SpOn 22.11.2025
11:29 Uhr

Fahrradhandschuhe im Test: Modelle von Endura, GripGrab, Chiba, Vaude, Ziener, Gorewear


Wer auch bei Kälte aufs Rad steigt, braucht gute Handschuhe. Wir haben elf Modelle im Regen und bei Frost getestet. Nicht alle wärmen auch bei Minusgraden.

Fahrradhandschuhe im Test: Modelle von Endura, GripGrab, Chiba, Vaude, Ziener, Gorewear

Dieser Testbericht erschien zuletzt am 15. Dezember 2024. Wir haben vier neue Produkte getestet und den Artikel aktualisiert.

Wenn es kalt wird, macht Radfahren ohne Handschuhe keinen Spaß. Wintertaugliche Modelle gibt es als klassische Fingerhandschuhe und in der sogenannten Lobster-Variante. Letztere spielt auf die Scheren von Hummern (englisch: Lobster) an. Anders als Fäustlinge fassen Lobster-Handschuhe nur ausgewählte Finger so zusammen, dass diese einander wärmen können.

Fäustlinge wärmen zwar hervorragend, aber die Bremse und besonders die Schalthebel lassen sich nicht vernünftig bedienen. Besser geht das mit Fingerhandschuhen, doch die sind nicht so warm. Lobster-Handschuhe sind eine Art Kompromiss aus beiden: Zwei oder drei Finger können sich gegenseitig wärmen, zugleich bleiben aber immer einer oder zwei flexibel genug, um am Fahrrad die Schalthebel zu bedienen.

Die beste Wärmeisolierung nützt jedoch nichts, wenn das Material nicht wenigstens wasserabweisend ist. Nasse Handschuhe wärmen nicht. Alle von uns getesteten Handschuhe halten die Hände trocken und sind winddicht.

Es gibt aber auch einige Extras, die nützlich sein können.

Sportliche Radfahrer schätzen eine Polsterung der Handfläche. Je mehr sie auf dem Rad nach vorn geneigt sitzen, desto mehr Gewicht lastet auf den Händen. Eine Polsterung verteilt den dadurch entstehenden Druck und dämpft Vibrationen. Gelpolster halten in der Regel länger als solche aus Schaumstoff.

Einige Hersteller verwenden an den Fingerspitzen ein Material, das die Touch-Bedienung von Smartphones ermöglicht. Das ist hilfreich, wenn man unterwegs einen Anruf entgegennehmen möchte, das gezielte Treffen kleiner Schaltflächen in Apps ist mit den kräftigen Handschuhspitzen aber eher Glücksache.

Viele Fahrradhandschuhe haben an der Innenseite der Daumen ein weiches oder frottiertes Material. Die Hersteller nennen so etwas gelegentlich verschämt »Schweißwischer«, obwohl »Nasenwischer« passender wäre: Tatsächlich putzen sich Radfahrer im Winter selten den Schweiß von der Nase, sondern meist andere Flüssigkeiten. Gut also, dass die Handschuhe in der Regel waschbar sind. Achten Sie aber auf die Reinigungsanleitung der Hersteller, damit sie wasserdicht oder wasserfest bleiben.

Fazit

Wer bei Minusgraden fahren will, ist mit einem der Lobster-Handschuhe (GripGrab oder Gorewear) gut bedient. Alternativ wäre der Fingerhandschuh Vinadi von Roeckl eine Option für richtig kalte Tage. Die anderen Handschuhe im Test sind bei Plus-Temperaturen allesamt gut einsetzbar. Unsere Favoriten wären der Villach 3 von Roeckl und der All Natural Glove von Chiba.

Diese Handschuhe haben wir getestet:

Weiter unten kommen Sie zu den Einzeltests.


Chiba All Natural Glove Warm

Chiba All Natural Glove: Fingerhandschuhe aus Naturmaterialien

Chiba All Natural Glove: Fingerhandschuhe aus Naturmaterialien

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die All Natural Gloves von Chiba werden aus mehreren Wollarten und Nappaleder hergestellt. Wer also keine Kunststoffe an den Händen mag, ist mit den wind- und wasserdichten Naturhandschuhen gut bedient. Zumindest, solange die Wetterbedingungen nicht zu extrem werden. Das Außenmaterial aus Merinowolle lässt zwar auch bei Regen keine Nässe bis zu den Händen durch, saugt sich aber auf Dauer voll. Und dann verliert es an Isolationsfähigkeit.

Eine weibliche Testerin bemängelte zudem, dass bei Kälte und Wind die Fingerspitzen kalt werden würden. Auch dass die Handschuhe am Handgelenk nicht so eng abschließen wie die meisten Konkurrenzmodelle, gefiel der Testerin nicht. Für die meisten Einsatzzwecke bei Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts waren die All Natural Gloves aber gute Begleiter. Das Material fühlt sich angenehm an und man kommt an den Händen kaum ins Schwitzen. Das Leder an der Handfläche bietet guten Halt am Lenker und das Schalten ist mit allen Systemen möglich. Ein Smartphone oder andere Touch-Oberflächen kann man mit dem Leder jedoch nicht bedienen. Die Handschuhe fallen etwas klein aus. Lieber eine Nummer größer bestellen. Zwei Farben hat Chiba im Angebot.

Fazit: ein angenehm zu tragender Winterhandschuh für Alltagsfahrten bei nicht zu extremen Wetterverhältnissen.


Vaude Tura II

Tura II von Vaude: Der weite Bund geht über den Jackenärmel

Tura II von Vaude: Der weite Bund geht über den Jackenärmel

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Der Tura II wirkt mit seinem langen und weiten Handgelenkabschluss wie ein Ski- oder Motorradhandschuh. Der Vorteil dieser »Tüte« an den Handgelenken: Der Handschuh kann über die Ärmel der Jacke gezogen werden, sodass kein Fahrtwind in die Jackenärmel zieht. Zusätzlich lässt sich der Stoff mit Gummibändern zuziehen. Das gelingt auch mit behandschuhter Hand.

Die Fingerhandschuhe sind mit einer Primaloft-Fütterung versehen. Dennoch wärmen sie nicht besser oder schlechter als die Fingerhandschuh-Konkurrenz. Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt sind sie einsetzbar, eine morgendliche Fahrt bei Raureif führte nach rund fünf Kilometern Strecke zu kalten Fingerspitzen. Vorteil des eher glatten Obermaterials: Es ist weitgehend wasserabweisend. Die Hände blieben bei Regen trocken.

Eine Polsterung an der Handinnenfläche gibt es nicht. Dafür an Mittelfinger und Daumen Applikationen, die mit erhöhter Griffigkeit das Schalten mit Touren-, Mountain- oder City-Bike Schaltungen erleichtern sollen. Der Effekt ist gering. Mit den Zeigefingern lassen sich Touch-Oberflächen bedienen. Aber wegen der kräftigen Fingerkuppen trifft man nur selten, was man treffen will.

Fazit: Die Tura II sind ordentlich verarbeitete Handschuhe für Plus-Temperaturen. Für die Langstrecke fehlt eine Polsterung.


Chiba City Liner

City Liner von Chiba: Guter Halt und keine Probleme beim Schalten

City Liner von Chiba: Guter Halt und keine Probleme beim Schalten

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Die City Liner von Chiba sind mit einer Primaloft-Fütterung ausgestattete Fingerhandschuhe. Zusammen mit dem wasserfesten Außenmaterial (eine Polyamid/Polyester/Polyurethan-Mischung) sind sie auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gut fahrbar. Bei Regen erwies sich das Obermaterial als erstaunlich wasserdicht. Allerdings saugt sich die gepolsterte und griffige Handfläche auf Dauer voll und lässt nach einiger Zeit vom Lenker her Feuchtigkeit durch. Die Handschuhe vermitteln ein sicheres Gefühl am Lenker und stören nicht beim Schalten.

Am Handgelenk gibt es einen Fleeceabschluss, der als Pulswärmer eng anliegt. An den Zeigefingern und Daumen befinden sich touchfähige Elemente zur Bedienung eines Smartphones. Das funktioniert mit dem weichen Material besser als bei den meisten Konkurrenzmodellen. Die City Liner fallen klein aus, meist dürfte eine Nummer größer als üblich die bessere Wahl sein.

Fazit: Die City Liner können das, was der Name andeutet: Die Hände bei nicht allzu langen und allzu kalten Pendlerfahrten warm und trocken halten.


Roeckl Sports Villach III

Villach III: Hochwertig verarbeitet, aber Schwächen bei Minustemperaturen

Villach III: Hochwertig verarbeitet, aber Schwächen bei Minustemperaturen

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Den Villach III gibt es in drei Versionen: als Fünffingerhandschuh und als Lobster mit einem 1:1:3- oder 1:2:2-System. Wir haben den Fingerhandschuh getestet. Er sitzt gut und vermittelt ein Gefühl der Sicherheit, was zum einen mit der griffigen und teils gepolsterten Handinnenfläche zu tun hat, zum anderen mit einem per Klett verschließbaren Gurt um das Handgelenk. Schöner Nebeneffekt: Vom Handgelenk aus kommt keine Kälte rein.

Dafür gelangt sie an die Fingerspitzen. Zumindest bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Wer auch bei Minusgraden fahren möchte, sollte eine der Lobster-Varianten erwägen. Dennoch: Unter den Fingerhandschuhen im Testfeld gehört der Villach 3 zu den wärmeren Modellen.

Nicht gut gefallen hat die auf die Daumen- und Zeigefingerspitzen angebrachte Schicht zur Bedienung von Touch-Oberflächen. Sie ist viel zu groß und hart, um gezielt Apps zu starten oder gar zu bedienen. Dafür erwies sich der Handschuh als winddicht und wasserfest.

Roeckl Sports bietet den Villach 3 in drei Farben an.

Fazit: Der Villach 3 überzeugt bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt mit Griffigkeit und einem guten Schutz gegen Wind und Regen.


Gorewear Gore-Tex Isolierte Trigger Handschuhe

Die Gore-Tex Isolierten Trigger Handschuhe von Gorewear: Lobster-Design mit Zeigefinger-Problem

Die Gore-Tex Isolierten Trigger Handschuhe von Gorewear: Lobster-Design mit Zeigefinger-Problem

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

Der Name ist etwas sperrig, die Handschuhe selbst sind aber weich und angenehm zu tragen. Sie folgen dem Lobster-Design nach dem 1-1-3-System: Daumen und Zeigefinger haben eine eigene Hülle, die drei anderen Finger teilen sich eine weitere und können sich so gegenseitig warmhalten. Aber anders als bei einigen Konkurrenzmodellen ist der Innenhandschuh ein Fünffingerhandschuh. Das ist beim Hineinschlüpfen erst mal etwas verwirrend, aber bei der Fahrt spielt das keine Rolle.

Die drei zusammengefassten Finger wärmen sich tatsächlich und bleiben auch warm. Anfällig ist der Zeigefinger: Im Test bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wurde nach einiger Zeit der einzelne Finger kalt. Bei sportlicher Fahrt und höheren Temperaturen hatten wir keine Probleme mit schwitzigen Händen.

Die äußere Haut ist aus Gore-Tex-Material und weitgehend wasserdicht. Im Test bei kräftigem Regen blieben die Hände trocken. An der Handfläche ist das Material weich und griffig. Der Lenker fasst sich gut an. Die Zeigefingerspitze und die Spitze des Dreierfachs haben eine kapazitive Schicht zur Bedienung eines Smartphones. Das funktioniert, aber mit den kräftig isolierten Fingern trifft man keine kleinen Buttons. Zum Wischen und Entsperren mit Gesichtserkennung reicht es.

Schaltung und Bremse am City- und Tourenrad lassen sich mit dem 1-1-3-System gut bedienen, ebenso ein Mountainbike. Probleme habe ich mit der Rennradschaltung von Shimano: Hier sind drei Finger für den kleinen Hebel zu viel.

Gorewear bietet den Handschuh in sieben Größen und in zwei Farben an: neben unserem Neongelb auch in Schwarz.

Fazit: Die Gorewear-Handschuhe tragen sich angenehm und sind bis etwa null Grad ausreichend warm. Für die Schaltung von Gravelbikes und Rennrädern ist das 1:1:3-System jedoch nicht optimal.


Valkental GloRider v2 Ultra

Valkental GloRider v2 Ultra: Wasserdicht und warm, aber die Durchlüftung fehlt

Valkental GloRider v2 Ultra: Wasserdicht und warm, aber die Durchlüftung fehlt

Foto: Patrick Rohde

Die GloRider V2 Ultra sind Valkentals Handschuh für den Wintereinsatz. Für die Übergangszeit gibt es ein ähnliches, weniger stark isoliertes Produkt mit dem Zusatz »Flex«. Diesen leichten Handschuh haben wir nicht getestet.

Unser »Ultra« ist tatsächlich warm und erfüllt seine Aufgabe für einen Fingerhandschuh gut. Im Testzeitraum lagen die Temperaturen zwischen 3 und 12 Grad. Im oberen Temperaturbereich sind die Handschuhe schon zu warm, und man neigt zum Schwitzen. Die Temperaturen im unteren Bereich wurden gut abgedeckt.

Die Handballen sind nur leicht gepolstert. Bei längeren Fahrten könnten die Hände daher einschlafen, was bei einer 35-Kilometer-Testtour mit Regenschauern aber nicht passiert ist. Außerdem gibt es im Handballenbereich eine Gummierung, die am Lenker für mehr Festigkeit sorgt. Die Zeigefinger und der Daumen sind jeweils mit einer kapazitiven Schicht versehen, sodass man ein Smartphone bedienen kann, ohne die Handschuhe ausziehen zu müssen.

Das wind- und wasserdichte Material des Valkental führt dazu, dass man schnell an den Händen schwitzt. Beim Ausziehen zeiht man dann versehentlich den feucht-verschwitzten Innenhandschuh mit aus den Handschuhen heraus und muss dessen Fingerlinge umständlich wieder den fünf Fingern der Hülle zuordnen.

Gefahren haben wir die GloRider V2 Ultra im Farbton Silber, der so ausgeführt ist, dass die Handschuhe hell aufleuchten, wenn sie von Autoscheinwerfern erfasst werden. Zusätzlich sind die Farben Schwarz, Neongelb und ein ebenfalls reflektierendes Dunkelgrau im Angebot.

Fazit: Der Handschuh ist wasserdicht und wärmt gut. Die Durchlüftung ist jedoch mangelhaft, sodass man schnell verschwitzte Hände bekommt.


Endura Deluge Handschuhe

Der Deluge von Endura: Wasserdicht, aber bei Temperaturen unter null kommt er an seine Grenzen

Der Deluge von Endura: Wasserdicht, aber bei Temperaturen unter null kommt er an seine Grenzen

Foto: Markus Linden

Die Deluge sind aus einem leichten Material gefertigt, das laut Endura wasserdicht sein soll. Tatsächlich blieben die Hände bei einer Testfahrt im Hamburger Dauerregen trocken.

Die Handschuhe sind nicht ganz so stark gefüttert wie etwa die Lobster Gloves von GripGrab oder Roeckls Vinadi. Ein Vorteil, weil sie die Bewegungsfreiheit der Finger kaum einschränken, aber ein Nachteil bei der Isolierung. Bei unseren Testrunden bei einer Temperatur von etwa sechs Grad blieben die Hände ausreichend warm. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt reicht das Modell nicht mehr für längere Fahrten aus.

Endura gibt an, dass das Thinsulate-Material der Handschuhe atmungsaktiv sei. Das verhindert Schweiß zwar nicht komplett, war aber im Test kein Problem bei sportlichen Fahrten. Das Innenfutter ist weich, und obwohl die Handschuhe eher eng geschnitten sind, lassen sie sich leicht an- und ausziehen.

Die Handinnenflächen des Handschuhs sind mit Gel gepolstert und teils geriffelt, sodass der Lenker sicher gefasst werden kann. Am Zeige- und am kleinen Finger sind jeweils außen reflektierende Elemente angebracht. Wir haben die Version in Neongelb getestet, die auch bei Schmuddelwetter im Straßenverkehr sichtbar ist. Wer die Leuchtfarbe nicht mag, kann die Handschuhe mit reflektierenden Elementen auch in Schwarz erwerben.

Man kann sein Smartphone mit den Handschuhen bedienen, Tippen auf der Tastatur ist aber nahezu unmöglich. Der »Nasenwischer« am Daumen ist vorhanden.

Fazit: Der Deluge ist leicht, sitzt gut und ist für Einsätze über null ausreichend warm.


GripGrab Nordic 2 Windproof Deep Winter Lobster Gloves

Die Lobster-Handschuhe von GripGrab wärmen ordentlich, eignen sich aber nicht gut für Rennrad-Schaltgriffe

Die Lobster-Handschuhe von GripGrab wärmen ordentlich, eignen sich aber nicht gut für Rennrad-Schaltgriffe

Foto: Markus Linden / DER SPIEGEL

GripGrab hat das Lobster-System bei seinen Winterhandschuhen als 1-1-3-System aufgebaut: Daumen und Zeigefinger sind einzeln eingehüllt. Die restlichen Finger sind zusammen eingepackt, sind aber im Innenfutter getrennt. Das Anziehen fühlt sich also ähnlich an wie bei Fingerhandschuhen. Der Bund ist nicht sonderlich lang und wird am Handgelenk mit einem Gummizug und Klett geschlossen.

Am Handballen gibt es eine zusätzliche Fütterung, die das Gewicht beim Aufstützen am Lenker etwas abfedert. An den Fingerspitzen und oberhalb des Ballens ist ein Gummibelag aufgebracht, der das Abrutschen verhindert.

Im Test kann man mit dem Lobster-System von GripGrab am Mountainbike und am Tourenrad fast ungehindert schalten und bremsen. Am Rennrad jedoch sind die drei Finger zusammen etwas zu unbeholfen für den kleinen Schalthebel einer Shimano-Schaltung.

Regen perlt von den Handschuhen ab. Bei Temperaturen um etwa acht Grad auf der Testfahrt sind die Handschuhe aber fast zu warm. Knapp unter dem Gefrierpunkt waren sie gut und lange einsetzbar. Auch wenn die Hände schwitzen, lassen sich die Handschuhe gut ausziehen. Den »Schweißwischer« am Daumen gibt es auch.

Zeigefinger und Daumen eignen sich prinzipiell für die Bedienung eines Touchscreens – allerdings macht die starke Fütterung die Fingerspitzen dick. Mit etwas Übung kann man aber zumindest Apps starten oder einen Anruf entgegennehmen.

Fazit: Die Lobster-Handschuhe sind warm bis unter null Grad, winddicht und sie lassen sich leicht an- und ausziehen.


Chiba Bioxcell Warm Winter

Chibas Bioxcell-System mit Gelpolster: Es kann das Einschlafen der Hände verhindern

Chibas Bioxcell-System mit Gelpolster: Es kann das Einschlafen der Hände verhindern

Foto: Markus Linden

Die Bioxcell Warm Winter sind Fingerhandschuhe mit einer Besonderheit: Hinter dem Marketingbegriff Bioxcell verbirgt sich ein kräftiges Gel-Element auf der Handinnenfläche knapp unterhalb des kleinen Fingers und des Ringfingers. Es ist acht Millimeter dick und polstert mit dieser Höhe die Hand nicht nur dort, sondern hebt sie auch in der Mitte etwas höher. Chiba schreibt, so würden zwei Nerven an der Hand entlastet, deren Überbelastung Radfahrer als »eingeschlafene« Hände empfänden. Wer darunter leidet, könnte es mal mit den Chiba-Handschuhen probieren.

Auch ohne dieses Extra hat Chiba einen durchdachten Handschuh konzipiert: Das äußere Material ist oben wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv, die Handinnenfläche ist leicht gerippt und sorgt für sicheren Halt am Lenker. Das Innenfutter ist kräftig.

Der Bund am Handgelenk wird per Klett geschlossen. Chiba hat an dieser Stelle Neopren verarbeitet und bezeichnet das als »Pulswärmer«. Sagen wir mal so: Ja, gefroren haben wir an dieser Stelle im Test nicht.

Insgesamt wärmt der Handschuh gut und lässt sich auch nicht von Regen beeinflussen. Bei etwa drei Grad unter null blieben die Hände etwa eine halbe Stunde warm, bei fünf Grad über null dauerhaft. Mit dem Fingerhandschuh lässt sich an allen Systemen problemlos bremsen und schalten.

Allerdings ist die Bewegungsfreiheit der Finger etwas eingeschränkt, das Material ist sehr kräftig. An den Spitzen der Zeigefinger ist eine zusätzliche Schicht für die Touchscreen-Bedienung aufgebracht. Das steife Material macht es aber mühsam, die richtigen Tasten zu treffen. Kleine Details wie Druckknöpfe zum Zusammenbinden der Handschuhe vor dem Verstauen und eine kleine Lasche als Anziehhilfe sind nicht entscheidend, aber runden den insgesamt positiven Eindruck ab.

Fazit: Die Handschuhe sind warm, wasserdicht, und das Bioxcell-System kann gegen eingeschlafene Hände helfen. Sie sind etwas steif.


Ziener Donni WS PR Bike Glove

Der Donni von Ziener wirkt schlank, wärmt aber relativ gut

Der Donni von Ziener wirkt schlank, wärmt aber relativ gut

Foto: Markus Linden

Dieser Ziener-Fingerhandschuh besteht aus »Windstopper«-Material: ein von der Firma Gore entwickelter, winddichter und gleichzeitig atmungsaktiver Stoff. Der ist jedoch nicht komplett wasserdicht, sondern lediglich wasserabweisend. An den Handinnenflächen hat Ziener eine Gummierung verarbeitet, die mit Gel unterfüttert ist. Ebenfalls gummiert sind die Spitzen der Zeigefinger und Daumen. Das kann das Schalten erleichtern. Ein Smartphone lässt sich mit den Handschuhen aber nicht bedienen.

Am Handgelenk ist der Bund aus Neopren, etwas elastisch und wird per Klett geschlossen. Die Hand gleitet leicht in die Handschuhe, geschlossen sitzen sie sehr gut. Auch beim Ausziehen gleitet die Hand gut hinaus.

Der Handschuh ist flexibel und engt die Hand nicht ein. Bremsen und Schalten ist kein Problem – eigentlich fällt der Handschuh kaum auf. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird es irgendwann kalt. Aber übliche Stadtfahrten bis 20 Minuten Fahrzeit haben im Test kein Problem dargestellt.

Der rechte Testhandschuh hat einen QR-Code für eine SOS-ID eingenäht. Mit diesem System lassen sich Notfallinformationen für medizinische Rettungsdienste online hinterlegen und können von den Einsatzkräften ausgelesen werden.

Das Fazit: Der Handschuh sitzt bequem und das Schalten geht fast so gut wie ohne Handschuh. Er isoliert gut, aber unter null wird es kalt an den Fingern.


Roeckl Sports Vinadi

Sieht aus wie ein Skihandschuh, wärmt aber gut: Der Vinadi von Roeckl

Sieht aus wie ein Skihandschuh, wärmt aber gut: Der Vinadi von Roeckl

Foto: Markus Linden

Diese Fingerhandschuhe sind anders als die Konkurrenz: Sie bestehen aus einem weichen und kräftig gefütterten Stoff. Die Vinadi erinnern so optisch etwas an Skihandschuhe – sitzen aber ebenso eng an der Hand wie etwa die schlankeren Ziener-Handschuhe. Der kräftige, aber geschmeidige Stoff stört zudem nicht beim Schalten oder Bremsen.

An der Handinnenfläche befindet sich ein Material, das an Fleece erinnert. Die Oberhand ist dreilagig, wasserabweisend und winddicht. Der innen liegende Bund ist anders als bei der Konkurrenz ebenfalls aus weichem Stoff und sitzt mit seinem Gummizug eng am Handgelenk.

Weiteres Fahrradzubehör im Test

Auf eine Polsterung an der Handinnenfläche verzichtet Roeckl Sports komplett. Bei den üblichen Cityfahrten ins Büro und zum Einkaufen spielt das eher keine Rolle, auf dem Rennrad oder bei Gravel-Touren kann eine Polsterung aber tatsächlich hilfreich sein. Bei Fahrten unterhalb des Gefrierpunkts kommt der Vinadi irgendwann an seine Grenze. Nach etwa 30 Minuten Stadtfahrt wurden die Fingerspitzen bei drei Grad unter null langsam kalt.

Fazit: Die Vinadi sind sehr weich und sitzen angenehm. Sie wärmen gut bis knapp unter null Grad. Die fehlende Polsterung kann bei langen Fahrten stören.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests