Die 0:3-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim war zu viel: Fußball-Bundesligist FC Augsburg und Trainer Sandro Wagner beenden die Zusammenarbeit. Das teilt der Verein mit . »Der FC Augsburg und Sandro Wagner haben sich im gegenseitigen Einvernehmen dazu entschieden, den Vertrag aufzulösen«, heißt es auf der Vereinswebsite. »Diese Entscheidung ist das Ergebnis offener Gespräche von Geschäftsführer Michael Ströll, Sportdirektor Benni Weber und Sandro Wagner.« Auch Wagners Trainerteam verlasse den Klub.
»Ich habe die Aufgabe beim FCA immer mit großer Energie und Leidenschaft ausgeübt. Wir wollten gemeinsam viel verändern, leider ist uns das in der kurzen Zeit nicht wie erhofft gelungen«, wird Sandro Wagner zitiert.
»Wir möchten uns bei Sandro und seinem Team für die geleistete Arbeit und den leidenschaftlichen Einsatz für unseren FCA bedanken«, sagte Geschäftsführer Ströll. »In den Gesprächen nach dem Spiel in Hoffenheim haben wir festgestellt, dass der Glaube und die Überzeugung fehlen, in der aktuellen Konstellation den Turnaround zu schaffen.«
Interimsweise werde Manuel Baum den FC Augsburg in den restlichen Spielen des Jahres betreuen, heißt es vom Verein. Baum war von Dezember 2016 bis April 2019 Chefcoach beim FCA und ist seit Juni 2025 als »Leiter Entwicklung & Fußballinnovation« zurück im Verein. Am Samstag trifft Augsburg auf Bayer Leverkusen.
Wagner blieb nur 14 Spiele
Der 38 Jahre alte Wagner hatte den Posten erst im vergangenen Sommer übernommen. Der Erfolg blieb aber aus: Augsburg kämpft nach zwölf Spieltagen in der Bundesliga als Tabellen-14. gegen den Abstieg. In der zweiten DFB-Pokalrunde schied die Mannschaft gegen den VfL Bochum aus. Von insgesamt 14 Spielen unter Wagner gewann Augsburg vier Partien, verlor neun und spielte einmal unentschieden.
In den vergangenen Wochen hatte es bereits Proteste gegen Wagner und die Vereinsführung gegeben. Fans hatten einen »Personenkult« und »Marketingwahn« kritisiert. Angesichts der schlechten Ergebnisse hatte der Trainer Verständnis gezeigt.
Wagner hatte eigentlich einen Vertrag bis 2028 unterschrieben. Der ehemalige Angreifer war zuvor Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft unter Julian Nagelsmann, hatte aber erklärt, selbst als Cheftrainer arbeiten zu wollen.
Augsburg hatte sich nach der vergangenen Saison vorzeitig von Jess Thorup getrennt. Der Däne hatte die Fuggerstädter im 14. Bundesligajahr auf Platz zwölf geführt. Aber die Verantwortlichen um Geschäftsführer Ströll wollten erfolgreicher werden. Von Wagner erhofften sie sich eine aktivere und auch attraktivere Spielweise sowie eine bessere Förderung junger Eigengewächse.
Als Stürmer galt Sandro Wagner als arrogantes Großmaul, heute legt er Wert auf Empathie. Mit dem SPIEGEL sprach er Anfang des Jahres über seine Familie, prägende Momente als Profi und seine Trainerkarriere. Das Gespräch lesen Sie hier.
