Weichfutter mit getrockneten Mehlwürmern.

  • Körnerfresser wie Finken, Spatzen oder Feldsperlinge knacken gern ungeschälte Sonnenblumenkerne, Hanf oder andere Sämereien.

  • Allesfresser wie Meisen, Spechte oder Kleiber kommen mit verschiedenen Körnern zurecht. Für sie eignen sich auch Fett-Körner-Mischungen wie Meisenknödel – allerdings ohne Kunststoffnetze, in denen sich Tiere verheddern können.

Sauber füttern, Krankheiten vorbeugen

Nicht nur das Futter, auch die Futterstelle selbst ist entscheidend. Sie sollte trocken, sauber und möglichst katzensicher sein. Futtersäulen sind besonders hygienisch, da sie Futter vor Nässe schützen und weniger verschmutzen. Futterhäuschen sollten regelmäßig mit einer Bürste und Wasser gereinigt werden, Chemikalien sind tabu. Mehrere kleine Futterstellen sind besser als eine große, weil sich Krankheitserreger so weniger leicht verbreiten.

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»Wer Probleme mit Ratten oder Waschbären hat, die sich das Vogelfutter schnappen, kann die Futterstelle zur Nacht hin ins Haus räumen«, rät Rückmann. »Denn diese Räuber sind meist dämmerungs- und nachtaktiv.«

Keine Angst vor Vogelgrippe

Sorgen wegen der Vogelgrippe sind beim Winterfüttern unbegründet, so die Stiftung. Das Virus betrifft vorwiegend Wasser- und Hühnervögel, nicht typische Gartenvögel. Werden jedoch tote Tiere an der Futterstelle gefunden, könnten andere Krankheiten wie Salmonellen oder Trichomonaden die Ursache sein. Dann gilt: nur mit Handschuhen anfassen, im Plastikbeutel über den Restmüll entsorgen und das Futterhäuschen gründlich reinigen sowie mit stark verdünnter Essigessenz desinfizieren.

alw/dpa