SpOn 17.02.2026
15:06 Uhr

Frederick Wiseman ist tot: »Titicut Follies«-Regisseur stirbt mit 96 Jahren


Er gehörte zu den einflussreichsten Regisseuren des Dokumentarfilms, in seinen Werken porträtierte er oft den Alltag der Menschen in den USA. Nun ist Frederick Wiseman im Alter von 96 gestorben.

Frederick Wiseman ist tot: »Titicut Follies«-Regisseur stirbt mit 96 Jahren

Mit seinen Dokumentationen deckte Filmemacher Frederick Wiseman Missstände in sozialen Einrichtungen und im Alltag der Menschen in den USA auf. Über nahezu sechs Jahrzehnte drehte er Filme. Nun ist Wiseman mit 96 Jahren gestorben, wie seine Familie und Zipporah Films am Montag mitteilten. Wiseman hatte die Vertriebsgesellschaft 1971 gegründet.

Mehr als 40 Filme hat Wiseman als Produzent oder Regisseur gedreht. Im Jahr 2016 wurde seine Arbeit mit einem Ehren-Oscar geehrt. »Was mich all die Jahre angetrieben hat, ist, dass es Spaß macht und ein Abenteuer ist«, sagte er damals in seiner Dankesrede. »Ständig zu arbeiten hält mich außerdem von der Straße fern – oder zumindest auf den Straßen, die ich mag.«

Wiseman gehöre zu den »einflussreichsten Regisseuren des Dokumentarfilms«, schrieb die »New York Times « über ihn. Für sein Lebenswerk erhielt er 2014 einen Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig.

Fast jedes Jahr ein Film

Geboren wurde Wiseman in Boston, später besuchte er die renommierte Yale Law School. Seine Filmlaufbahn startete er in den Sechzigerjahren. »Seit seiner ersten Dokumentation drehte er nahezu jedes Jahr eine neue«, schreibt der »Hollywood Reporter «.

In »Titicut Follies« (1967) zeigte Wiseman die brutalen Zustände in einer Einrichtung für straffällige psychisch Kranke im US-Bundesstaat Massachusetts. Der Film sei zu einer stilistischen Vorlage für spätere Werke geworden, mit natürlichem Licht und Originalton, ohne Erzählstimme, schrieb die »New York Times«.

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Auch mit Frankreich, wo er zeitweise lebte, befassten sich einige seiner Filme. »Menus Plaisirs – Les Troisgros« feierte 2023 in Venedig Premiere und erzählt die Geschichte der Familie Troisgros und ihrer drei Restaurants – eines davon mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Andere seiner Filme waren »Public Housing« (1997), »Domestic Violence« (2001) und »Ex Libris: The New York Public Library« (2017).

atr/dpa