SpOn 09.08.2026
07:21 Uhr

Farc in Kolumbien: Bombenanschlag am ersten Amtstag von Abelardo de la Espriella


Er will Drogenkartelle bekämpfen, die Farc sowieso – und plant neue Mega-Gefängnisse wie in El Salvador: Abelardo de la Espriella ist angetreten, um Kolumbien umzubauen. Seine Gegner begrüßen ihn mit Gewalt.

Farc in Kolumbien: Bombenanschlag am ersten Amtstag von Abelardo de la Espriella

Kolumbien kommt nicht zur Ruhe: Am ersten Amtstag des neuen rechtsgerichteten Präsidenten Abelardo de la Espriella haben beaffnete Gruppen Bomben gezündet. Bei den Anschlägen in verschiedenen Teilen des Landes wurde am Samstag mindestens ein Polizist getötet, wie die Armee mitteilte. Weitere Menschen seien verletzt worden.

Die kolumbianische Armee erklärte, dass abtrünnige Farc-Guerillakämpfer am Samstagmorgen (Ortszeit) eine Mautstelle in der Nähe der Stadt Cali mit Sprengstoff zerstört hätten. Zwei Sicherheitskräfte hätten leichte Verletzungen erlitten.

Zerstörte Mautstelle

Zerstörte Mautstelle

Foto: Joaquin Sarmiento / AFP

In der Region sind Kämpfer unter dem Kommando von Iván Morodisco, dem meistgesuchten Guerillakommandanten Kolumbiens, aktiv. Morodisco führt Kämpfer an, die sich vom historischen Friedensabkommen von 2016 zwischen der Farc und der kolumbianischen Regierung abgespalten haben.

Farc-Rebellen in Kolumbien

Farc-Rebellen in Kolumbien

Foto: JOAQUIN SARMIENTO/ AFP

De la Espriella verurteilte den Anschlag auf X: »Ein Angriff auf die Infrastruktur des Landes ist ein Angriff auf den Fortschritt.« An »die Verantwortlichen« gerichtet sagte er: »Es wird keinen Zufluchtsort, keine Nachsicht und keine Straffreiheit geben.«

Etwa 1000 Kilometer nördlich kam im Departement Cesar am Samstagmorgen bei einem weiteren Bombenanschlag ein Beamter ums Leben. Dort traf eine mit Sprengstoff versehene Drohne eine Polizeistation, wie Behördenvertreter mitteilten.

De la Espriella hatte im Wahlkampf einen »unermüdlichen« Kampf gegen Drogengewalt angekündigt. Der Verbündete von US-Präsident Donald Trump sagte am Freitag, er werde wieder »Ordnung« in das südamerikanische Land bringen. Friedensgespräche mit bewaffneten Gruppen wollte er nach seiner Amtseinführung beenden. Zudem plant der neue Präsident Mega-Gefängnisse nach dem Vorbild von El Salvador.

Seine Amtseinführung fand inmitten der schlimmsten Gewaltwelle statt, die Kolumbien in den vergangenen zehn Jahren erlebt hat.

Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella verdankt seinen hauchdünnen Sieg bei der Präsidentschaftswahl nicht zuletzt Donald Trump. Baut er Kolumbien jetzt in eine Autokratie um? Hier erfahren Sie mehr zu den Hintergründen.

dop/AFP