SpOn 24.02.2026
20:21 Uhr

Freiburg: Sabotagen an Ramadan-Beleuchtung, Rechtsextreme bekennen sich dazu


Die festliche Beleuchtung für den Ramadan wurde zwei Mal beschädigt. Rechtsextreme bekennen sich auf Social Media, der Staatsschutz ermittelt. Nun hat sich auch der Freiburger Oberbürgermeister geäußert.

Freiburg: Sabotagen an Ramadan-Beleuchtung, Rechtsextreme bekennen sich dazu

Nach zwei Zwischenfällen im Zusammenhang mit der Ramadan-Beleuchtung in Freiburg hat der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen übernommen. Ein bislang unbekannter Mann durchtrennte mehrere Kabel einer Lichtinstallation, die anlässlich des muslimischen Fastenmonats angebracht worden war, so die Polizei.

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen sei ein politisches Motiv wahrscheinlich. Die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei Freiburg prüft derzeit die Hintergründe.

Beschädigung am Samstag und Sonntag

Bereits am Samstag hatte eine Zeugin einen vermummten Mann beobachtet, der sich an den Kabeln der Installation zu schaffen machte. Trotz eingeleiteter Fahndung konnte der Tatverdächtige nicht gefasst werden.

Am Sonntag kam es zu einem weiteren Vorfall: Drei Männer sollen ein Banner an der Festbeleuchtung angebracht haben, um den Schriftzug zu verdecken. Eine Zeugin berichtete zudem, dass sich die Beteiligten bei der Aktion gefilmt hätten. Die Polizei stellte das Banner sicher.

»Identitäre Bewegung« reklamiert die Aktion für sich

Kurz nach dem Zwischenfall am Sonntag reklamierte die als rechtsextrem eingestufte »Identitäre Bewegung« die Aktion in den sozialen Netzwerken für sich. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass dieses Bekennerschreiben bekannt sei. Festnahmen gab es demnach zunächst nicht, die Ermittlungen laufen.

Der Vorfall sorgt insbesondere unter muslimischen Frauen für Verunsicherung. Senay Awad vom Sozialdienst muslimischer Frauen berichtet von großer Angst. Viele Betroffene hätten eigene Fluchterfahrungen gemacht, wodurch traumatische Erinnerungen wachgerufen würden.

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Freiburger Oberbürgermeister verurteilt die Vorfälle

In diesem Jahr hatte Freiburg als erste Stadt in Baden-Württemberg eine öffentliche Beleuchtung zum Ramadan installiert. Der Vorfall sorgt über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit.

Der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn hat sich deutlich gegen die beiden Sabotageakte geäußert. Solche Aktionen zielten auf Spaltung, sagt er, doch die Stadt werde das nicht zulassen. Die Vorfälle würden »aufs Schärfste« verurteilt.

dtt/dpa