SpOn 08.12.2025
13:22 Uhr

Formel 1: Dieser eine Moment, der Max Verstappen wohl den WM-Titel kostete


Max Verstappen beendete die Formel-1-Saison zwei Punkte hinter Weltmeister Lando Norris. Ein Grund dafür war auch ein Vorfall in Barcelona, auf den der vierfache Titelträger gar nicht gut zu sprechen ist.

Formel 1: Dieser eine Moment, der Max Verstappen wohl den WM-Titel kostete

Wer Max Verstappen reizt, muss mit einer emotionalen Reaktion rechnen. Das gilt für die Rennstrecke, aber auch für Medientermine im Formel-1-Paddock.

Sonntagabend wurde Verstappen – sein Konkurrent Lando Norris im McLaren hatte kurz zuvor zum ersten Mal den WM-Titel gewonnen – zu einem Rennen befragt, das schon Monate zurückliegt. »Ich wusste, dass die Frage kommen würde«, antwortete der Niederländer.

»Du vergisst all die anderen Sachen, die in meiner Saison passiert sind. Aber das Einzige, was dir dazu einfällt, ist Barcelona.«

Verstappen würde am liebsten einfach nur Rennen fahren. Pressetermine hält er für ein notwendiges Übel, er nimmt sie wahr, weil er muss. Nach dem Großen Preis von Abu Dhabi sah er sich vermutlich bestätigt. Es herrschte kurz Schweigen nach seiner Kritik an dem Reporter, dann schob er hinterher: »Und jetzt gibst du mir ein blödes Grinsen.«

Am Ende dieser Saison, die von Mitte März mit 24 Rennen bis in den Dezember ging und damit eine der längsten der Formel-1-Historie war, lag Verstappen zwei Punkte hinter Norris. Wenn der Brite in Abu Dhabi auf den vierten Platz zurückgefallen wäre und deshalb zwölf statt 15 WM-Punkte bekommen hätte, hätte sich Verstappen die fünfte Weltmeisterschaft seiner Karriere gesichert.

Es war knapp, so knapp, dass es nachvollziehbar war, über Barcelona sprechen zu wollen.

Verstappen in Barcelona: Unfair und gefährlich

Was war passiert auf dem Kurs, wo Verstappen im Jahr 2016 sein erstes Formel-1-Rennen gewinnen konnte?

Beim Sieg des zweiten McLaren-Fahrers Oscar Piastri lieferte sich der 28-Jährige in der Schlussphase ein Duell mit Mercedes-Pilot George Russell um den vierten Platz.

Verstappen konnte seinen Rang gegen Russell nur behaupten, weil er kurzzeitig die Strecke verließ und sich so einen kleinen Vorteil verschaffte. Deshalb wurde er von seinem Renningenieur gebeten, Russell passieren zu lassen, um einer denkbaren Strafe durch die Rennkommissare aus dem Weg zu gehen.

Schon in der kurzen Diskussion am Boxenfunk wurde deutlich, dass Verstappen die Situation anders bewertet hatte. Trotzdem erweckte er den Anschein, als würde er Russell vorbeifahren lassen. Aber nur kurz. Verstappen beschleunigte wieder, die beiden Boliden lagen gleichauf – und dann fuhr der Red-Bull-Pilot in den Mercedes.

Sehen Sie hier den Unfall in einem kurzen Video:

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Es war eine minimale Berührung, kein dramatischer Unfall, beide konnten weiterfahren. Und doch war es ein unfairer und in der Hochgeschwindigkeitssportart Formel 1 gefährlicher Vorgang. Verstappen, der im Ziel auf dem fünften Rang hinter Russell lag, bekam im Nachhinein eine Zehn-Sekunden-Strafe und fiel auf Platz zehn zurück.

Statt zehn bekam Verstappen nur einen WM-Punkt.

Starker Endspurt von Verstappen

Statt über das Rennen am 1. Juni hätte Verstappen trotzdem lieber über seine Aufholjagd gesprochen. Er lag zwischenzeitlich 104 Punkte hinter Piastri, mit sechs Siegen in den letzten neun Rennen hätte er das verunsicherte McLaren-Team fast noch eingeholt. Und natürlich wirkt es unfair, diese lange Saison auf ein Rennen herunterzubrechen.

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Auf der anderen Seite betrug sein Rückstand vor dem Spanienrennen gerade mal 25 Punkte. Der Unfall passierte zu einem Zeitpunkt, als die Kräfteverhältnisse noch nicht so klar waren wie drei Monate später.

»In der zweiten Saisonhälfte habe ich ein paar frühe Weihnachtsgeschenke bekommen«, sagte Verstappen in Abu Dhabi. »Danach hätte man auch fragen können.«

Lesen Sie hier ein Porträt des neuen Formel-1-Weltmeisters Lando Norris.