SpOn 06.03.2026
12:09 Uhr

Franken: In einigen Jahrzehnten könnten hier Oliven wachsen


Der Klimawandel schreitet voran und verändert die Landwirtschaft. Forschende der Universität Würzburg zeigen: In Franken könnte theoretisch sogar Reis wachsen, aktuell heimische Pflanzen hätten es dagegen schwer.

Franken: In einigen Jahrzehnten könnten hier Oliven wachsen

Welche Pflanzen wo wachsen, verändert sich mit zunehmender Erderwärmung. Forschende der Julius-Maximilians-Universität Würzburg haben nun genauer untersucht, wie das für Franken aussehen kann. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird das Klima demnach in den meisten Teilen Frankens den heutigen Regionen im nördlichen Mittelmeerraum, Südwestfrankreichs oder Norditaliens entsprechen – und Pflanzen beherbergen, die derzeit dort gut wachsen.

Franken könnte als »Mitteleuropa im Kleinen« gesehen werden, heißt es in einer Mitteilung zu der Untersuchung. Denn die Landschaft sei repräsentativ für weite Teile Zentraleuropas. Es gibt etwa tiefgelegene Flusstäler und Mittelgebirge von über tausend Meter Höhe.

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Im Rahmen der Untersuchung haben die Forschenden drei Regionen in Europa identifiziert, in denen heute bereits jene klimatischen Bedingungen herrschen, die für Franken bis zum Ende des Jahrhunderts prognostiziert werden. Dafür haben sie nicht nur die erwartbaren Temperaturen, sondern auch Merkmale zum Boden wie etwa den Ton- und Sandgehalt oder den pH-Wert einbezogen. So wollten sie sicherstellen, dass sie die Orte gut vergleichen können. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt »Scientific Reports « veröffentlicht.

Weinbau könnte profitieren

»Unsere Analysen zeigen eine massive Verschiebung der Klimazonen«, sagte Erstautorin Luzia Keupp der Mitteilung zufolge. Die höheren Mittelgebirgsregionen Frankens werden demnach künftig ein Klima erleben, wie es heute im norddeutschen Tiefland vorkommt. Und die tiefergelegenen Täler in Franken werden den Forschenden zufolge Bedingungen erreichen, die heute typisch etwa für die norditalienische Po-Ebene oder die Gascogne in Südwestfrankreich sind.

Für die Landwirtschaft bedeutet das: Gerste, Zuckerrüben und Futterpflanzen wie Silomais und Futter-Ölsaaten könnten beim Anbau an Bedeutung verlieren. Dafür hätten es Pflanzen wie Roggen, Weizen, Raps und Mais leichter, auch der Weinbau könnte profitieren.

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Durch die klimatische Annäherung an den Mittelmeerraum könnten außerdem Kulturen angebaut werden, die in Franken heute noch als exotisch angesehen werden. Dazu könnten den Forschenden zufolge Oliven oder Südfrüchte sowie Mandeln gehören. Klimatisch gesehen wäre auch der Anbau von Reis möglich.

Allerdings: »Die nötige Wärme allein macht aus Franken noch kein Reisanbaugebiet«, so die Forschenden. In der Region fehlten etwa die nötigen natürlichen Wasserressourcen. Auch der Anbau von Oliven sei risikoreich: Ein einziger Kälteeinbruch mit Temperaturen von unter minus 8,3 Grad Celsius könne ganze Bestände vernichten.

ani