Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trauert um Eugen Strigel. Der frühere Spitzenschiedsrichter und Lehrwart ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Strigel, der vor 16 Jahren einen Herzstillstand erlitten hatte, litt an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS.
»Wir sind tieftraurig und bestürzt über Eugens Tod. Noch bis vor einigen Monaten war er jede Woche unterstützend im Video-Assist-Center in Köln im Einsatz, zuletzt begleitete er mich bei manchen Beobachtungen im Stadion«, sagte Schiedsrichterchef Knut Kircher: »Er wird uns nicht nur als stets kompetenter Ansprechpartner oder Motivator fehlen, sondern in erster Linie auch als Mensch und Freund. Die gesamte Schiri-Familie wird Eugen vermissen.«
Strigel war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Persönlichkeit des deutschen Schiedsrichterwesens – als Bundesliga-Referee, TV-Experte, Mitglied im Schiedsrichterausschuss oder als internationaler Beobachter.
Pokalfinale war sein letztes Spiel als Schiedsrichter
Seit 1968 war Strigel Schiedsrichter, zwischen 1987 und 1995 pfiff er 70 Bundesligapartien. Seine aktive Karriere krönte und beendete er mit der Leitung des DFB-Pokalendspiels 1995 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg.
Danach kümmerte sich Strigel um die Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter. Von 1998 bis 2010 war er stellvertretender Schiedsrichterchef des DFB. Auch nach 2010 blieb Eugen Strigel Mitglied der Schiedsrichter-Kommission, bis 2020 zuständig für das Beobachtungswesen.
Bekanntheit erlangte er auch durch den »Pfiff des Tages«. Ein Format, mit dem Strigel im »Aktuellen Sportstudio« des ZDF die Schiedsrichterleistungen bei der WM 2002 und der EM 2004 sowie Entscheidungen seiner ehemaligen Kollegen in der Bundesliga kommentierte. Das Format fand großen Anklang, Strigel hörte damit jedoch auch wegen der Kritik seiner Ex-Kollegen wieder auf.
