SpOn 03.02.2026
14:43 Uhr

Fast jeder sechste Deutsche ist armutsgefährdet


Mehr als 13 Millionen Deutsche sind armutsgefährdet. Das teilt das Statistische Bundesamt mit. Besonders davon betroffen ist eine Bevölkerungsgruppe.

Fast jeder sechste Deutsche ist armutsgefährdet

Mehr als jeder fünfte Deutsche, rund 17,6 Millionen Menschen, waren 2025 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Mit 21,2 Prozent blieb der Anteil im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich. Damals betrug er 21,1 Prozent.

Unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze lebten den Statistikern zufolge 13,3 Millionen Deutsche. Das entspricht 16,1 Prozent der Bevölkerung, also rund jeder sechsten Person. 2024 waren es 15,5 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt nach Definition der Europäischen Union eine Person, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung hat. Bei Alleinlebenden in Deutschland lag diese Grenze bei netto 1446 Euro im Monat (2024: 1381 Euro). Für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag sie bei 3036 Euro (2024: 2900). Grundlage für die Berechnung ist das Jahreseinkommen.

Alleinlebende und Alleinerziehende mit hohen Quoten

Besonders gefährdet sind Alleinlebende und Alleinerziehende, unter Ersteren waren 30,9 Prozent der Haushalte armutsgefährdet. Bei den Haushalten von Alleinerziehenden 28,7 Prozent.

Die höchste Armutsgefährdungsquote haben laut den Zahlen Arbeitslose mit 64,9 Prozent. Aber auch andere Nichterwerbstätige (33,8 Prozent) oder Menschen im Ruhestand (19,1 Prozent) seien überdurchschnittlich betroffen.

Als Grundlage für die Zahlen diente der Mikrozensus, für den nach Angaben des Bundesamts 47.444 Haushalte und 81.255 Menschen ab 16 Jahren über Einkommen und Lebensbedingungen befragt wurden.

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Von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind nach einer Definition der EU Menschen, auf die mindestens eine von drei Bedingungen zutrifft. Dies ist gegeben, wenn das Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze liegt, ein Haushalt von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen ist oder die Person in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung lebt.

Warum ohne Sozialstaat kein wirtschaftlicher Aufschwung zu erwarten ist, lesen Sie hier .

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurden die Zahlen für armutsgefährdete Deutsche und von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohte Deutsche in Zeile und Anlauftext falsch angegeben. Wir haben die Stellen korrigiert.

naw/dpa