SpOn 26.01.2026
10:45 Uhr

Fliegender Ski von Domen Prevc bei Skiflug-WM: Slowenischer Verband kündigt weiteren Protest an


Der Fall sorgte für Schreckmomente in Oberstdorf: Die Ski von Domen Prevc hatten sich verselbstständigt und waren (ohne Springer) die Schanze hinuntergerast. Wie kam es dazu? Die Slowenen widersprechen der Darstellung des Weltverbands.

Fliegender Ski von Domen Prevc bei Skiflug-WM: Slowenischer Verband kündigt weiteren Protest an

Der slowenische Skiverband SZS hat nach dem Vorfall um die verlorenen Ski von Domen Prevc bei der Skiflug-WM in Oberstdorf einen weiteren Protest beim Weltverband Fis in Aussicht gestellt: »Was oben auf der Schanze passiert ist, ist nicht im Sinne des Skispringens. Es muss sich etwas ändern«, sagte SZS-Sportdirektor Gorazd Pogorelcnik bei TV Slovenia.

Laut Pogorelcnik sei unklar, warum sich die Ski von Vierschanzentournee-Sieger Prevc selbstständig machten und die Schanze herunterrutschen konnten. »Es gibt zwei Versionen. Laut der ersten lehnte Domen seine Ski an ein Zelt, wo sie wegrutschten. Später kam eine zweite hinzu. Einer der Vorspringer sah demnach einen freiwilligen Helfer, der sich mit einem Regenschirm umdrehte und die Ski berührte, die dann auf die Schanze rutschten«, behauptete Pogorelcnik.

Während der norwegische Vizeweltmeister Marius Lindvik am Sonntag im Team-Wettkampf auf sein Startzeichen wartete, flogen die Ski von Prevc an ihm vorbei. Sie rutschten zunächst die Heini-Klopfer-Skiflugschanze hinunter, mindestens einer flog über 50 Meter weit und landete bis in den Auslauf in Oberstdorf. Getroffen wurde niemand.

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Weil Prevc in der Folge zu spät sprungbereit war, durfte der Einzel-Weltmeister im ersten Durchgang nicht mehr antreten. Damit waren die Medaillenchancen von Titelverteidiger Slowenien im Teamwettbewerb dahin. Ein sofort eingereichter Protest der Slowenen wurde abgelehnt. »Die Abstimmung endete 1:3. Aber für uns ist die Sache damit noch nicht beendet«, sagte Pogorelcnik.

»Es war Eigenverschulden«

Der neuerliche Protest werde zwar am Ergebnis nichts mehr ändern, solle aber die Fis zum Nachdenken bringen. »Es sollte sich etwas ändern. Es sollte Kameras rund um das Kontrollzelt geben, um genau zu sehen, was passiert ist, damit die Jury das Filmmaterial sehen kann«, so Pogorelcnik.

Domen Prevcs Ski machte sich allein auf den Weg

Domen Prevcs Ski machte sich allein auf den Weg

Foto: Kai Pfaffenbach / REUTERS

Dem Funktionär zufolge hatte die Jury direkt nach dem Vorfall Videoaufnahmen von der fraglichen Szene angefordert. »Aber sie haben ein solches Video nicht bekommen. Wenn dies der Fall gewesen wäre, wäre die Entscheidung deutlich einfacher gewesen. So aber stand Aussage gegen Aussage«, sagte Pogorelcnik.

»Es war Eigenverschulden, es gibt ganz klare Regeln«, hatte Andreas Bauer, der im Weltverband Fis Mitglied der Materialkommission ist, in der ARD gesagt: »Es gibt oben eine Kontrollbox, dort hätte er die Ski hineinstellen können. Er hätte sie auch einem Mitarbeiter geben können, aber er hat sie angelehnt. Bei dem Schneefall ist es glitschig, dann haben sie sich selbstständig gemacht.«

Experte Jelko Gros ergänzte: »Prevc ging zur Kontrolle, dort war jedoch niemand, der seine Skier festhielt, wie es laut den Regeln vorgeschrieben ist. Da niemand da war, lehnte er die Skier an die Kabine. Die Skier fielen herunter, als sie an der Kabine lehnten«, sagte der ehemalige Nationaltrainer im slowenischen Fernsehen.

ngo/sid