SpOn 18.02.2026
21:25 Uhr

Falsch gekühltes Organ eingesetzt – Ärzte sehen keine Chance für Kind


In Neapel wurde einem Zweijährigen ein »erfrorenes« Herz transplantiert. Nun kam ein Expertengremium zu dem Schluss: Eine weitere Operation ist nicht sinnvoll. Das Schicksal des Jungen bewegt Italien.

Falsch gekühltes Organ eingesetzt – Ärzte sehen keine Chance für Kind

Für ein kleines italienisches Kind besteht nach einer misslungenen Herztransplantation praktisch keine Hoffnung mehr. In Neapel kam ein Ärztegremium zu der Einschätzung, dass eine nochmalige Operation des Zweijährigen aus medizinischer Sicht keinen Sinn mehr habe. Das Kind liegt seit fast zwei Monaten in der süditalienischen Großstadt auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Beim Transport war das Ersatzorgan falsch gekühlt worden.

Das Schicksal des kleinen Jungen beschäftigt ganz Italien. In den vergangenen Tagen gab es von Ärzten unterschiedliche Einschätzungen, ob er noch einmal operiert werden kann oder nicht. Deshalb reisten Herzchirurgen von vier verschiedenen Kliniken nach Neapel. Nach ihrem Besuch am Krankenbett wurde eine Mitteilung veröffentlicht. Darin heißt es: »Auf der Grundlage der letzten Untersuchungen wird festgestellt, dass der Zustand des Kindes nicht mit einer neuen Transplantation vereinbar ist.« Die Eltern seien informiert worden.

Der Junge leidet seit seiner Geburt an einem schweren Herzfehler. Kurz vor Weihnachten wurde nach langem Warten ein Spenderherz gefunden. Beim Transport wurde das Ersatzorgan jedoch nicht wie üblich in herkömmlichem Eis transportiert, sondern kam mit deutlich kälterem Trockeneis in Kontakt. Dadurch sei es »buchstäblich erfroren«, heißt es. Trotzdem wurde das Herz transplantiert. Seither wird der Junge von einer Maschine am Leben gehalten. Inzwischen wird gegen sechs Ärzte und Sanitäter ermittelt.

atr/dpa