SpOn 28.01.2026
15:43 Uhr

Euro-Kurs bei 1,20 Dollar: US-Währung sackt ab – deutsche Exportunternehmen alarmiert


Die erratische Politik Donald Trumps lässt den Kurs der US-Währung weiter sinken. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft kann der starke Euro zum Problem werden, doch Verbraucher hierzulande profitieren.

Euro-Kurs bei 1,20 Dollar: US-Währung sackt ab – deutsche Exportunternehmen alarmiert

Der Wert des Dollar ist weiter abgesackt. Der Euro überstieg am Dienstagabend die symbolische Schwelle von 1,20 Dollar.

Hintergrund dürften Aussagen von US-Präsident Donald Trump sein, die suggerieren, dass der Wertverlust der US-Währung mindestens akzeptabel ist. »Schauen Sie sich unsere Geschäfte an. Der Dollar läuft großartig«, hatte Trump in Iowa auf eine Frage von Reportern gesagt. Es sei richtig, dass der Dollar »sein eigenes Niveau findet«, ergänzte Trump. Wenn er wollte, könne er den Währungskurs aber »auf- und absteigen lassen wie ein Jo-Jo«.

Die europäische Währung hatte bereits im Laufe des Dienstags ihren höchsten Stand seit mehr als vier Jahren erreicht. Am Abend ging es für den Dollar dann weiter bergab. Die Währung sank auch gegenüber dem Pfund, dem südkoreanischen Won und dem chinesischen Yuan.

Starker Euro verbilligt viele Waren

»Die politische Unvorhersehbarkeit wirkt sich zweifellos negativ auf den Dollar aus«, erklärten die Analysten von Monex USA den Verfall. »Das Vertrauen in den Dollar als wichtigsten Garanten für Sicherheit scheint unter der Präsidentschaft von Trump geschwunden zu sein«, sagte Joshua Mahony, Analyst bei Scope Markets.

Der schwache Dollar ist für europäische Verbraucher zunächst eine gute Nachricht. US-Importe und Waren wie Erdöl, die in Dollar gehandelt werden, verbilligen sich dadurch.

Für die Exportwirtschaft ist die Stärke des Euro hingegen hinderlich, weil europäische Produkte dadurch in den USA teurer werden. »Die anhaltende Stärke des Euro bereitet den Exporteuren große Sorgen«, sagte entsprechend der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura.

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Die deutschen Exporteure kämpften bereits jetzt mit dem schwierigen internationalen Umfeld und den im internationalen Vergleich hohen Produktionskosten, so Jandura. Nun würden die Wettbewerbsprobleme noch verschärft.

Frankreichs Notenbankchef: Folge für Zinsentscheidungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte wegen der Eurostärke ‌auch ihren geldpolitischen Kurs anpassen. EZB-Ratsmitglied François Villeroy de Galhau sagte am Mittwoch, die Notenbank beobachte die Aufwertung der Gemeinschaftswährung und ihre möglichen Auswirkungen auf die Inflation genau. Auch der französische Notenbankchef sieht die Dollarschwäche in einem schwindenden Vertrauen durch eine unvorhersehbare US-Wirtschaftspolitik begründet.

Zuletzt hatten sich bereits andere Währungshüter besorgt über den Eurokurs ‍geäußert und geldpolitische Reaktionen nicht ausgeschlossen.

apr/Reuters/AFP