Der gewaltsame Tod eines rechten Aktivisten in Lyon beschäftigt Frankreich nicht nur innenpolitisch, sondern bekommt nun auch eine außenpolitische Dimension. Frankreich will US-Botschafter Charles Kushner, den Vater von Trump-Schwiegersohn Jared, einbestellen. Das teilte Außenminister Jean-Noël Barrot unter anderem laut der Zeitung »Le Monde« mit.
»Wir werden den Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich einbestellen, da die US-Botschaft in Frankreich sich zu dieser Tragödie geäußert hat …, die die nationale Gemeinschaft betrifft«, so Barrot. »Wir lehnen jeden Versuch ab, diese Tragödie … für politische Zwecke zu instrumentalisieren.«
Auslöser sind offenbar Onlinekommentare einer Abteilung des US-Außenministeriums zum Fall des getöteten rechten Aktivisten Quention Deranque. Das »Antiterror-Büro« des Ministeriums hatte auf X behauptet, dass »gewaltsamer Linksextremismus auf dem Vormarsch sei« und dessen Rolle im Tod von Deranque zeige, welche Gefahr er für die öffentliche Sicherheit darstelle.
»Wir werden die Lage weiterhin beobachten und erwarten, dass die Gewalttäter vor Gericht gestellt werden«, hieß es weiter. Das US-Außenministerium teilte den Post.
Reports, corroborated by the French Minister of the Interior, that Quentin Deranque was killed by left-wing militants, should concern us all. Violent radical leftism is on the rise and its role in Quentin Deranque’s death demonstrates the threat it poses to public safety. We will…
— State Dept CT Bureau (@StateDeptCT) February 19, 2026
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Barrot gab an, dass er neben der Causa Deranque weitere Themen mit Kushner besprechen werde. Darunter fallen demnach die von den USA angekündigten Sanktionen gegen Thierry Breton, einen ehemaligen EU-Kommissar, der für die Überwachung der Social-Media-Regeln zuständig war, sowie gegen Nicolas Guillou, einen französischen Richter am Internationalen Strafgerichtshof.
Barrot sagte, beide Männer seien Ziel »ungerechtfertigter und nicht justiziabler« Sanktionen.
Deranques Tod hat in Frankreich Bestürzung ausgelöst. Am Samstag gab es Gedenkmärsche in Lyon. Gegen sieben Personen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Unter ihnen ist ein ehemaliger Mitarbeiter eines Abgeordneten der linksgerichteten Partei LFI. Die Partei hat die Tötung verurteilt.

