SpOn 21.12.2025
19:43 Uhr

Frankreich will Europas größtes Kriegsschiff bauen


Trotz angespannter Haushaltslage setzt Emmanuel Macron seine Pläne zur Aufrüstung durch: Der Flugzeugträger »Charles de Gaulle« von 2001 soll ausrangiert werden. Der Nachfolger soll moderner und größer werden.

Frankreich will Europas größtes Kriegsschiff bauen

Frankreich plant den Bau eines neuen Flugzeugträgers und will damit seine Stellung als Seemacht ausbauen. Damit bestätigte Präsident Emmanuel Macron Pläne, die er bereits 2020 vorgestellt hatte. Das neue Schiff soll den alternden Flugzeugträger »Charles de Gaulle« ersetzen und fast doppelt so schwer sein.

Macron sagte vor Soldaten auf einem französischen Militärstützpunkt in Abu Dhabi, die Entscheidung für das Projekt sei in dieser Woche gefallen. »In Zeiten von Aggressoren müssen wir stark sein, um gefürchtet zu werden. Ich habe beschlossen, Frankreich mit einem neuen Flugzeugträger auszustatten«, zitierten französische Medien den Präsidenten.

Projekt soll 10,25 Milliarden Euro kosten

Das Projekt trägt den Namen »Porte-Avions Nouvelle Génération« (PANG). Die Regierung rechnet mit Kosten von rund 10,25 Milliarden Euro. Der Flugzeugträger wird rund 80.000 Tonnen verdrängen und damit fast doppelt so schwer sein wie sein Vorgänger »Charles de Gaulle«. Er soll etwa 310 Meter lang und 85 Meter breit werden. An Bord sollen bis zu 30 Kampfflugzeuge operieren, zudem ist Platz für rund 2000 Besatzungsmitglieder vorgesehen.

Das ​Schiff wäre das größte jemals in Europa gebaute ‌Kriegsschiff. Außer ⁠Frankreich verfügen in Europa nur Großbritannien, Italien und Spanien über Flugzeugträger. Die USA besitzen elf dieser Schiffe, China drei.

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Frankreichs Verteidigungsministerin Catherine Vautrin teilte auf X  mit, dass Frankreich den neuen Flugzeugträger bis 2038 fertigstellen will. Ab dann soll die »Charles de Gaulle« außer Dienst gehen. Sie nahm 2001 ihren Betrieb auf, rund 15 Jahre nach der Auftragserteilung.

Das Vorhaben gilt als umstritten. Abgeordnete aus der politischen Mitte und dem gemäßigten linken Lager forderten zuletzt, das Projekt zu verschieben. Sie verweisen auf die angespannte Haushaltslage.

lkö/dpa/Reuters