SpOn 27.02.2026
12:37 Uhr

Flughafen München: Lufthansa und Flughafen-Betreiber gestehen Fehler nach Chaosnacht wegen Schnee ein


Die Feuerwehr in unmittelbarer Nähe, doch niemand sagt Bescheid: Hunderte Passagiere mussten offenbar in ihren Fliegern ausharren, weil die Verantwortlichen niemanden alarmierten. Die geloben nun Besserung.

Flughafen München: Lufthansa und Flughafen-Betreiber gestehen Fehler nach Chaosnacht wegen Schnee ein

»So etwas darf nicht passieren«: Der Flughafen München und die Lufthansa haben Fehler eingeräumt, nachdem Hunderte Passagiere eine Nacht im Flugzeug am Münchner Flughafen verbringen mussten. Man habe in dieser Nacht Fehler gemacht, sagt Heiko Reitz, zuständiger Bereichsvorstand von Lufthansa. Man habe falsch priorisiert und die Situation nicht eskaliert. So wurden die Rettungskräfte vor Ort nicht alarmiert.

600 Fluggäste von sechs Flügen mussten in der vergangenen Woche stundenlang in ihren Maschinen ausharren. Ihre Flüge nach Singapur, Kopenhagen, Danzig, Graz und Venedig hoben nicht ab, doch niemand brachte sie zurück zum Terminal. Eine »Verkettung mehrerer Umstände« sei die Ursache, sagt Thomas Hoff Andersson von der Betreibergesellschaft des Flughafens.

49 Feuerwehrleute und auch Notfalltreppen seien in der Nacht in unmittelbarer Nähe der Passagiere gewesen, seien aber nicht angefordert worden. »Sie hätten alarmiert werden sollen«, sagt Andersson. Da keine Gefahr bestanden habe, habe der Notfallplan nicht gegriffen. »Wir haben das nicht gut hingekriegt«, räumt er ein.

Reitz und Andersson baten die Passagiere und Crews um Entschuldigung, künftig solle es nun klare Vorgaben und eine engere Zusammenarbeit zwischen Flughafen und Lufthansa in solchen Fällen geben. Die Lufthansa hat bereits angekündigt, Entschädigungen an Betroffene zu zahlen. Fünf der sechs Flüge hätten für die Lufthansa-Gruppe starten sollen, einer für Air Arabia.

Zuvor hatte die Feuerwehrgewerkschaft bereits Kritik geübt: Man hätte alarmiert werden sollen. Der Bundesvorsitzende Siegfried Maier sagt: »Ein Notausstieg und Transport in ein Gebäude wäre vielleicht nicht für alle Betroffenen zeitgleich zu realisieren, aber möglich gewesen«.

Auch die Staatsanwaltschaft beschäftigt die Zwangsübernachtung in Fliegern: Die Staatsanwaltschaft Landshut hat nach einem Polizeibericht über den Vorfall einen Prüfvorgang angelegt. Die Polizei war tätig geworden, nachdem ein »wohl unbeteiligter Dritter« eine Prüfung der Vorgänge angeregt hatte, hatte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitgeteilt.

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Der Antrag sei über ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt (LKA) in München eingegangen. Anzeigen von betroffenen Passagieren gingen nach Polizeiangaben zunächst nicht ein.

jml/dpa