Die Tradition besteht mittlerweile schon seit 30 Jahren: Schlagerstar Frank Zander, 83, hat vor den Feiertagen Hunderte Menschen zum traditionellen Weihnachtsessen für Obdachlose und Bedürftige empfangen. 2500 Bändchen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer habe man ausgegeben, sie alle seien wohl auch da, sagte Marcus Zander, der Sohn des Sängers.
Großer Andrang beim Weihnachtsessen von Frank Zander
Foto: Sebastian Christoph Gollnow / dpaEine Neuerung gab es dieses Jahr bei der Veranstaltung im Estrel Hotel in Berlin-Neukölln: Man habe die Taschen mit Geschenken schon vor dem Essen mit Gänsebraten ausgegeben statt wie früher am Ende der Veranstaltung, sagte Marcus Zander. So habe sie jeder entspannt mit an seinen Platz nehmen können. Verschenkt wurden unter anderem Schlafsäcke, Hygiene-Artikel und bei Bedarf auch Tierfutter.
Schlagersänger Frank Zander
Foto: Annette Riedl / dpaSchlagersänger Frank Zander organisiert das Weihnachtsessen gemeinsam mit seiner Familie und mit Unterstützung von Freunden, Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern schon seit 1995. Angemeldet waren auch diesmal viele prominente Kellner, so etwa Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und dessen Vorgängerin Franziska Giffey (SPD), Hertha-Präsident Fabian Drescher, Entertainer Wolfgang Lippert und diverse Sportler.
Interessiert hatten sich so viele freiwillige Helfer, dass sie ausgelost werden mussten: Es gab rund 750 Anmeldungen. Für das Bühnenprogramm waren die Band Atemlos, Annemarie Eilfeld, Mitch Keller, Nino de Angelo und Nicole angekündigt.
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Zander hat erst kürzlich mit der Caritas eine eigene Stiftung gegründet. Der Entertainer ruft weiterhin zu Spenden auf. Für sein Engagement wurde der Berliner mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt, Sohn Marcus mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. Deutschlandweit finden inzwischen auch viele andere Weihnachtsfeiern für Obdachlose statt.
Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Natalie Kulik sagt, warum Frauen darunter besonders leiden. Das SPIEGEL-Interview lesen Sie hier.
