Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die Uno-Sonderberichterstatterin für die Palästinensergebiete, Francesca Albanese, zum Rücktritt aufgefordert. Albanese habe sich »bereits in der Vergangenheit vielfach Ausfälle geleistet«, schreibt Wadephul auf X. Und weiter: »Ich verurteile ihre jüngsten Aussagen über Israel. Sie ist in ihrer Position unhaltbar.«
Albanese hatte am Samstag per Videoschalte an einer Konferenz des katarischen Fernsehsenders Al Jazeera in Doha teilgenommen. Dabei kritisierte sie Unterstützung für Israel: »Die Tatsache, dass die meisten Länder der Welt Israel nicht stoppen, sondern ihm politische Ausreden, politischen Schutz sowie wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung geliefert haben, ist eine Herausforderung«, sagte Albanese. »Wir, die keine großen Summen an finanziellem Kapital, Algorithmen und Waffen kontrollieren, wir sehen jetzt, dass wir als Menschheit einen gemeinsamen Feind haben«, fügte sie hinzu.
Auch Paris fordert ihren Rücktritt
Wadephul schloss sich mit seiner Kritik seinem französischen Amtskollegen Jean-Noël Barrot an. Albaneses Worte richteten sich nicht gegen die israelische Regierung, »deren Politik man kritisieren darf«, sondern gegen »Israel als Volk und Nation, was absolut inakzeptabel ist«, sagte Barrot bereits am Mittwoch im Parlament. Ein Sprecher des französischen Außenministeriums betonte am Donnerstag, dass der Minister ihren Rücktritt wegen der Gesamtheit ihrer Aussagen fordere.
Albanese verteidigte sich im französischen Sender France24. Sie habe niemals gesagt, dass »Israel der gemeinsame Feind der Menschheit« sei, sondern sie habe Israels »Verbrechen«, die »Apartheid, den Völkermord« an den Palästinensern verurteilt. »Ich habe das System, das verhindert, dass die israelischen Verbrechen vor Gericht gebracht und eingestellt werden, als gemeinsamen Feind verurteilt.« Albanese ist Juristin und seit Mai 2022 im Amt. Sie wurde vom Menschenrechtsrat mit Hauptsitz in Genf ernannt. In dieser Funktion spricht sie nicht für die Vereinten Nationen selbst.
Die Italienerin hatte Israels Vorgehen im Gazastreifen wiederholt scharf kritisiert und gilt deshalb in Israel als unerwünschte Person. Sie nannte die Offensive etwa eine »staatlich organisierte, erzwungene Vertreibung und Ersetzung der Palästinenser«. Auch die USA warfen der Juristin Antisemitismus und Antiisraelismus vor und verhängten Sanktionen gegen sie.
Ein Porträt über Francesca Albanese, die Populistin für Menschenrechte, lesen Sie hier .

