Im US-Bundesstaat Florida ist ein 53-jähriger Mann wegen des Mordes an einem US-Polizisten mit dessen Dienstwaffe hingerichtet worden. Die Todesstrafe gegen Billy Kearse wurde am Dienstagabend um 18.24 Uhr (Ortszeit, Mittwoch 00.24 Uhr MEZ) im Bundesgefängnis in Raiford durch eine Giftspritze vollstreckt, wie die Justizbehörden von Florida mitteilten.
Kearse hatte im Jahr 1991 den Polizisten Danny Parrish bei einer Verkehrskontrolle erschossen. Der damals erst 18-Jährige befand sich auf Bewährung und fürchtete offenbar, wegen eines Verkehrsdelikts in Haft zu müssen. Er erschoss Parrish mit 13 Kugeln aus dessen eigener Dienstwaffe, die er in einem Handgemenge an sich gebracht hatte. Parrish wurde nur 29 Jahre alt.
Der Anwälte von Kearse hatte bis kurz vor der Hinrichtung versucht, diese mit Verweis auf den Geisteszustand ihres Mandanten zu verhindern. Doch mit diesem Vorhaben scheiterten sie in allen Instanzen.
Es war die fünfte Hinrichtung in den USA in diesem Jahr und die dritte in Florida. Erst vor wenigen Tagen war die Todesstrafe gegen Melvin Trotter vollstreckt worden (mehr dazu hier). Er saß fast 40 Jahre in Haft, nachdem er im Jahr 1986 eine Ladenbesitzerin in Palmetto in Florida ermordet hatte. Laut Gerichtsakten hatte der Täter auf die Frau eingestochen und sie gewürgt.
Todesstrafe in vielen US-Staaten geächtet
Seit Jahresbeginn war außerdem in den US-Bundesstaaten Texas und Oklahoma jeweils ein Mensch hingerichtet worden.
Im vergangenen Jahr waren in den USA 47 Menschen hingerichtet worden, die meisten seit 2009, als 52 Häftlinge hingerichtet worden waren. Die meisten Hinrichtungen fanden in Florida statt. Dort wurden 19 Todesstrafen vollstreckt. An zweiter Stelle folgten Texas, Alabama und South Carolina, wo jeweils fünf Menschen hingerichtet wurden.
Die in vielen Ländern geächtete Todesstrafe wird noch in 23 der 50 US-Bundesstaaten vollstreckt. US-Präsident Donald Trump ist ein Befürworter.
