SpOn 19.01.2026
02:54 Uhr

Finale des Afrika-Cup 2025: Fast wird das Spiel abgebrochen – dann gewinnt Senegal doch noch den Titel


Es war ein Afrika-Cup-Finale voller Dramen: Der Schiedsrichter löst hitzige Debatten aus. Senegals Spieler verschwinden in ihrer Kabine. Marokko verschießt kurz vor der 90. Minute einen Elfmeter – und verliert in der Verlängerung.

Finale des Afrika-Cup 2025: Fast wird das Spiel abgebrochen – dann gewinnt Senegal doch noch den Titel

Senegals Fußballnationalmannschaft hat zum zweiten Mal den Afrika-Cup gewonnen. Vier Jahre nach dem Triumph in Kamerun siegte das Team um Superstar Sadio Mané im Finale gegen Gastgeber Marokko 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung. Das entscheidende Tor erzielte Pape Gueye in der 94. Minute mit einem sehenswerten Schuss aus rund 16 Metern in den Winkel.

Zur tragischen Figur auf marokkanischer Seite avancierte Brahim Díaz, der mit der letzten Aktion vor der Verlängerung einen Elfmeter vergab. Zuvor hatte es fast 20 Minuten lang intensive Diskussionen und Tumulte gegeben.

Strittiger Strafstoß, Senegal geht in die Kabine

Auslöser war ein Zweikampf zwischen Díaz und Senegals El Hadji Malick Diouf: Nach einem leichten Halten im Strafraum forderte Díaz energisch Elfmeter. Unter großem Protest der Senegalesen schaute sich Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala Ngambo aus der Demokratischen Republik Kongo die Szene noch mal am TV-Schirm an – und zeigte nach VAR-Entscheidung auf den Punkt.

Senegals Spieler und Betreuer wüteten gegen die aus ihrer Sicht falsche Entscheidung, Trainer Pape Thiaw beorderte seine Spieler nach langen und heißen Debatten sogar in die Kabine – kurzzeitig drohte ein Abbruch des Finalspiels. Schließlich kehrten die Spieler aber zurück ins Stadion.

Der Frust bei Mané und Co. war auch deshalb groß gewesen, weil ihnen der Unparteiische kurz vor der Elfmeterszene ein Tor nach einem Eckball wegen eines Foulspiels an Hakimi aberkannt hatte – ebenfalls eine äußerst strittige Entscheidung.

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Als Díaz schließlich für den Elfmeter antrat, entschied er sich für einen Lupfer in die Tormitte. Torwart Edouard Mendy blieb stehen und hielt den Ball mühelos fest.

In der Verlängerung wurde Díaz ausgewechselt, er verfolgte auf der Bank tieftraurig das restliche Geschehen. Beide Seiten hatten gute Chancen, die Senegalesen wirkten aber physisch und psychisch einen Tick besser. Nach Gueyes Traumtor in der 94. Minute verteidigten die Senegalesen leidenschaftlich. Der stark haltende Bono verhinderte noch das 2:0.

Pfiffe und Applaus bei Ehrung für Díaz

Marokkos Trainer Walid Regragui erklärte im Anschluss: »Das Spiel, das wir hatten, war beschämend für Afrika.« Was sein Amtskollege Pape »heute Abend gemacht hat, gereicht Afrika nicht zur Ehre. Er ist jetzt ein Champion Afrikas, also kann er sagen, was er will, aber sie haben das Spiel für mehr als zehn Minuten unterbrochen«. Regragui sagte auch, das sei keine Entschuldigung dafür, wie Brahim geschossen habe. »Er hat so geschossen und dafür müssen wir geradestehen. Wir müssen nach vorne schauen und akzeptieren, dass er vergeben hat.«

Infantino überreicht Díaz den goldenen Schuh als Toptorschütze des Afrika-Cups

Infantino überreicht Díaz den goldenen Schuh als Toptorschütze des Afrika-Cups

Foto:

Themba Hadebe / AP

Als Brahim Díaz nach der Partie von Fifa-Präsident Gianni Infantino den goldenen Schuh als Toptorschütze des Turniers überreicht bekam, wurde die Ehrung von einer Mischung aus Pfiffen und Applaus begleitet. Díaz wirkte dabei sichtlich niedergeschlagen.

aar/dpa