SpOn 29.09.2026
08:11 Uhr

Franca Lehfeldt: Was die Unternehmerin und Journalistin von Momfluencerinnen hält


»Als hätte ich mein Kind in Berlin auf die Straße gelegt«: Franca Lehfeldt berichtet über harsche Reaktionen, als sie früh nach der Geburt wieder arbeiten ging. Sie fordert einen anderen Umgang mit Mutterschaft.

Franca Lehfeldt: Was die Unternehmerin und Journalistin von Momfluencerinnen hält

Vier Wochen nach der Geburt ihrer Tochter nahm die Unternehmerin und Journalistin Franca Lehfeldt, 37, einen Arbeitstermin wahr. Über die Reaktionen sagte sie nun dem »Stern« : »Das Netz kommentierte, als hätte ich mein Kind in Berlin auf die Straße gelegt. Wildfremde schickten mir Studien per Mail als Beleg, dass meine Tochter nun seelisch gestresst sei.«

Dabei sei ihre Tochter bei ihrem Vater, Ex-FDP-Chef und Ex-Finanzminister Christian Lindner, in gewohnter Umgebung gewesen. »Ich bekam regelmäßig Bilder, wie sie auf seinem Arm schlief.« Die Reaktionen hätten ihr gezeigt, »mit welcher Härte dieses Land Müttern begegnet«.

»Ich misstraue dieser Vanillewelt«

Die Journalistin ärgert sich nach eigener Darstellung über veraltete Rollenbilder und kritisierte unter anderem Momfluencerinnen – Mütter, die auf Social Media ihren Alltag, ihr Familienleben und ihre Rolle als Mutter inszenieren –, die mit ihrem Content Druck auf andere Frauen ausübten.

»Der digitalen Inszenierung von Mutterschaft als naturgegebener, intuitiver Hingabe ist im Netz kaum zu entkommen. Ich misstraue dieser Vanillewelt aus Leinen, Morgenlicht und Haferbrei«, sagt Lehfeldt. Auch die Gegenseite, das permanente Klagen über die Mutterschaft, störte sie: »Wer soll dann noch Lust haben, ein Kind zu bekommen?«

Für Lehfeldt ist die Sorgearbeit für Kinder demnach primär eine Frage von Organisation und Arbeitsteilung. Auch wenn sie es wohl etwas leichter hat, als der Durchschnitt: »Ich bin privilegiert und kann mir Hilfe leisten«, räumt Lehfeldt ein.

»Ein ständiges Aushandeln«

Vor der Schwangerschaft sprach Lehfeldt dem Bericht nach mit Lindner ab, dass sie früh nach der Geburt wieder arbeiten wolle und beide sich gleichberechtigt um das Kind kümmern würden.

Lindner hatte im Vorfeld der Geburt mit Aussagen über seine »Imker-Promotions-Jagd«-Pläne in der Elternzeit irritiert, diese aber später relativiert.

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Größere Uneinigkeiten bei der Umsetzung gebe es nicht, sagt Lehfeldt nun, aber: »Wie in jeder Familie ist das ein ständiges Aushandeln, manchmal ist es auch ein Termin-Mikado.«

Ihr sei es wichtig, dass sie ihren Weg nicht als allgemeingültiges Vorbild darstellt: »Ich will kein neues Ideal aufstellen, sondern die alten abschaffen. Jede Frau muss ihren eigenen Weg finden, meiner ist keine Blaupause.«

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bbr/dpa