Dieses Bild kennt man: Balljungen und -mädchen werfen Tennisprofis mehrere Bälle zu. Die meisten Spieler befühlen die Bälle vor dem Aufschlag dann erst einmal, ehe sie sich für einen entscheiden. Das kann auch mal dauern. Nicht so bei Alexander Zverev. Die Tennisidole Novak Djokovic und Rafael Nadal könnten ihm vielleicht »ein paar Geheimnisse über die Tennisbälle erzählen«, sagte der Weltranglistendritte und ergänzte lächelnd: »Vielleicht bin ich zu blöd, um es zu erkennen. Aber für mich sind sie alle gleich.«
Der Weltranglistendritte hatte die Frage von Ex-Profi Mats Wilander unmittelbar nach seinem völlig ungefährdeten 6:4, 6:2, 6:2-Sieg in der zweiten Runde der French Open gegen den Tschechen Tomas Machac beantwortet. Bei dem Match schlug er insgesamt 19 Asse. »Ich nehme einfach den ersten (Ball), den ich bekomme. Ich versuche, so hart es geht aufzuschlagen und gewinne den Punkt. Und das ist es.«
Tennisspieler befühlen vor dem Aufschlag oft die Bälle, um den Abnutzungsgrad zu prüfen. Dieser hat Einfluss auf Tempo, Spin und Kontrolle. Obwohl Tennisbälle genormt sind, unterscheiden sie sich minimal in ihrer Härte, ihrem Gewicht und ihrer Filzstruktur voneinander. Das wird bei Aufschlaggeschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde spürbar. Für Zverev aber offenbar nicht.
Wilander wollte von Zverev auch wissen, warum er – anders als viele andere Spieler – zwischen den Ballwechseln so gut wie nie das Handtuch benutzt. »Glücklicherweise schwitze ich nicht so sehr. Das ist eine gute Sache. Ich tue es einfach nicht«, erklärte der gebürtige Hamburger. Im Kampf ums Achtelfinale trifft Zverev nun auf den Franzosen Quentin Halys.
