SpOn 30.11.2025
19:25 Uhr

Formel 1: Max Verstappen siegt in Katar, Norris nur Vierter - WM-Finale in Abu Dhabi


In Katar hätte sich Lando Norris zum Weltmeister krönen können, doch McLaren patzte bei der Strategie, Max Verstappen gewann das Rennen. So bekommt die Formel 1 ihren ersten Titeldreikampf seit 15 Jahren.

Formel 1: Max Verstappen siegt in Katar, Norris nur Vierter - WM-Finale in Abu Dhabi

Der Typ aus dem Horrorfilm: Unmittelbar vor dem Rennen wollte Lando Norris keine Interviews mehr geben. Das ist ungewöhnlich für den Briten, doch es war ja auch kein gewöhnlicher Sonntag. Der 24-Jährige hatte vor dem Großen Preis von Katar einen Matchball, wenn alles gut gelaufen wäre, hätte er sich in wenigen Stunden zum ersten Mal zum Formel-1-Weltmeister krönen können. 22 Punkte Vorsprung hatte er beim vorletzten Saisonstart auf seinen Teamkollegen Oscar Piastri, 25 auf Verfolger Max Verstappen. Doch dass der sich nicht so einfach geschlagen gibt, ist kein Geheimnis. »Er ist wie dieser Typ in dem Horrorfilm, bei dem du gerade denkst, er kommt nicht zurück – und dann ist er wieder da«, hatte McLaren-CEO Zak Brown vor dem Rennen gegenüber Sky Sports F1 gesagt – er sollte recht behalten.

Das Ergebnis: Mit dem Sieg in Katar verhinderte Verstappen die vorzeitige Titelparty von Norris und kann weiterhin auf seinen fünften Gewinn der Formel-1-WM hoffen. Piastri wurde Zweiter, auf Platz drei landete überraschend Carlos Sainz im Williams. Norris verpasste als Vierter sogar das Podest. Erstmals seit 15 Jahren wird es nun ein Finale geben, in dem drei Fahrer noch die WM gewinnen können.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der Start: War besonders wichtig. Auf dem Losail International Circuit ist das Überholen schwierig. Beide McLaren standen direkt nebeneinander. Piastri startete von der eins, Norris von der zwei. Dahinter lauerte Verstappen im Red Bull. Um seine WM-Chance zu wahren, musste er unbedingt vor Norris ins Ziel kommen, entsprechend nutzte er seine Chance: Piastri blieb vorn, doch Verstappen schob sich auf der sauberen Seite der Strecke an Norris vorbei. Dahinter machten Kimi Antonelli (Mercedes), Carlos Sainz (Williams) und Fernando Alonso (Aston Martin) Positionen gut, George Russell im zweiten Mercedes rutschte auf Rang sieben ab.

Gedrängel in der Pitlane: Schon in Runde sieben kam das Safety-Car auf die Strecke, Nico Hülkenberg und Pierre Gasly waren kollidiert. Der Deutsche schied aus. In der Boxengasse brach Hektik aus. Bis auf McLaren nutzten alle Fahrer die Safety-Car-Phase, um die Reifen zu wechseln. Das spart Zeit, in Katar kam zudem die Auflage dazu, dass die Reifen maximal 25 Runden genutzt werden dürfen. Bei dem Rennen über 57 Runden müssen die Fahrer also zwangsläufig mindestens zweimal in die Box. Verstappen verlor bei seinem Reifenwechsel nur eine Position und reihte sich als Dritter hinter Norris wieder ein, auch beim Restart änderte sich bei den ersten Dreien nichts. »Wir hätten ihm folgen sollen, oder?«, fragte Norris.

Der entscheidende Moment: Kostete ein verpatzter Boxenstopp Lando Norris die vorzeitige WM-Sause?

Der entscheidende Moment: Kostete ein verpatzter Boxenstopp Lando Norris die vorzeitige WM-Sause?

Foto: Altaf Qadri / AP
Oscar Piastri verzieht nach dem Rennen das Gesicht: »Wir haben es nicht hinbekommen«

Oscar Piastri verzieht nach dem Rennen das Gesicht: »Wir haben es nicht hinbekommen«

Foto: Darko Bandic / AP

Patzt McLaren gleich zu Beginn? Norris’ Ingenieur verteidigte die Taktik damit, dass die Konkurrenten keine Flexibilität mehr hätten. Alle müssten in Runde 32 hereinkommen. Die McLaren müssen noch zweimal rein, können sich das Timing aber aussuchen. Ob die Strategie wirklich aufgeht? Oder hatte man sich bei McLaren nicht schnell genug entscheiden können, welchen Fahrer man zuerst reinruft? In Runde 25 kam zunächst Piastri rein, der sich vor Alonso auf Position fünf einfädelte. Eine Runde später folgte Norris, der ebenfalls gerade so eben noch vor Alonso auf die Strecke zurückkehrte. Nun war Norris Fünfter und Piastri Vierter, Verstappen führte das Rennen an, vor Sainz und Antonelli.

Und wieder dichter Verkehr: In Umlauf 32 erfolgte der zweite Run auf frische Pneus. Damit übernahmen Piastri und Norris wieder die Spitze. Verstappen lag aber nur 7,6 Sekunden hinter Piastri und 4,3 Sekunden hinter Norris. Bis zum nächsten Boxenstopp müssten die McLaren den Vorsprung auf 26 Sekunden erhöhen. Verstappen hatte sich die harten Reifen geholt, mit denen er durchfahren könnte.

Mehr zum Thema

Verstappen auf der Jagd: Doch Piastri schwenkte um und kam schon in Runde 42 zum zweiten Wechsel, in der Hoffnung, mit frischen Reifen mehr Zeit gutzumachen. Zuvor war er bereits einmal von der Strecke abgekommen. Er fiel zunächst auf Rang drei zurück – 17,4 Sekunden Rückstand hinter Verstappen. Für Norris ging es nach seinem zweiten Pitstop sogar noch weiter nach hinten. Nach einer Standzeit von 2,7 Sekunden fiel er hinter Sainz und Antonelli sogar aus den Podestplätzen.

Norris kämpft um jeden Punkt: Kurz vor Schluss meldete Sainz Untersteuern in Rechtskurven. Antonelli und Norris holten auf den Spanier auf. Norris verfolgte den Mercedes-Rookie, war auf unter einer Sekunde an ihm dran. In der allerletzten Runde konnte er einen Fehler des Youngsters nutzen, doch für den schwächelnden Sainz reichte es nicht mehr. Und auch Piastri konnte seinen Rückstand auf Verstappen nur noch auf unter acht Sekunden drücken. »Wir haben es nicht hinbekommen«, grummelte Piastri nach dem Rennen, »ich habe danach noch mein Bestes gegeben, aber mehr war nicht möglich. Wir werden das als Team diskutieren müssen.«

Wie es weitergeht: Es kommt zum Showdown in Abu Dhabi am kommenden Sonntag (7. Dezember, 14 Uhr, TV: Sky). Norris führt das Klassement mit nur noch 12 Punkten Vorsprung auf Verstappen und 16 auf Piastri an. »Jetzt ist alles möglich«, sagte Jäger Verstappen mit einem entspannten Lächeln. Noch im Sommer hatte er mit mehr als 100 Punkten zurückgelegen, nun »bleiben wir bis zum Finale im Titelkampf – das ist großartig«.