SpOn 11.02.2026
07:13 Uhr

Ford: Milliardenverlust durch schlechte E-Auto-Verkäufe und Zollpolitik


Schlechte Verkäufe von E-Autos und die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump haben Ford im vergangenen Quartal einen hohen Verlust eingebracht. Nun sollen ein Sparkurs und der Fokus auf Hybrid-Modelle helfen.

Ford: Milliardenverlust durch schlechte E-Auto-Verkäufe und Zollpolitik

Nicht nur Autokonzerne in Europa haben mit Problemen zu kämpfen. Auch der US-Autobauer Ford muss seine Strategie korrigieren. Hohe Abschreibungen auf das Geschäft mit E-Autos und gestiegene Kosten haben das Unternehmen zum Jahresende tief in die roten Zahlen gedrückt.

Unter ​dem Strich stand im vierten Quartal ein Verlust von 11,1 Milliarden Dollar, wie Ford mitteilte. Grund seien ‌vor allem die bereits angekündigten Wertberichtigungen auf E-Auto-Programme.

Das Vorjahresquartal hatte Ford noch mit einem Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar abgeschlossen. Der Umsatz sank unterdessen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar.

Der bereinigte Gewinn brach um rund die Hälfte auf eine Milliarde Dollar ein. Ford verwies auf höher als erwartete Kosten durch einen Brand bei einem Aluminiumzulieferer sowie Belastungen durch die Zölle von US-Präsident Donald Trump. Diese dürften im ​laufenden Jahr mit rund zwei Milliarden Dollar zu Buche schlagen.

Für 2026 stellte das Management insgesamt einen operativen ⁠Gewinn (Ebit) von ⁠acht bis zehn Milliarden Dollar in Aussicht, was den Erwartungen der Experten entspricht.

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Konzernchef Jim Farley setzt angesichts der Probleme auf einen strikten Sparkurs sowie die Entwicklung wettbewerbsfähigerer Modelle. Die Elektroauto-Sparte verzeichnete im vergangenen ‌Jahr einen Verlust von 4,8 Milliarden Dollar. Für das laufende Jahr ​rechnet Ford in ‌diesem Bereich mit einem weiteren Minus von 4 bis 4,5 Milliarden Dollar.

Der Weg in die Gewinnzone wird durch die gedämpfte Nachfrage erschwert, nachdem der US-Kongress die staatliche Steuergutschrift von 7500 Dollar für den Kauf neuer E-Autos gestrichen hat. Farley setzt nun große ‌Hoffnungen auf eine neue, kostengünstige Plattform für Elektrofahrzeuge, die von einem Team in Kalifornien entwickelt wurde und mit der man die Entwicklungszeiten chinesischer Konkurrenten erreichen will.

Um die Kosten weiter ‌zu senken, sucht Ford zudem den Schulterschluss mit ​der Konkurrenz. In Europa kooperiert der Konzern ‌bei E-Autos mit dem französischen Autobauer Renault. Zudem laufen Gespräche mit ‌dem chinesischen Hersteller ​Geely über eine Partnerschaft bei Produktion und Technologie.

Nach dem Erfolg von Tesla hatten die großen US-Autobauer General Motors, Ford und Stellantis Milliarden investiert, um mehr Elektroautos in ihre Modellpaletten zu bringen. In Zukunft will Ford stärker auf Hybridfahrzeuge setzen und bei Elektroautos auf kleinere Modelle. Die vollelektrische Version des großen Pick-ups F-150 wurde eingestellt.

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mmq/Reuters/dpa