SpOn 15.01.2026
12:38 Uhr

Frontex meldet sinkende Zahl irregulärer Grenzübertritte


Es sei eine »bemerkenswerte Entwicklung«: Die europäische Grenzschutzagentur legt neue Zahlen zu irregulären Grenzübertritten in die EU vor. Der Frontex-Chef sprach dennoch eine Warnung aus.

Frontex meldet sinkende Zahl irregulärer Grenzübertritte

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex soll die EU-Außengrenzen sichern, ist außerdem für Abschiebungen und Rückführungen verantwortlich. Dabei stand sie in der Vergangenheit immer wieder wegen fragwürdiger Methoden in der Kritik . Nun meldet die Behörde, die Zahl der registrierten irregulären Grenzübertritte in die Europäische Union sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Knapp 178.000 Versuche registrierte die Behörde demnach im vergangenen Jahr. Das ist der niedrigste Wert seit 2021.

Frontex bewertet den Rückgang in seinem Bericht als »bemerkenswerte Entwicklung«. Die Behörde warnte aber gleichzeitig, dass die Situation an den Außengrenzen der EU ungewiss bleibe. »Der Trend geht in die richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht«, sagte Frontex-Direktor Hans Leijtens. Die enge Kooperation seiner Behörde auch mit Regierungen und Partnern in Staaten außerhalb der EU habe gute Ergebnisse gebracht.

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner bezeichnete den deutlichen Rückgang als »Ergebnis stärkerer Außengrenzen und wirksamer internationaler Partnerschaften«. Die Migrationsdiplomatie der EU wirke, meint der österreichische Politiker. »Die Zahlen bedeuten, dass weniger Menschen geschleust werden, weniger Menschen Missbrauch erleiden und weniger Leben in Gefahr geraten.«

Frontex-Küstenwachtboot in Griechenland

Frontex-Küstenwachtboot in Griechenland

Foto: Ralf Adler / imageBROKER / picture alliance

Im vergangenen Jahr wurden laut Frontex deutlich weniger irreguläre Versuche, in die EU zu kommen, verzeichnet:

  • auf der westafrikanischen Route minus 63 Prozent,

  • auf der Westbalkanroute minus 42 Prozent

  • und an den östlichen Landgrenzen der EU zu Belarus minus 37 Prozent.

Den Rückgang auf der Westbalkanroute führt Frontex auf verbesserte Sicherheitsmaßnahmen und Kooperation mit Bosnien-Herzegowina zurück.

Die meisten Menschen, die Frontex bei den irregulären Grenzübertritten registrierte, stammen aus Bangladesch, Ägypten und Afghanistan.

Zentrales Mittelmeer ist wichtigste Migrationsroute

Die meistgenutzte Migrationsroute in die EU bleibt den Angaben zufolge der zentrale Mittelmeerraum, auf den 2025 ein knappes Drittel aller irregulären Grenzübertritte entfielen. Häufig wurde auf dieser Route der Weg von Libyen nach Italien gewählt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es hier kaum eine Veränderung: 66.328 Versuche, über das Mittelmeer in die EU zu kommen, verzeichnete Frontex 2025 – ein Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch über das östliche Mittelmeer kamen weniger Menschen, die Zahl der irregulären Grenzübertritte sank um 27 Prozent. Allerdings kamen auf einer Teilroute mehr Menschen: vom Osten Libyens zur griechischen Insel Kreta. Hier verzeichnete Frontex dreimal so viele Versuche wie 2024. Dies zeige, wie schnell sich der Migrationsdruck und bevorzugte Routen wandeln könnten, heißt es in dem Bericht.

Besonders über die westliche Mittelmeerroute – also etwa von Algerien nach Spanien – nahmen die irregulären Überfahrten im vergangenen Jahr zu. Frontex registrierte nach eigenen Angaben 14 Prozent mehr als 2024.

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Einen leichten Rückgang gab es dagegen bei den irregulären Ausreisen nach Großbritannien. Die Zahl der Versuche, über den Ärmelkanal zu kommen, sank demnach um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

ptz/dpa