SpOn 12.05.2026
16:13 Uhr

Faustino Oro: »Messi des Schachs« ist der zweitjüngste Großmeister der Geschichte


Faustino Oro gilt als eines der größten Talente der Schachwelt. Nun hat der kleine Argentinier den nächsten Meilenstein erreicht.

Faustino Oro: »Messi des Schachs« ist der zweitjüngste Großmeister der Geschichte

Den Rekord hat er knapp verpasst, doch sein Aufstieg schreitet weiter voran: Der erst zwölf Jahre alte Argentinier Faustino Oro, Spitzname »Messi des Schachs«, ist jetzt der zweitjüngste Schachgroßmeister der Geschichte.

Am Wochenende nahm Oro die letzte Hürde zum höchsten Titel der Schachwelt. Beim World Chess Festival, einem Turnier auf Sardinien, spielte der kleine Argentinier so gut, dass er die dritte und letzte nötige Norm für den Großmeistertitel (GM) erfüllte. Durch seinen Sieg gegen den Internationalen Meister Bartlomiej Niedbala in der vorletzten Runde war ihm die Norm sicher. Am Ende belegte er mit sechs von neun möglichen Punkten den 19. von 160 Plätzen. Der deutsche Großmeister Frederik Svane gewann das Turnier.

Oro ist nun im Alter von nur 12 Jahren, 6 Monaten und 26 Tagen Großmeister. Lediglich der US-Amerikaner Abhimanyu Mishra war jünger, er sicherte sich den Titel 2021 im Alter von 12 Jahren, 4 Monaten und 25 Tagen, war also zwei Monate schneller. Mehr über Mishra lesen Sie hier. 

Oro ist »sehr, sehr glücklich«

»Ich habe meine letzte Norm. Jetzt bin ich ein Großmeister, ich bin sehr, sehr glücklich«, sagte Oro bei »ChessBase India« . »Es ist mein Traum, Weltmeister zu werden. Aber das ist noch ein langer Weg.«

Faustino Oro ist in Buenos Aires aufgewachsen. Seine Familie ist mit ihm aber mittlerweile ins spanische Badalona gezogen, weil es in Südamerika zu wenige hochkarätige Turniere gibt. In Europa sind die Entwicklungsmöglichkeiten deutlich besser. Oro sorgte neben seinen Leistungen bei klassischen Turnieren auch online für Aufsehen. So besiegte er im März 2024 etwa Schachsuperstar Magnus Carlsen in einer sogenannten Bullet-Partie, einem Spiel mit sehr wenig Bedenkzeit. Oro wurde in seiner Heimat bereits mit Fußballheld Lionel Messi verglichen und als »Messi des Schachs« bezeichnet.

Im vergangenen Januar besuchte Oro Carlsen in Oslo und spielte mit ihm mehrere Partien. »Er ist ein großartiger Spieler. Er hat ein wunderbares Positionsgefühl beim Schach, was bei so jungen Spielern ziemlich selten ist. Und er scheint Schach wirklich, wirklich zu lieben«, sagte Carlsen damals über den Zwölfjährigen: »Er ist auf einem unglaublichen Weg.«

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Oro hatte 2024 den Rekord als jüngster Internationaler Meister der Geschichte aufgestellt, dem Rang unter dem Großmeister. Auch den GM-Rekord hätte er erreichen können. Im März verpasste er die letzte Chance auf die entscheidende Norm bei einem stark besetzten Turnier in Moskau jedoch. Rekordhalter Mishra hatte sich für seine letzte Norm 2021 ein schwächer besetztes Turnier ausgesucht. Er wurde damals stark von seinem Vater angetrieben. Faustino Oros Vater dagegen betonte in der Vergangenheit, seinem Sohn keinen Druck machen zu wollen.

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Dass Schachtalente immer jünger werden, liegt vor allem am Internet. »Durch die digitalen Medien haben die Kinder einen viel einfacheren und schnelleren Zugriff auf Informationen«, sagte der deutsche Schachgroßmeister Sebastian Siebrecht dem SPIEGEL. Mehr dazu lesen Sie hier. 

ptz