SpOn 04.03.2026
10:46 Uhr

Friedberg: 15-Jähriger nach Hammerangriff auf Schüler angeklagt


Er soll zwei Jungen mit einem Hammer geschlagen haben: Ein 15-Jähriger ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Mutmaßlich wollte er »Personen mit islamischer Religionszugehörigkeit und mit ausländischer Herkunft« töten.

Friedberg: 15-Jähriger nach Hammerangriff auf Schüler angeklagt

Die Generalstaatsanwaltschaft München hat nach einem Hammerangriff auf zwei Schüler in Friedberg in Bayern Anklage erhoben. Sie wirft einem 15-Jährigen versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor und geht von einer rassistischen Tatmotivation aus.

Der Jugendliche habe im Oktober 2025 auf dem Pausenhof einer Mittelschule »Personen mit islamischer Religionszugehörigkeit und mit ausländischer Herkunft« töten wollen. Mit einem Hammer habe er einem 14-Jährigen mit irakischen Wurzeln und einem 13-Jährigen mit kosovarischen Wurzeln Schläge versetzt. Sie seien leicht beziehungsweise mittelschwer verletzt worden.

Verdächtiger in Untersuchungshaft

Bei dem Angriff kurz vor Schulbeginn hatte der 15 Jahre alte Deutsche den Ermittlern zufolge einen uniformähnlichen Anzug und einen »militärisch wirkenden Helm« getragen. Außer einem Hammer hatte er demnach auch zwei Softair-Pistolen dabei. Ob es zu einem Prozess gegen den 15-Jährigen kommt, entscheidet den Angaben zufolge die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg.

Der Angriff hatte am 2. Oktober einen größeren Einsatz der Polizei rund um die Mittelschule im Zentrum der Stadt in Schwaben ausgelöst. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Beamte waren in den Straßen zu sehen, einzelne Bereiche wurden abgesperrt. Zudem wurde ein Rettungshubschrauber angefordert, der allerdings nicht eingesetzt werden musste.

Mehr zum Thema

Der 15-Jährige war nach Polizeiangaben früher einmal Schüler der Mittelschule. Nach dem Angriff soll er versucht haben, zu flüchten. Allerdings war die Polizei schnell vor Ort und konnte ihn fassen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die beiden verletzten Schüler wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

bbr/dpa