SpOn 08.02.2026
03:29 Uhr

Fall Jeffrey Epstein: Ex-Minister Jack Lang gibt Leitung von Kulturinstitut in Frankreich ab


In den Epstein-Akten wird auch der frühere französische Kulturminister Jack Lang belastet, es geht um Geldwäsche und Steuerbetrug. Die Justiz ermittelt. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück – und reicht seinen Rücktritt ein.

Fall Jeffrey Epstein: Ex-Minister Jack Lang gibt Leitung von Kulturinstitut in Frankreich ab

Im Zuge der Enthüllungen im Fall Jeffrey Epstein haben auch die Behörden in Frankreich Ermittlungen gegen einen ehemaligen Minister aufgenommen. Angesichts von Vorermittlungen wegen schweren Steuerbetrugs wies der frühere Kulturminister Jack Lang die Vorwürfe zurück. Diese seien unbegründet, sagte Lang laut französischen Medienberichten.

Unter dem Druck der Vorwürfe bot er dennoch seinen Rücktritt als Präsident des Pariser Kulturinstituts »Institut du monde arabe« (IMA) an. Das Institut für die arabische Welt wird vom Außenministerium mitfinanziert.

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot nehme den Rücktritt Langs zur Kenntnis, bestätigte das Ministerium der Nachrichtenagentur dpa. Barrot leite das Verfahren zur Ernennung eines Nachfolgers an der Spitze des IMA ein.

Jack Langs Name taucht 670-mal in den Epstein-Akten auf

Die Finanzstaatsanwaltschaft hatte Medienberichten zufolge am Freitag eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Geldwäsche und schweren Steuerbetrug gegen Lang und seine Tochter Caroline Lang eingeleitet. Zuvor war bekannt geworden, dass die Namen der beiden in den Dokumenten auftauchen, die von der US-Justiz im Rahmen der Epstein-Affäre veröffentlicht wurden. Der Name Jack Lang ist dabei mehr als 670-mal erwähnt. Eine bloße Erwähnung bedeutet noch kein Fehlverhalten.

Französischer Ex-Minister Jack Lang (im März 2024)

Französischer Ex-Minister Jack Lang (im März 2024)

Foto:

Stephane de Sakutin / AFP

Der bis in höchste Kreise vernetzte Investor und Milliardär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging der verurteilte Sexualstraftäter Suizid (mehr zum Epstein-Club hier in der SPIEGEL-Titelgeschichte ). Ein gigantischer Datensatz der Ermittlungsakten, die sogenannten Epstein-Files, ist mittlerweile frei zugänglich. Am 30. Januar wurden noch einmal mehr als drei Millionen Seiten und etwa 180.000 Bilder veröffentlicht.

Lang berief sich nach Veröffentlichung der Akten auf seine »Naivität« mit Blick auf die Beziehung zu Epstein. Der sei »kein Freund« gewesen, er habe »nichts gewusst« und den Kontakt abgebrochen, als er von Epsteins Verurteilung als Sexualstraftäter erfahren habe. Tatsächlich ist Lang noch 2019 an der Seite von Epstein auf einem Foto vor dem Louvre zu sehen.

Die nun angekündigte Untersuchung betrifft den Berichten zufolge mutmaßliche finanzielle Verbindungen zu Epstein: Nach einem Bericht von »Mediapart« ist Lang in den Statuten eines Offshore-Unternehmens zitiert, das Epstein zusammen mit Langs Tochter gegründet hatte, um in junge Künstler zu investieren. Langs Tochter Carolin trat deswegen bereits von ihrem Posten bei einem Verband von Filmproduzenten zurück.

»Mediapart« fand in den neu veröffentlichten Epstein-Akten auch Hinweise darauf, dass Lang sich von Epstein mehrfach Autos mit Chauffeur finanzieren ließ. 2017 soll Lang Epstein zu einer Geburtstagsfeier »im kleinen Kreis« eingeladen haben.

Jack Lang hatte unter den früheren Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac verschiedene Regierungsposten inne. Bekannt wurde er vor allem als Kulturminister, das Amt hatte er mit Unterbrechungen von 1981 bis 1993 inne. Lang hatte auch Anteil an der architektonischen Gestaltung von Paris, so geht auf ihn die gläserne Pyramide am Louvre zurück. Seit 2013 stand der 86-Jährige an der Spitze des »Institut du monde arabe«.

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Nach der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten zum Fall Epstein sind auch andere ehemalige europäische Regierungsvertreter wegen finanzieller Verflechtungen mit dem Sexualstraftäter ins Visier der Behörden geraten. Gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson laufen Ermittlungen, weil er während der Finanzkrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben soll. Mehr dazu, wie der »Fürst der Finsternis« zur Gefahr für Premier Keir Starmer wird, erfahren Sie hier .

aar/dpa/AFP