SpOn 12.02.2026
10:53 Uhr

Frankreich, Spanien, Portugal: Alarmstufe Rot wegen Sturmtief »Nils«


Wegen heftigen Sturms gilt in Teilen von Frankreich und Spanien die höchste Unwetterwarnstufe. Ein Mensch ist gestorben, Hunderttausende Haushalte sind ohne Strom. In Portugal brach ein Deich – mit drastischen Folgen.

Frankreich, Spanien, Portugal: Alarmstufe Rot wegen Sturmtief »Nils«

Bei einem heftigen Sturm ist in Frankreich eine Person ums Leben gekommen. Zahlreiche Haushalte sind von der Stromversorgung abgeschnitten. Angaben von Innenminister Laurent Nuñez zufolge  starb der Mensch in der Nacht im Südwesten Frankreichs. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen Lastwagenfahrer, dessen Fahrzeug von herunterstürzenden Ästen getroffen wurde.

Rund 850.000 Haushalte im Süden des Landes waren am frühen Morgen ohne Strom, wie französische Medien unter Verweis auf Versorger Enedis berichten. Wegen des Sturms »Nils« gilt in fünf französischen Départements derzeit die höchste Unwetterwarnstufe Rot.

Der Sturm sei von seltener Kraft, teilte der französische Wetterdienst Météo France  mit. In der Nacht seien Sturmböen mit bis zu gut 160 Kilometern pro Stunde über das Land gefegt. Teils fielen Züge aus, im Straßenverkehr kam es zu Einschränkungen.

Orkanböen auch auf Mallorca

Auch auf der bei Urlaubern beliebten spanischen Insel Mallorca gab es Orkanböen. In der spanischen Region Katalonien mit Barcelona hatten die Behörden ebenfalls Alarmstufe Rot wegen extremen Windes ausgelöst und vorsichtshalber die Schulen geschlossen. Eine Person wurde nach Angaben des Zivilschutzes durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt. Mehrere Bahn- und Straßenverbindungen seien durch umgestürzte Bäume zeitweise blockiert gewesen.

Auf Mallorca wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde in Berglagen gemessen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte . Über mögliche Opfer oder größere Schäden wurde dort bislang nichts bekannt.

Portugal: Autobahnbrücke nach Deichbruch teilweise eingestürzt

In Portugal ist nach den heftigen Unwettern eine Autobahnbrücke teilweise eingestürzt. Das Teilstück der A1 zwischen der Hauptstadt Lissabon und der zweitgrößten Stadt Porto brach am Mittwochabend nach einem Deichbruch am Fluss Mondego nahe der zentralportugiesischen Stadt Coimbra in sich zusammen, wie Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz mitteilte. Tote oder Verletzte gab es bei dem Unglück demnach nicht.

Der betroffene Autobahnabschnitt wurde in beide Richtungen gesperrt. Es werde Wochen dauern, bis die Brücke wieder befahrbar sei, sagte der Minister bei einem Besuch am Unglücksort. Mehr als ein Dutzend Lastwagen luden Schotter ab, um den Deich provisorisch auszubessern.

Auf der Iberischen Halbinsel hatte es in den vergangenen Wochen bereits schwere Unwetter gegeben, in Portugal kamen nach Angaben der Behörden mindestens sieben Menschen ums Leben. Es entstanden demnach Sachschäden in Höhe von mindestens vier Milliarden Euro. In dieser Woche drohen erneut starke Regenfälle und Überschwemmungen.

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Die Iberische Halbinsel hat besonders unter dem Klimawandel zu leiden: Seit Jahren stöhnen die Menschen dort unter extremen, immer längeren Hitzewellen, auch schon vor Beginn des Sommers. Im Herbst und Winter folgen dann immer häufiger Starkregen und Überschwemmungen.

Die portugiesische Regierung steht wegen ihres Umgangs mit den Unwettern massiv in der Kritik. Nach dem Rücktritt von Innenministerin Maria Lúcia Amaral muss sich die Regierung von Ministerpräsident Luís Montenegro am Freitag im Parlament den Fragen der Abgeordneten stellen.

wit/dpa/AFP