SpOn 01.12.2025
12:31 Uhr

Ermittler zerschlagen Plattform für Geldwäsche mit Kryptowährungen


Behörden aus Deutschland und der Schweiz haben eine seit fast zehn Jahren aktive Internetplattform zur Geldwäsche mit Kryptowährungen abgeschaltet. Dabei wurden umgerechnet rund 25 Millionen Euro sichergestellt.

Ermittler zerschlagen Plattform für Geldwäsche mit Kryptowährungen

Ermittlern aus Deutschland und der Schweiz ist ein Schlag gegen Online-Geldwäsche mit Kryptowährungen gelungen. Wie die Behörden in einer Pressemitteilung mitteilten , wurde die Serverinfrastruktur eines sogenannten Bitcoin-Mixers beschlagnahmt und die Plattform erfolgreich abgeschaltet. Dabei wurden Kryptowährungsbestände im Wert von umgerechnet rund 25 Millionen Euro sichergestellt.

An den Ermittlungen waren die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, die Kantonsstaatsanwaltschaft Zürich, das Bundeskriminalamt und Europol beteiligt. Bei dem sogenannten Bitcoin-Mixer handelt es sich um cryptomixer.io. Die Geldwäscheplattform galt demnach als ältester Onlinedienst seiner Art. Über ihn sollen Zahlungen in Milliardenhöhe abgewickelt worden sein.

Der Zugriff erfolgte laut Mitteilung am vergangenen Mittwoch. Nach Angaben der deutschen Ermittler wurden die Server der Plattform in der Schweiz abgeschaltet. Neben der Kryptowährung wurden Beweismittel wie die Serverinfrastruktur und E-Mail-Konten beschlagnahmt, die nun zur Aufklärung von Straftaten genutzt werden sollen.

Großteil der getauschten Vermögenswerte »kriminellen Ursprungs«

Die seit 2016 aktive Plattform cryptomixer.io sei zur Verschleierung von Finanzströmen genutzt worden, teilte das BKA mit. Dabei konnten Kryptowährungen anonym ein- und ausgezahlt werden, was die Rückverfolgung erschwerte. Dies habe die Plattform »zu einem beliebten Geldwäscheservice für die Underground Economy« gemacht. Es bestehe der dringende Verdacht, dass ein Großteil der dort getauschten Vermögenswerte »kriminellen Ursprungs« war, so das BKA.

Den Verantwortlichen hinter cryptomixer.io wird gewerbsmäßige Geldwäsche und das Betreiben einer kriminellen Internethandelsplattform zur Last gelegt. Den Angaben zufolge sind diese bisher aber nicht identifiziert, Festnahmen meldeten die Behörden nicht.

»Diese Operation ist ein weiterer, bedeutsamer Schritt bei der internationalen Bekämpfung von Online-Geldwäsche durch Krypto-Mixer«, sagte Vizepräsidentin des Bundeskriminalamts Martina Link.

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Der Leiter der für Computerkriminalität zuständigen Spezialabteilung bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Benjamin Krause, sprach von einem »relevanten Erfolg der Strafverfolgungsbehörden«. Auch wenn es keine Festnahmen gegeben habe, wirkten sich die Abschaltung des Diensts und die Beschlagnahmung erheblicher Vermögenswerte bereits aus.

kim/dpa/AFP