Die Verbindung zwischen dem ehemaligen Prinzen Andrew und dem toten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erschüttert das britische Königshaus. Im vergangenen Oktober wurden Andrew bereits seine königlichen Titel aberkannt. Jetzt gab der Palast bekannt, dass König Charles die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen Andrew unterstützen will.
»Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären«, sagte ein Sprecher. »Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört.« Weiter in der Mitteilung heißt es, dass der König seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe gegen seinen Bruder bereits deutlich gemacht habe. Die Gedanken und Sympathien des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs.
Der ehemalige Prinz Andrew soll jahrelang mit Epstein befreundet gewesen sein. Er blieb auch nach dessen Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern im Jahr 2008 mit dem amerikanischen Finanzier in Kontakt.
Auch Prinz William und seine Frau Kate äußern sich
Die für Windsor zuständige Polizeibehörde hat öffentlich gemacht, dass sie Vorwürfe prüfe, wonach Andrew in seiner Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Jeffrey Epstein weitergeleitet haben könnte. Britische Medien hatten in den Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew etwa Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an Epstein weiterleitete. Ob sich Andrew damit selbst strafbar gemacht haben könnte, war zunächst unklar.
Andrew hat wegen seiner angeblichen Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Epstein alle Ehren, militärischen Ränge und Titel verloren. Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben – darunter auch, als sie noch minderjährig war. Er stritt alle Vorwürfe stets ab, doch eine Zivilklage Giuffres endete im Vergleich.
Auch der britische Thronfolger Prinz William und seine Frau Prinzessin Kate haben sich jüngst zum Epstein-Fall geäußert. Das Paar veröffentlichte eine Erklärung, in der es sein Mitgefühl für die Opfer von Jeffrey Epstein zum Ausdruck bringt. William und Kate seien demnach entsetzt über die bisherigen Berichte zu den mehr als drei Millionen Seiten Dokumenten, die Anfang dieses Monats vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden.
Epstein stand unter Verdacht, Tausende Minderjährige und junge Frauen prostituiert und an teils prominente Kunden vermittelt zu haben. Er starb in seiner New Yorker Gefängniszelle, laut offiziellen Angaben beging er Suizid.
