Das US-Justizministerium hat weitere Dokumente der Epstein-Akten veröffentlicht, in denen unter anderem US-Präsident Donald Trump beschuldigt wird. Die am Donnerstag vom Justizministerium veröffentlichten Akten enthalten FBI-Vernehmungsprotokolle einer Zeugin, die angibt, im Alter von 13 bis 15 Jahren sowohl von dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als auch von Trump missbraucht worden zu sein.
Trump hatte sich im vergangenen Jahr monatelang gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten gewehrt, bevor der Kongress auch mit den Stimmen seiner Republikaner deren Freigabe erzwang. Bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen eine enge Beziehung zwischen Epstein und Trump nahe. Bislang wurde dem US-Präsidenten allerdings kein Fehlverhalten nachgewiesen. Trump hatte erklärt, bereits vor Epsteins Verurteilung wegen sexualisierter Gewalt in einem Prozess in Florida im Jahr 2008 mit ihm gebrochen zu haben.
US-Justizministerium: Protokolle versehentlich nicht veröffentlicht
Die US-Demokraten haben der Trump-Regierung vorgeworfen, Details der Epstein-Ermittlungen zu vertuschen, die sich negativ auf den US-Präsidenten auswirken könnten. Am Mittwoch beschloss ein Ausschuss des Repräsentantenhauses, Justizministerin Pam Bondi vorzuladen, um Fragen zum Umgang mit den Epstein-Akten durch das Ministerium zu beantworten.
Das Justizministerium teilte nun mit, die Dokumente seien fälschlicherweise als Dubletten gekennzeichnet gewesen und darum erst jetzt veröffentlicht worden.
Erschütternde Vorwürfe gegen Trump
FBI-Agenten befragten die Frau 2019 im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen den wegen Sexhandels angeklagten Jeffrey Epstein vier Mal. Das Justizministerium hatte zuvor ein Protokoll veröffentlicht, das die Befragungen bestätigte, aber nur eine Zusammenfassung einer dieser vier Befragungen veröffentlicht, in der sie Epstein beschuldigte, sie als Teenager sexuell missbraucht zu haben.
In dem neu veröffentlichten FBI-Ermittlungsprotokoll sagt die Zeugin, Epstein habe sie »entweder nach New York oder New Jersey« mitgenommen und ihr Trump vorgestellt. Als dieser versucht habe, sie zu Oralsex zu zwingen, habe sie Trump gebissen. Über Jahre hinweg hätten sie sowie ihr nahestehende Personen Drohanrufe erhalten, damit sie zu den Vorfällen schweige.
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Das Justizministerium hat darauf hingewiesen, dass einige der Dokumente »unwahre und sensationslüsterne Behauptungen gegen Präsident Trump« enthalten. Die Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Die FBI-Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass die Ermittler 2019 die Gespräche mit der Zeugin eingestellt haben.
