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Zugriff auf Sandringham, Königreich unter Schock
Polizeiautos auf einem königlichen Anwesen, Ermittler an einem privaten Rückzugsort der Monarchie: Die Festnahme von Ex-Prinz Andrew ist ein Schock für die Royals – und eine Bewährungsprobe für Staat und Krone zugleich. Den Text unseres London-Korrespondenten Christoph Giesen zu den Ereignissen des Tages lesen Sie hier.
Damit beenden wir an dieser Stelle unseren Liveblog. Alle aktuellen Entwicklungen zum Fall finden Sie weiterhin auf SPIEGEL.de
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Foto: Steve Parsons / AFP
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Walisische Regierungschefin äußert sich schockiert
Eluned Morgan, Regierungschefin von Wales, hat sich schockiert zur die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor geäußert. »Ich denke, wir sind alle schockiert über das, was passiert ist. Nun wurde offensichtlich eine Festnahme vorgenommen, und die Angelegenheit liegt in den Händen der Polizei, daher kann ich mich nicht weiter dazu äußern, aber es ist eine ernste Situation«, sagte Morgan laut dem »Guardian«. Sie ergänzte: »Jeder sollte gleich behandelt werden.«
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Wie geht es jetzt für Andrew weiter?
Der ehemalige Prinz könne maximal 96 Stunden festgehalten werden, berichtet der »Guardian«. Dafür müsste es allerdings eine entsprechende Anordnung der Polizei und eines Amtsgerichts geben. In der Regel würden Verdächtige kürzer, nämlich zwölf bis 24 Stunden, festgehalten, bis feststehe, ob man sie anklagt oder freilässt.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft teilte der Zeitung mit, man habe noch keine Empfehlung über die Genehmigung einer Strafanzeige gegen Andrew wegen »Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt« an die Ermittlungsbehörden abgegeben.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft teilte der Zeitung mit, man habe noch keine Empfehlung über die Genehmigung einer Strafanzeige gegen Andrew wegen »Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt« an die Ermittlungsbehörden abgegeben.
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Was macht König Charles?
Wenige Stunden nach der Verhaftung von Ex-Prinz Andrew zeigt sich König Charles III. in der Öffentlichkeit. Der britische Monarch eröffnet die London Fashion Week, die heute beginnt. Zuvor hatte er sich zur Festnahme seines jüngeren Bruders geäußert. Darin teilte Charles auch mit, dass er seinen royalen Pflichten wie gewohnt nachgehen werde.
Quelle: Reuters
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Netzwerke des Schweigens: »Man kann psychologisch erklären, warum das System Epstein funktioniert hat«
Die meisten Personen im Umfeld von Jeffrey Epstein wollen nichts von seinen Taten gewusst haben. Psychologin Stefanie Hechler erklärt, warum Menschen oft untätig zuschauen, wenn Unrecht geschieht. Das Interview unserer Kollegin Anika Freier lesen Sie hier.
Foto: Brendan Smialowski / AFP
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Polizei im Einsatz – die Bilder
Es sind Bilder, die es so noch nicht geben hat: Britische Polizisten im Einsatz, die Razzien in (ehemaligen) Wohnsitzen eines Mitglieds der britischen Königsfamilie durchführen. Neben der Royal Lodge im Great Windsor Park, in der Andrew Mountbatten-Windsor bis vor zwei Wochen lebte, hat die Polizei auch Sandringham, den aktuellen Wohnsitz des Ex-Prinzen, durchsucht.
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Patricia Alexandra Dreyer
Chefin vom Dienst

Blitzanalyse: Charles braucht Abstand. Sehr, sehr viel Abstand
Wird Andrews tiefe Verstrickung in Epsteins Machenschaften seinem Bruder Charles zum Verhängnis?
Es wäre möglich, dass der König den Thron freigibt für seinen Sohn, den beliebten Thronfolger William. Aber: In Großbritannien gilt der Verzicht eines Monarchen auf die Königswürde als ungeheuerlich. Wenn es hart auf hart kommt, trennt man sich eher von seinem Haupt (siehe Charles I., den die Cromwell-Revolutionäre 1629 hinrichteten). Der Großonkel des jetzigen Charles, Edward VIII., hatte 1936 auf den Thron verzichtet, weil er seine Geliebte, die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson, als König nicht hätte heiraten dürfen.
Die Simpson-Affäre und ihr dramatischer Höhepunkt traumatisierten die Windsors nachhaltig. Das wiederum war der Grund dafür, dass Charles ganze 73 Jahre warten musste, bis er endlich auf den Thron steigen durfte. Die lange Regentschaft seiner Mutter Elizabeth II. hat die Monarchie wieder sehr fest in Großbritannien verankert, aller Skandale zum Trotz. Die Monarchie steht in politisch prekären Zeiten für Kontinuität, verleiht dem Land immer noch einen Abglanz alter Empire-Zeiten und ist ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor.
Für Charles kommt es darauf an, sich so deutlich wie möglich von seinem Bruder zu distanzieren. Persönlich standen sich die beiden ohnehin nie besonders nahe, im vergangenen Jahr versuchte der König den großen Befreiungsschlag, als er Andrew alle Titel entzog.
Auch die letzten Zeichen, die Charles sendete, waren deutlich: Er betonte – im Gegensatz zu Andrew – mehrfach sein Mitgefühl für Opfer von sexuellem Missbrauch. Und er ließ darauf hinweisen, dass er sich finanziell nicht an der Entschädigungssumme beteiligte, die von der Windsor-Familie in Andrews Namen an Virginia Giuffre floss, mutmaßlich ein zweistelliger Millionenbetrag.
Wenn diese Strategie der maximalen Distanzierung aufgeht, werden die Royals den Fall Andrew überleben. Sollte es im Lauf der weiteren Untersuchungen aber Hinweise geben, dass Charles oder andere Mitglieder der Windsor-Familie mehr wussten als bislang bekannt, dann wird es richtig eng.
Es wäre möglich, dass der König den Thron freigibt für seinen Sohn, den beliebten Thronfolger William. Aber: In Großbritannien gilt der Verzicht eines Monarchen auf die Königswürde als ungeheuerlich. Wenn es hart auf hart kommt, trennt man sich eher von seinem Haupt (siehe Charles I., den die Cromwell-Revolutionäre 1629 hinrichteten). Der Großonkel des jetzigen Charles, Edward VIII., hatte 1936 auf den Thron verzichtet, weil er seine Geliebte, die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson, als König nicht hätte heiraten dürfen.
Die Simpson-Affäre und ihr dramatischer Höhepunkt traumatisierten die Windsors nachhaltig. Das wiederum war der Grund dafür, dass Charles ganze 73 Jahre warten musste, bis er endlich auf den Thron steigen durfte. Die lange Regentschaft seiner Mutter Elizabeth II. hat die Monarchie wieder sehr fest in Großbritannien verankert, aller Skandale zum Trotz. Die Monarchie steht in politisch prekären Zeiten für Kontinuität, verleiht dem Land immer noch einen Abglanz alter Empire-Zeiten und ist ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor.
Für Charles kommt es darauf an, sich so deutlich wie möglich von seinem Bruder zu distanzieren. Persönlich standen sich die beiden ohnehin nie besonders nahe, im vergangenen Jahr versuchte der König den großen Befreiungsschlag, als er Andrew alle Titel entzog.
Auch die letzten Zeichen, die Charles sendete, waren deutlich: Er betonte – im Gegensatz zu Andrew – mehrfach sein Mitgefühl für Opfer von sexuellem Missbrauch. Und er ließ darauf hinweisen, dass er sich finanziell nicht an der Entschädigungssumme beteiligte, die von der Windsor-Familie in Andrews Namen an Virginia Giuffre floss, mutmaßlich ein zweistelliger Millionenbetrag.
Wenn diese Strategie der maximalen Distanzierung aufgeht, werden die Royals den Fall Andrew überleben. Sollte es im Lauf der weiteren Untersuchungen aber Hinweise geben, dass Charles oder andere Mitglieder der Windsor-Familie mehr wussten als bislang bekannt, dann wird es richtig eng.
Charles und Andrew (Archivbild): Der große Bruder und das ewige Enfant terrible. Foto: David Bebber / AFP
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Prinz Andrew ist immer noch Platz 8 der Thronfolge
Übrigens, er mag seine royalen Titel verloren haben und kein »Prinz« mehr sein. Mitglied der britischen Thronfolge bleibt Andrew weiterhin. Dort ist er derzeit auf Platz 8.
Die aktuelle britische Thronfolge lautet:
Die aktuelle britische Thronfolge lautet:
- William, Prince of Wales (* 1982), ältester Sohn von Charles III.
- George of Wales (* 2013), ältestes Kind und erster Sohn von William, Prince of Wales
- Charlotte of Wales (* 2015), zweitältestes Kind und Tochter von William, Prince of Wales
- Louis of Wales (* 2018), jüngstes Kind und zweiter Sohn von William, Prince of Wales
- Harry, Duke of Sussex (* 1984), jüngster Sohn von Charles III.
- Archie of Sussex (* 2019), Sohn von Harry, Duke of Sussex
- Lilibet of Sussex (* 2021), Tochter von Harry, Duke of Sussex
- Andrew Mountbatten-Windsor (* 1960), zweiter Sohn von Königin Elizabeth II.
Andrew Mountbatten 2021 auf dem Gelände von Schloss Windsor. Foto: Steve Parsons / AFP
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Katharina Osterhammer
Auslandsressort

Geburtstag, aber dieses Mal ganz anders
Wäre Prinz Andrew nicht um 8 Uhr morgens festgenommen worden, hätte er womöglich gefeiert: Heute ist sein 66. Geburtstag.
Frühere Jubeltage verbrachte er oft pompös. An seinem 40. unternahm er mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson und ihren gemeinsamen Töchtern, Prinzessin Beatrice und Eugenie, eine Fahrt im London Eye. Dafür wurde ihm eine private Gondel in dem Riesenrad reserviert – normale Besucher mussten teils bis zu zwei Stunden warten, bis sie wieder den Ausblick über die Hauptstadt genießen durften. Am Abend veranstaltete Ferguson eine rund 30.000 Pfund teure Motto-Party für ihren damaligen Mann.
Frühere Jubeltage verbrachte er oft pompös. An seinem 40. unternahm er mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson und ihren gemeinsamen Töchtern, Prinzessin Beatrice und Eugenie, eine Fahrt im London Eye. Dafür wurde ihm eine private Gondel in dem Riesenrad reserviert – normale Besucher mussten teils bis zu zwei Stunden warten, bis sie wieder den Ausblick über die Hauptstadt genießen durften. Am Abend veranstaltete Ferguson eine rund 30.000 Pfund teure Motto-Party für ihren damaligen Mann.
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Blitzanalyse: Eine neue Dimension des Skandals
Als sich gegen 10 Uhr Ortszeit die Meldungen in London verbreiteten, dass der Bruder des Königs festgenommen worden ist, herrschte in Westminster vor allem eines: gespannte Verwunderung. An ein Ereignis dieser Symbolkraft kann sich kaum jemand erinnern. Nicht nur wegen der Person, sondern wegen der Bilder: Polizeifahrzeuge auf einem königlichen Anwesen. Wann hat es das schon einmal gegeben?
Foto: Peter Nicholls / Getty Images
Seit das amerikanische Justizministerium vor knapp drei Wochen Millionen Dokumente zum Fall des verurteilten amerikanischen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht hat, ist in Großbritannien die Unruhe groß (hier mehr zu den Hintergründen). Zunächst erfasste die Affäre die Regierung und brachte Premierminister Keir Starmer beinahe zu Fall. Die Akten legen nahe, dass Peter Mandelson, der von Starmer ernannte Botschafter in Washington, über Jahre in engem Austausch mit Epstein stand. Demnach leitete Mandelson Einschätzungen zur Euro-Krise weiter, ebenso interne Briefings; zudem soll er finanzielle Zuwendungen erhalten haben. Mandelson weist die Vorwürfe zurück. Die Polizei ermittelt.
Die Festnahme Andrew Mountbatten-Windsors, wie der inzwischen titellose Ex-Prinz offiziell heißt, verschiebt die Dimension erneut. Nach der Regierung steht nun die Krone im Fokus.
Der Epstein-Komplex droht zu einer systemischen Krise zu werden, die nacheinander die tragenden Institutionen des Vereinigten Königreichs erfasst – und damit das Vertrauen in Politik und Monarchie zugleich untergräbt.
Der Epstein-Komplex droht zu einer systemischen Krise zu werden, die nacheinander die tragenden Institutionen des Vereinigten Königreichs erfasst – und damit das Vertrauen in Politik und Monarchie zugleich untergräbt.
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Katharina Osterhammer
Auslandsressort

Durchsuchungen im ehemaligen Wohnsitz
Uniformierte Polizisten bewachen die Royal Lodge, in der Andrew Mountbatten-Windsor bis vor zwei Wochen lebte. Währenddessen wird das Anwesen durchsucht – 30 Zimmer inmitten des weitläufigen Windsor Great Park. Noch ist offen, wie lange die Arbeit dauern wird. Unklar ist auch, ob Andrew nach seinem Umzug noch einmal zurückkehrte, um seinen restlichen Besitz abzuholen, nachdem sein Bruder, König Charles III., ihn umquartiert hatte.
Quelle: Reuters
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Ella Knigge
Nachrichtenressort

Wo steckt Sarah Ferguson?
Nachdem Andrew Mountbatten-Windsor festgenommen wurde, mehren sich die Fragen nach seiner Ex-Frau Sarah Ferguson. In den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten werden auch neue Details über die Freundschaft der ehemaligen Herzogin von York mit dem verstorbenen Sexualstraftäter und US-Multimillionär Epstein bekannt.
Laut Berichten der »Daily Mail« hielt sich Sarah Ferguson zuletzt offenbar im Ausland auf. Demnach verbrachte sie Zeit bei Bekannten in den französischen Alpen und reiste anschließend in die Vereinigten Arabischen Emirate weiter. Ferguson und der Ex-Prinz mussten kürzlich das royale Anwesen in Windsor verlassen. Mountbatten-Windsor zog nach Sandringham – Fergusons neuer Wohnort ist nicht bekannt.
Laut Berichten der »Daily Mail« hielt sich Sarah Ferguson zuletzt offenbar im Ausland auf. Demnach verbrachte sie Zeit bei Bekannten in den französischen Alpen und reiste anschließend in die Vereinigten Arabischen Emirate weiter. Ferguson und der Ex-Prinz mussten kürzlich das royale Anwesen in Windsor verlassen. Mountbatten-Windsor zog nach Sandringham – Fergusons neuer Wohnort ist nicht bekannt.
Sarah Ferguson an Ostern 2025. Foto: Kirsty Wigglesworth / AP
Ferguson soll auch nach Epsteins Verurteilung mit ihm Kontakt gehabt haben. Das hatte Konsequenzen: Ihre Wohltätigkeitsorganisation »Sarah’s Trust« musste schließen, mehrere andere Charitys kündigten die Zusammenarbeit auf. Zudem sollen sechs Unternehmen, die mit Ferguson in Verbindung stehen, sollen aufgelöst werden.
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Patricia Alexandra Dreyer
Newsdesk

À la laterne! Die Krisen-Windsors
Der Andrew-Epstein-Skandal weckt, was die Erschütterung für das britische Königshaus angeht, Erinnerungen an die letzte große Krise der Monarchie: Als die populäre Diana 1997 starb, tat sich Queen Elizabeth II. zunächst schwer, die Verstorbene angemessen zu würdigen. Diana war damals offiziell kein Mitglied des Königshauses mehr gewesen, und während das Volk sie geradezu hysterisch beweinte, verschanzte sich seine Königin in Schottland, Motto: Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Britische Medien liefen damals Sturm gegen Elizabeth, es gab Schlagzeilen wie »Zeigen Sie uns, dass Sie ein Herz haben!«. Viele Briten schienen befremdet, sogar abgestoßen von den Royals, die augenscheinlich jegliches Gespür dafür verloren hatten, was im Land los war.
Diese Abgehobenheit und Arroganz zeichnen auch Andrew aus. Ein Mann, der stets auf seinen Status und seine Privilegien pochte – ohne dafür die geringste Gegenleistung zu erbringen. Was den Epstein-Skandal betrifft, ist der natürlich deutlich gravierender für die Royals als der Diana-Sturm. Es geht um Frauen, teilweise Minderjährige, die sexuell missbraucht, ausgebeutet und in Männerzirkeln wie eine Ware herumgereicht wurden, mutmaßlich auch an Andrew. Der hat seine tiefe Verstrickung in Epsteins Netzwerk nicht nur abgestritten oder kleingeredet; er hat auch nie Mitgefühl für die Opfer gezeigt, keinerlei Bedauern zum Ausdruck gebracht.
Diese Abgehobenheit und Arroganz zeichnen auch Andrew aus. Ein Mann, der stets auf seinen Status und seine Privilegien pochte – ohne dafür die geringste Gegenleistung zu erbringen. Was den Epstein-Skandal betrifft, ist der natürlich deutlich gravierender für die Royals als der Diana-Sturm. Es geht um Frauen, teilweise Minderjährige, die sexuell missbraucht, ausgebeutet und in Männerzirkeln wie eine Ware herumgereicht wurden, mutmaßlich auch an Andrew. Der hat seine tiefe Verstrickung in Epsteins Netzwerk nicht nur abgestritten oder kleingeredet; er hat auch nie Mitgefühl für die Opfer gezeigt, keinerlei Bedauern zum Ausdruck gebracht.
BBC-Journalistin Emily Maitlis mit Andrew 2019. Das Interview sollte ein Befreiungschlag für Andrew werden - und leitete seinen Abstieg ein. Foto: Mark Harrison / BBC / AP
Die BBC hat unlängst Andrews Aussagen in seinem Interview mit Emily Mailtlis 2019 mit dem heutigen Sachstand abgeglichen, der sich aus den Epstein-Akten ergibt. In welchem Maß Andrew damals gelogen und sich herauszureden versucht hat, ist ungeheuerlich. Die Frage ist, wie nahe dieser Skandal an Charles III. und seinen Thronfolger William herankommt.
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Katharina Osterhammer
Auslandsressort

Laut der französischen Tageszeitung »Le Monde« ermitteln mindestens neun britische Polizeibehörden zu einer möglichen Verbindung zwischen Epstein und dem ehemaligen Prinzen. Die Polizei aus dem südostenglischen Surrey informierte über einen geschwärzten Bericht aus den Epstein Files, in dem es um Menschenhandel und sexuelle Übergriffe zwischen 1994 und 1996 auf eine Minderjährige im Dorf Virginia Waters geht. Nachdem der Polizei in Surrey damals nichts derartiges gemeldet worden sei, bittet sie jetzt um Hinweise. Der Bericht erwähnt Andrew nicht namentlich, die Ermittler prüfen nun nach eigener Aussage aber, ob es eine Verbindung zum Ex-Royal gibt.
Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version dieses Eintrags konnte der Eindruck entstehen, dass Andrew in dem geschwärzten Bericht aus den Epstein Files namentlich genannt wird. Das ist nicht der Fall. Die Ermittler prüfen eine Verbindung zu Andrew. Wir haben den Eintrag entsprechend präzisiert.
Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version dieses Eintrags konnte der Eindruck entstehen, dass Andrew in dem geschwärzten Bericht aus den Epstein Files namentlich genannt wird. Das ist nicht der Fall. Die Ermittler prüfen eine Verbindung zu Andrew. Wir haben den Eintrag entsprechend präzisiert.
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Von Vorwürfen zur Festnahme: Die Chronologie des Fall Andrew Mountbatten
Vorwürfe gegen den ehemaligen Prinzen im Zuge zu dessen Nähe zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gibt es seit mehr als einem Jahrzehnt. Jetzt wurde er festgenommen. Eine Auswahl der Schlüsselmomente des Falls:
- 2011: Andrew tritt als britischer Sonderbeauftragter für Handel zurück, nachdem Berichte seine Nähe zu Epstein offenlegen, der drei Jahre zuvor wegen Sexualdelikten an Minderjährigen verurteilt wurde
- 2019: Epstein wird zum zweiten Mal wegen Sexhandels verhaftet und stirbt später in einer New Yorker Gefängniszelle. Der Skandal lebt wieder auf, die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich auf Andrew, der Sex mit mindestens einer Minderjährigen gehabt haben soll, die Epstein ihm zugeführt haben soll. Andrew bestreitet die Vorwürfe.
- 2020: Der Buckingham-Palast setzt Andrews königlichen Pflichten »auf absehbare Zeit« aus. Der Prinzen verliert seine Rolle als Schirmherr von 230 Wohltätigkeitsorganisationen.
- 2021: Virginia Giuffre reicht Klage gegen Prinz Andrew in New York ein. Sie wirft ihm vor, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.
- 2022: Der Zivilprozess endet mit einer außergerichtlichen Einigung.
- April 2025: Virginia Giuffre nimmt sich das Leben.
- Oktober 2025: Mitte Oktober erklärt Andrew, dass er seine königlichen Titel, darunter den des Herzogs von York, und andere Ehrenämter aufgibt, weil »die anhaltenden Anschuldigungen gegen mich von der Arbeit Seiner Majestät und der königlichen Familie ablenken«. Kurz darauf erscheinen posthum die Memoiren von Giuffre. In dem Buch schildert sie detailliert, wie sie Andrew im März 2001 zum ersten Mal traf und dass sie dreimal zu Sex mit ihm gezwungen worden sein soll. König Charles III. entzieht seinem Bruder Ende Oktober seine verbleibenden Titel und Ehren, darunter auch den, den er seit seiner Geburt innehatte – Prinz.
- 2026: Epstein-Akten, die das US-Justizministerium veröffentlicht, belasten den Ex-Prinzen weiter. Sie legen nahe, dass die Freundschaft zwischen dem als Sexualstraftäter verurteilten Milliardär und dem Ex-Royal enger war, als Andrew behauptet.
- Februar 2026: Die britische Polizei nimmt Andrew fest. Ihm wird »Fehlverhalten im Amt« vorgeworfen. Andrew soll in seiner einstigen Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergegeben zu haben.
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Ella Knigge
Nachrichtenressort

William und Kate pflichten König Charles III. bei
Der Prinz William und die Fürstin von Wales unterstützen die Erklärung des Königs nach der Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor, wie britische Medien berichten. König Charles hatte seine »größte Sorge« über die Verhaftung seines jüngeren Bruders zum Ausdruck gebracht und den Behörden seine volle Unterstützung zugesichert.
König Charles III.: »Die Polizei hat unsere volle Unterstützung«
Der britische König ist bemüht, den Vertrauensverlust ins britische Königshaus zu begrenzen, den der Skandal um seinen Bruder ausgelöst hat. Er hat sich zu dessen Festnahme geäußert. »Mit größter Sorge« habe er die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen, schreibt Charles. Und weiter: Nun folge ein fairer und umfassender Prozess. Der König bekräftigte, die Behörden hätten dabei die »uneingeschränkte Unterstützung« der Königsfamilie. »Das Gesetz muss seinen Gang gehen«, sagte Charles und kündigte an, er werde die Angelegenheit nicht weiter kommentieren, solange das Verfahren laufe.
Foto: Adam Vaughan / EPA
Hier lesen Sie das Statement in englischen Original:
»I have learned with the deepest concern the news about Andrew Mountbatten-Windsor and suspicion of misconduct in public office.
What now follows is the full, fair and proper process by which this issue is investigated in the appropriate manner and by the appropriate authorities.
In this, as I have said before, they have our full and wholehearted support and co-operation.
Let me state clearly: the law must take its course.
As this process continues, it would not be right for me to comment further on this matter.
Meanwhile, my family and I will continue in our duty and service to you all. Charles R.«
What now follows is the full, fair and proper process by which this issue is investigated in the appropriate manner and by the appropriate authorities.
In this, as I have said before, they have our full and wholehearted support and co-operation.
Let me state clearly: the law must take its course.
As this process continues, it would not be right for me to comment further on this matter.
Meanwhile, my family and I will continue in our duty and service to you all. Charles R.«
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Patricia Alexandra Dreyer
Newsdesk

Die Royals und das Geld
Auch einem der beliebtesten Mitglieder des Königshauses, Thronfolger William, kam der Epstein-Skandal zuletzt gefährlich nahe: Einer der Geldgeber für Williams Prestigeprojekt, den Umweltpreis »Earthshot«, den er jährlich an junge Wissenschaftler*innen verleiht, ist Sultan Ahmed bin Sulayem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und dessen Name taucht angeblich in den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten auf, die beiden Männer, Epstein und der Sultan, sollen einander anzügliche E-Mails geschrieben haben. Die Earthshot-Organisation wurde deshalb beim Aufsichtskomitee für britische Wohltätigkeitsorganisationen angezeigt.
Dieser Fall wie auch Andrews Verstrickung zeigt das Dilemma, in dem Royals stecken: Um zu zeigen, dass Monarchie in der Moderne immer noch relevant ist, profilieren sich die Adligen gern mit guten Taten, mit Stiftungen und Auszeichnungen, die sie ausloben. Und suchen sich dafür solvente Geldgeber. Und wenn das Geld aus schmutzigen Quellen stammt, wird es gefährlich.
Dieser Fall wie auch Andrews Verstrickung zeigt das Dilemma, in dem Royals stecken: Um zu zeigen, dass Monarchie in der Moderne immer noch relevant ist, profilieren sich die Adligen gern mit guten Taten, mit Stiftungen und Auszeichnungen, die sie ausloben. Und suchen sich dafür solvente Geldgeber. Und wenn das Geld aus schmutzigen Quellen stammt, wird es gefährlich.
Sympathieträger Catherine und William: Wie gefährlich wird der Andrew-Skandal für die britische Monarchie? Foto: Hannah Mckay / PA Wire / dpa
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Alexander Smoltczyk
Autor

Was den Ärger mit Königsbrüdern betrifft, hier ein möglicher Trost des Sonnenkönigs an seinen englischen Kollegen Charles III.: »Für den, der herrscht, kann es von Vorteil sein, zu sehen, wie diejenigen, die ihm durch Geburt nahestehen, durch ihr Verhalten sich weit von ihm entfernen. Die Größe und Erhabenheit seiner Seele wird durch den Gegensatz zu ihrer Weichlichkeit offenbar; was er an Tatkraft und Streben nach Ruhm erkennen lässt, wirkt unendlich glänzender, wenn man um ihn herum nichts als lastenden Müßiggang oder kleinliche Neigungen sieht.« (Louis XIV., »Mémoires«)
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Weder König Charles noch der Buckingham-Palast waren offenbar vorab darüber informiert worden, dass Andrew heute festgenommen werden sollte. So schätzt es die BBC ein.
König Charles III.: »Die Polizei hat unsere volle Unterstützung«
Der britische König ist bemüht, den Vertrauensverlust ins britische Königshaus zu begrenzen, den der Skandal um seinen Bruder ausgelöst hat. Er hat sich zu dessen Festnahme geäußert. »Mit größter Sorge« habe er die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen, schreibt Charles. Und weiter: Nun folge ein fairer und umfassender Prozess. Der König bekräftigte, die Behörden hätten dabei die »uneingeschränkte Unterstützung« der Königsfamilie. »Das Gesetz muss seinen Gang gehen«, sagte Charles und kündigte an, er werde die Angelegenheit nicht weiter kommentieren, solange das Verfahren laufe.
Foto: Adam Vaughan / EPA
Hier lesen Sie das Statement in englischen Original:
»I have learned with the deepest concern the news about Andrew Mountbatten-Windsor and suspicion of misconduct in public office.
What now follows is the full, fair and proper process by which this issue is investigated in the appropriate manner and by the appropriate authorities.
In this, as I have said before, they have our full and wholehearted support and co-operation.
Let me state clearly: the law must take its course.
As this process continues, it would not be right for me to comment further on this matter.
Meanwhile, my family and I will continue in our duty and service to you all. Charles R.«
What now follows is the full, fair and proper process by which this issue is investigated in the appropriate manner and by the appropriate authorities.
In this, as I have said before, they have our full and wholehearted support and co-operation.
Let me state clearly: the law must take its course.
As this process continues, it would not be right for me to comment further on this matter.
Meanwhile, my family and I will continue in our duty and service to you all. Charles R.«
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Königin Camilla zeigt sich der Öffentlichkeit
Während der König eine Stellungnahme zu der Festnahme seines Bruders veröffentlicht hat, absolviert seine Frau offizielle Termine. Sie nahm an einem Lunchkonzert in der »Sinfonia Smith Square Hall« in London teil und zeigte sich der Öffentlichkeit. Die Festnahme ihres Schwagers kommentierte sie nicht.
Die Königin am Donnerstag in London
. Foto: Stefan Rousseau / AP
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Die Londoner begrüßen die Festnahme des ehemaligen Prinzen Andrew. Sehen Sie hier die Stimmen im Video:
Quelle: Reuters
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König Charles III.: »Die Polizei hat unsere volle Unterstützung«
Der britische König ist bemüht, den Vertrauensverlust ins britische Königshaus zu begrenzen, den der Skandal um seinen Bruder ausgelöst hat. Er hat sich zu dessen Festnahme geäußert. »Mit größter Sorge« habe er die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen, schreibt Charles. Und weiter: Nun folge ein fairer und umfassender Prozess. Der König bekräftigte, die Behörden hätten dabei die »uneingeschränkte Unterstützung« der Königsfamilie. »Das Gesetz muss seinen Gang gehen«, sagte Charles und kündigte an, er werde die Angelegenheit nicht weiter kommentieren, solange das Verfahren laufe.
Foto: Adam Vaughan / EPA
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»I have learned with the deepest concern the news about Andrew Mountbatten-Windsor and suspicion of misconduct in public office.
What now follows is the full, fair and proper process by which this issue is investigated in the appropriate manner and by the appropriate authorities.
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As this process continues, it would not be right for me to comment further on this matter.
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Patricia Alexandra Dreyer
Newsdesk

Andrew und Epstein – das Schaf und der Wolf, Teil 2
Was Andrew zur idealen Marionette für Epstein und Maxwell machte, war - und hier sind wir bei der Schlüsselfrage nach der heutigen Relevanz von Monarchie - seine Nutzlosigkeit. Er war das dritte Kind von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip (ihr wurde zeitlebens eine besondere Schwäche für ihren zweitgeborenen Sohn nachgesagt). Andrew glänzte allerdings weder akademisch noch auf anderem Gebiet. Einzige Ausnahme: seine Teilnahme am dreimonatigen Falkland-Krieg 1982 zwischen Großbritannien und Argentinien, als Marineoffizier und Helikopter-Pilot. Dieser Kriegseinsatz scheint Andrew für den Rest seines Lebens ein falsches Selbstbild beschert zu haben: Der edle Held, der sein Leben für sein Land riskiert und dann siegreich heimkehrt.
Kurzer Momnent der Glorie: Andrew bei der Heimkehr aus dem Falkland-Krieg 1982.
. Foto: Bridgeman Images / IMAGO
Doch fortan gelang Andrew nichts mehr. Die Klatschpresse sezierte seine Liebesaffären ("Randy Andy"), die Ehe mit Sarah Ferguson scheiterte. Die Royals suchten eine Beschäftigung für Andrew, und so schuf man für ihn die Rolle eines "Wirtschaftsbotschafters" für Großbritiannen, eine Aufgabe, für die Andrew weden fachlich noch moralisch taugte, wie allen Beteiligten wohl von Anfang an klar gewesen sein dürfte und was heute offenbar ist .
In dem berüchtigen TV-Interview, das Andrew 2019 der BBC-Journalistin Emily Maitlis gab und das eigentlich sein Befreiungsschlag im Epstein-Skandal sein sollte, wird sehr deutlich, wie bizarr Andrews Fehleinschätzung des eigenen Charakters ist. Auf die Frage, warum er Epstein 2010 in New York besucht habe (nach dessen Entlassung aus dem Gefängnis wegen Sex mit Minderjährigen) antwortete er: Er habe "Führung" zeigen wollen und, weil er selbst so ehrenhaft sei, die Beziehung zu Epstein persönlich beenden wollen. Was ein Lüge war, wie wir heute wissen.
In dem berüchtigen TV-Interview, das Andrew 2019 der BBC-Journalistin Emily Maitlis gab und das eigentlich sein Befreiungsschlag im Epstein-Skandal sein sollte, wird sehr deutlich, wie bizarr Andrews Fehleinschätzung des eigenen Charakters ist. Auf die Frage, warum er Epstein 2010 in New York besucht habe (nach dessen Entlassung aus dem Gefängnis wegen Sex mit Minderjährigen) antwortete er: Er habe "Führung" zeigen wollen und, weil er selbst so ehrenhaft sei, die Beziehung zu Epstein persönlich beenden wollen. Was ein Lüge war, wie wir heute wissen.
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Die Festnahme Andrews erfolgte wenige Tage nachdem der britische Palast bekannt gegeben hatte, dass König Charles die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen Andrew unterstützen werde. »Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären«, sagte ein Sprecher des Palastes vor etwas mehr als einer Woche. »Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört.« Weiter in der Mitteilung heißt es, dass der König seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe gegen seinen Bruder bereits deutlich gemacht habe. Die Gedanken und Sympathien des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs. Hier lesen Sie mehr dazu.
Andrew Mountbatten-Windsor . Foto: Will Oliver / EPA
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Wie der Prinz zum Ex-Prinz wurde
Charles und Andrew haben eine wechselvolle Beziehung. Der eine ist inzwischen König, dem anderen wurden seine Titel aberkannt. Ein Rückblick in Bildern.
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Alexander Smoltczyk
Autor

Seit dem späten Mittelalter ist es nur sehr selten vorgekommen, dass der Bruder eines amtierenden Monarchen festgenommen wurde. Der einzige Fall aus der jüngeren Geschichte ist die Verhaftung von Prinz Ahmed bin Abdulaziz Al Saud, dem jüngeren Bruder von König Salman von Saudi-Arabien, am 7. März 2020. Der Prinz habe einen Staatsstreich geplant, so die Behauptung von Kronprinz Mohammed bin Salman, der sich damit die Macht im Königreich endgültig sicherte.
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Ella Knigge
Nachrichtenressort

Giuffres Geschwister zur Festnahme: »Unsere gebrochenen Herzen sind getröstet«
Die Angehörigen von Virginia Roberts Giuffre haben sich zu der Festnahme geäußert. »Endlich, heute, wurden unsere gebrochenen Herzen durch die Nachricht getröstet, dass niemand über dem Gesetz steht, nicht einmal die Königsfamilie«, lassen sich Giuffres Geschwister in einer Erklärung zitieren, die CBS News und der »Guardian« veröffentlichten.
»Im Namen unserer Schwester Virginia Roberts Giuffre möchten wir der Thames Valley Police in Großbritannien für ihre Ermittlungen und die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor unseren Dank aussprechen. Er war nie ein Prinz. Für alle Überlebenden überall: Virginia hat dies für euch getan.«
»Im Namen unserer Schwester Virginia Roberts Giuffre möchten wir der Thames Valley Police in Großbritannien für ihre Ermittlungen und die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor unseren Dank aussprechen. Er war nie ein Prinz. Für alle Überlebenden überall: Virginia hat dies für euch getan.«
Foto: Emily Michot / ZUMA Press / picture alliance
Andrews prominenteste Anklägerin
König Charles hatte seinem Bruder im Oktober vergangenen Jahres den Prinzentitel entzogen. Er ist seitdem nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Die Aufdeckung der Vorwürfe ist größtenteils das Verdienst einer Amerikanerin. Virginia Roberts Giuffre hat mit ihrem posthum erschienenen Buch »Nobody’s Girl« geschafft, was sonst wohl wieder und wieder unter den Teppich gekehrt worden wäre. Sie hat die Vorwürfe gegen Andrew Mountbatten-Windsor so laut und oft wiederholt, dass sie nicht mehr zu ignorieren waren.
Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt den damaligen Prinz Andrew, Virginia Giuffre und die Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell. . Foto: US Department Of Justice / dpa
Detailliert schildert sie in mehreren Kapiteln, wie sie dem ehemaligen Prinz dreimal zugeführt worden sein soll. In London, in Paris und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik. Giuffre schreibt, »Andy« habe sich benommen, als wäre es sein »Geburtsrecht« mit ihr, einem 17-jährigen Mädchen, zu schlafen. Giuffre wurde nur 41 Jahre alt, sie nahm sich 2025 das Leben. Mehr über sie und ihre Memoiren lesen Sie hier.
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Patricia Alexandra Dreyer
Newsdesk

Analyse: Andrew und Epstein - das Schaf und der Wolf
Andrew ist seit Jahren eine Schlüsselfigur im Epstein-Netzwerk. Seine tiefe Verstrickung zeigt exemplarisch, wie Epstein und seine Komplizin Ghislaine Maxwell in Europa vorgegangen sind: Sie knüpften Beziehungen zur Hautevolee, um so Einfluss zu nehmen auf politische Player - und profitierten dann letztlich von geschäftlichen Deals, die im besten Fall zu Stande kamen. Der Kontakt zu Andrew war schnell geknüpft, Maxwell und der Royal kannten sich seit ihrer Jugend. Was es dem Paar besonders leicht machte: Die Geldnot von Andrew und seiner Frau Sarah "Fergie" Ferguson war ein offenes Geheimnis - und Epstein zeigte sich stets großzügig. Was Andrew in den letzten Jahren öffentlich immer wieder nachdrücklich demonstriert hat: Er neigt weder zur kritischen Selbsthinterfragung noch zu Vor- oder Weitsicht. Die Aufmerksamkeit von Maxwell und Epstein schmeichelte ihm offenbar, dürfte ihm ein Gefühl von Relevanz verliehen haben.
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Starmer: »Niemand steht über dem Gesetz«
Kurz bevor die Festnahme Andrews bekannt wurde, hat sich Großbritanniens Premier, Keir Starmer, im britischen Frühstücksfernsehen über den ehemaligen Prinzen geäußert. Angesprochen auf den 66-Jährigen sagte Starmer »BBC Breakfast«: »Eines der wichtigsten Kernprinzipien unseres Systems ist es, dass niemand über dem Gesetz steht.« Das sei nicht nur sehr wichtig, sondern »müsse in diesem Fall genauso gelten wie in jedem anderen Fall auch.«
Quelle: Reuters
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Ella Knigge
Nachrichtenressort

Ex-Prinz Andrew droht lebenslange Haft
Amtsmissbrauch gilt im britischen Recht als eines der schwersten Vergehen. Die Straftat betrifft den schwerwiegenden vorsätzlichen Missbrauch oder die schwerwiegende vorsätzliche Vernachlässigung der Befugnisse oder Pflichten des ausgeübten öffentlichen Amtes, schreibt die Strafverfolgungsbehörde CPS.
Bei einer Verurteilung könnte Andrew Mountbatten-Windsor eine Höchststrafe von lebenslanger Haft drohen. Er hat jegliches Fehlverhalten stets bestritten.
Bei einer Verurteilung könnte Andrew Mountbatten-Windsor eine Höchststrafe von lebenslanger Haft drohen. Er hat jegliches Fehlverhalten stets bestritten.
Foto: Doug Seeburg / News Licensing / IMAGO
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Alexander Smoltczyk
Autor

Festnahmen von Königsbrüdern enden in der Regel unangenehm und ganz besonders in England. Wir erinnern uns an George Plantagenet, den 1. Duke of Clarence. Er wurde – ebenfalls in einem Februar – wegen Hochverrat geächtet und all seiner Titel und Besitztümer beraubt. Sein Bruder erlaubte ihm gönnerhaft, sich die Art der Hinrichtung selbst auszusuchen. Plantagenet entschied sich gegen das Rädern, Enthaupten oder den Scheiterhaufen und wurde 1478 in einem Fass Malvasierwein ertränkt.
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Auftrieb für Gegner der Monarchie
Großbritannien ohne das Königshaus – das ist quasi unvorstellbar. Doch die jüngsten Entwicklungen geben offenbar jenen Auftrieb, die sich für eine Abschaffung der Monarchie und eine Wahl des Staatsoberhauptes einsetzen. Die Organisation Republic nimmt für sich in Anspruch, entscheidend zu der Festnahme beigetragen zu haben. Man habe der Polizei eine Untersuchung nahegelegt, als andere nicht hätten handeln wollen, teilte die Organisation mit. Die Festnahme sei damit eine Reaktion auf die Anzeige von Organisation Republic. Man werde weiterhin Verfehlungen in diesem Zusammenhang nachgehen und der Polizei Informationen zur Verfügung stellen.
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Patricia Alexandra Dreyer
Newsdesk

Was gerade in Großbritannien passiert, hat wirklich gewaltige Dimensionen. Ein Bruder des Königs wird von der Polizei festgenommen und verhört – das gab es in der jüngeren britischen Geschichte nicht. Willkommen im 21. Jahrhundert, Familie Windsor.
Historische Festnahme
Diese Festnahme markiert einen historischen Moment: Andrew Mountbatten-Windsor ist der erste hochrangige Royal (beziehungsweise Ex-Royal), der in jüngerer Vergangenheit festgenommen worden sei, konstatiert der »Guardian«. »Jüngere Vergangenheit« ist dabei allerdings recht großzügig bemessen: Man müsse schon bis zu König Charles I. zurückgehen, der 1647 während des Bürgerkrieges festgenommen worden sei, schreibt die Zeitung. Er sei wegen Hochverrats angeklagt worden, weil er sich geweigert habe, Begrenzungen seiner königlichen Autorität hinzunehmen. Dies habe zu seiner Hinrichtung 1649 geführt.
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Wie lange kann Andrew festgehalten werden?
Laut der britischen BBC kann die Polizei den ehemaligen Prinzen bis zu 96 Stunden festhalten. Sie zitiert zudem einen ehemaligen hochrangigen Beamten der britischen Polizei, der angibt, dass der Fahndungsdruck in den vergangenen Wochen zugenommen habe. Durch Andrews Festnahme können die Beamten nun auf Computer, Daten, Fotos und weitere potenzielle Beweismittel zugreifen. Durchsucht werden neben Sandringham, dem Landsitz des Ex-Prinzen, offenbar Adressen in Berkshire und Norfolk.
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Überblick: Ex-Prinz Andrew wegen Verwicklung in Epstein-Skandal festgenommen
Der Epstein-Skandal erfasst die britische Königsfamilie mit voller Wucht: Die Polizei hat den früheren Prinzen Andrew an dessen 66. Geburtstag im Zusammenhang mit dessen Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein festgenommen. Andrew wird vorgeworfen, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den 2019 gestorbenen Epstein weitergeleitet zu haben. Wir halten Sie hier über die Entwicklungen in dem Fall auf dem Laufenden.
Andrew 2025. Foto: Jordan Pettitt / AFP
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Historische Festnahme
Diese Festnahme markiert einen historischen Moment: Andrew Mountbatten-Windsor ist der erste hochrangige Royal (beziehungsweise Ex-Royal), der in jüngerer Vergangenheit festgenommen worden sei, konstatiert der »Guardian«. »Jüngere Vergangenheit« ist dabei allerdings recht großzügig bemessen: Man müsse schon bis zu König Charles I. zurückgehen, der 1647 während des Bürgerkrieges festgenommen worden sei, schreibt die Zeitung. Er sei wegen Hochverrats angeklagt worden, weil er sich geweigert habe, Begrenzungen seiner königlichen Autorität hinzunehmen. Dies habe zu seiner Hinrichtung 1649 geführt.
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Ella Knigge
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Der Ex-Prinz Andrew musste Anfang Februar aus seinem alten Wohnsitz in Windsor ausziehen und wohnt seitdem in Sandringham. Der Landsitz ist im privaten Besitz von Charles III. und liegt in der englischen Grafschaft Norfolk.
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Das Gut Sandringham ...
... liegt in der in der Grafschaft Norfolk im Osten Englands. Hier feiern die Windsors traditionell gemeinsam Weihnachten.
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In den sozialen Netzwerken trendet die Festnahme von Mountbatten-Windsor. Es regt sich auch Kritik am Wording der britischen Polizei:
- »Vorwürfe wegen Menschenhandel und sexuellen Missbrauchs gegen Prinz Andrew – keine Festnahme.
- Mutmaßliches Fehlverhalten im öffentlichen Amt? – Festnahme.
»Kein Wunder, dass Frauen der Polizei nicht vertrauen«, schreibt etwa die britische Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Charlotte Proudman auf der Plattform X.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Andrew soll Dokumente an Epstein weitergegeben haben
Andrew wird vorgeworfen, in seiner einstigen Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergegeben zu haben.
In den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten hatten britische Medien E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete. Folgen könnten strafrechtliche Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Amtsgeheimnis und Amtsmissbrauch sein – was einen langen Schatten auf die Vertrauenswürdigkeit aller Royals im Land werfen könnte. Die polizeilichen Ermittlungen bedeuten nicht automatisch, dass er sich strafbar gemacht hat.
König Charles III. hatte angekündigt, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen.
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Ella Knigge
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Andrew soll Dokumente an Epstein weitergegeben haben
Andrew wird vorgeworfen, in seiner einstigen Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergegeben zu haben.
In den jüngst veröffentlichten Epstein-Akten hatten britische Medien E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete. Folgen könnten strafrechtliche Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Amtsgeheimnis und Amtsmissbrauch sein – was einen langen Schatten auf die Vertrauenswürdigkeit aller Royals im Land werfen könnte. Die polizeilichen Ermittlungen bedeuten nicht automatisch, dass er sich strafbar gemacht hat.
König Charles III. hatte angekündigt, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen.
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Andrews prominenteste Anklägerin
König Charles hatte seinem Bruder im Oktober vergangenen Jahres den Prinzentitel entzogen. Er ist seitdem nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Die Aufdeckung der Vorwürfe ist größtenteils das Verdienst einer Amerikanerin. Virginia Roberts Giuffre hat mit ihrem posthum erschienenen Buch »Nobody’s Girl« geschafft, was sonst wohl wieder und wieder unter den Teppich gekehrt worden wäre. Sie hat die Vorwürfe gegen Andrew Mountbatten-Windsor so laut und oft wiederholt, dass sie nicht mehr zu ignorieren waren.
Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt den damaligen Prinz Andrew, Virginia Giuffre und die Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell. . Foto: US Department Of Justice / dpa
Detailliert schildert sie in mehreren Kapiteln, wie sie dem ehemaligen Prinz dreimal zugeführt worden sein soll. In London, in Paris und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik. Giuffre schreibt, »Andy« habe sich benommen, als wäre es sein »Geburtsrecht« mit ihr, einem 17-jährigen Mädchen, zu schlafen. Giuffre wurde nur 41 Jahre alt, sie nahm sich 2025 das Leben. Mehr über sie und ihre Memoiren lesen Sie hier.
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Ella Knigge
Nachrichtenressort

Zugriff in Sandringham
Die Polizei von Thames Valley berichtete von der Festnahme eines Mannes »in seinen Sechzigern«. Zusätzlich zu der Festnahme auf dem Landsitz werden demnach Adressen in Berkshire und Norfolk durchsucht. Die Polizei hat den Namen des festgenommenen Mannes vorerst nicht bestätigt.
Britische Medien berichteten, dass mehrere Polizeiwagen am Morgen zum Landsitz Sandringham gefahren seien. Der britische Ex-Prinz Andrew war Anfang Februar aus der Residenz Royal Lodge in Windsor ausgezogen und wohnte seitdem in Sandringham.
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